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"Ich plädiere unbedingt für kleinere Gruppen"

Die SZ befragt Dresdner vor der Bundestagswahl, welche Probleme es gibt und was sie von den Politikern erwarten. Heute: Kita-Chefin Sandra Kurzmann.

Sandra Kurzmann leitet eine Kita in Dresden. Sie beobachtet, dass einige Verkehrsteilnehmer an Schulen und Kindergärten keine Rücksicht nehmen.
Sandra Kurzmann leitet eine Kita in Dresden. Sie beobachtet, dass einige Verkehrsteilnehmer an Schulen und Kindergärten keine Rücksicht nehmen. © ASB Dresden

Dresden. Hier haben die Dresdner das Wort: Wenige Wochen vor der Bundestagswahl möchte die SZ in einem für alle gleichen Fragenkatalog wissen, wo der Schuh drückt - in Deutschland, in Dresden, im jeweiligen Stadtteil. Die Befragten antworten und sagen, was sie sich von den Politikern, die ihre Stadt im Bundestag vertreten, erwarten.

Sandra Kurzmann leitet eine Kita in Dresden. Die 48-Jährige weiß also, wo in diesen Einrichtungen die Probleme liegen.

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Wo sehen Sie aktuell die größten Probleme in Deutschland?

Probleme sehe ich in den Bereichen Bildung, Umwelt, Soziales und Verkehr. Besonders betroffen macht mich jedoch der teils sehr aggressive Umgang verschiedener Meinungsgruppen miteinander. Ich sehe nicht mehr das gemeinschaftliche Bemühen um eine konsensfähige Lösung, sondern nur noch Meinung gegen Meinung.

Wo sehen Sie aktuell die drängendsten Probleme in Dresden?

Die Probleme Dresdens sind sicher nicht anders gelagert als die Probleme in Deutschland. Aber gerade in meiner Heimatstadt vermisse ich innovative Konzepte und frischen Wind, um sie zu lösen. Hier geht es oft behäbig und altbacken zu. Als Kita-Leiterin liegt mir auch das Thema Betreuungsschlüssel in den Kitas am Herzen. Ich plädiere unbedingt für kleinere Gruppen, davon würden Kinder und auch die Erzieher profitieren.

Wo sind die Probleme in Ihrem Kiez?

Ich lebe in Langebrück und arbeite in Weißig. An beiden Orten fällt mir spontan die fehlende Rücksichtnahme einiger Verkehrsteilnehmer an Schulen und Kitas ein. Für viele Grundschüler ist ihr Schulweg voller Gefahren, also werden sie von den Eltern gebracht. Hier brauchen wir Maßnahmen, um die Sicherheit für die Kinder zu verbessern.

Was muss sich ändern?

Ich wünsche mir mehr Mut zu kreativen Lösungen und mehr Toleranz im Umgang miteinander.

Was sollten Politiker dafür tun bzw. ändern?

An der konkreten Sache arbeiten unabhängig der jeweiligen Vorgaben der Parteien.

Was wünschen Sie sich für Ihre Kinder/die künftigen Generationen?

Den künftigen Generationen wünsche ich eine lebenswerte Umwelt und eine offene Gesellschaft, die Neugier und Kreativität zulässt. Sie sollen sich an verantwortungsbewussten Vorbildern orientieren und ihre eigenen Erfahrungen sammeln können.

Wenn Sie 100.000 Euro verteilen dürften in Dresden, was würden Sie damit tun?

Ich würde das Geld an soziale Organisationen geben. Nach meinem Eindruck funktionieren viele Dinge nur dank der Vereine und durch Spenden. Zum Beispiel ist ein Mädchen aus meinem Bekanntenkreis auf einen Schulbegleiter angewiesen, da es krankheitsbedingt nicht alleine in die Schule gehen kann. Fällt dieser aus, gibt es nur schwer Ersatz, auch weil die finanziellen Mittel fehlen. Ein anderes Beispiel wäre ein Verein, der Lebensmittel für Bedürftige abholt. Er braucht dringend ein Auto, da sein Fahrzeug kaputtgegangen ist.

Corona hat viel verändert. Welches Problem ist Ihnen bewusst geworden und was wünschen Sie sich von Dresdner Bundestagsabgeordneten, um es lösen zu können?

Für viele Kinder und ihre Eltern war es eine Zeit, die außerordentlich viel Kraft gekostet hat. Homeschooling mit parallelem Homeoffice war sicher nicht die optimale Lösung. Auch die Situation der älteren Menschen war schwierig. Für diese Bereiche wünsche ich mir mehr Beachtung.

Bisher sind in der Serie erschienen:

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