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Weniger Geld für Dresdner Vereine?

Kommende Woche will der Dresdner Stadtrat den Haushalt für 2021/2022 beschließen. Die Vereine und Träger der Jugendhilfe schlagen Alarm.

Kommende Woche will der Stadtrat den Haushalt beschließen. Die Vereine fürchten, dass sie weniger Geld bekommen.
Kommende Woche will der Stadtrat den Haushalt beschließen. Die Vereine fürchten, dass sie weniger Geld bekommen. © Christian Juppe

Dresden. Wer bekommt wie viel Geld in Dresden? Immer wieder wird das heiß diskutiert. Nun hat Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) seinen Entwurf für den Haushalt 2021/2022 vorgestellt. Die Stadt plant einen Haushalt von 1,8 Milliarden Euro pro Jahr. Das ist so viel wie 2019 und 2020 auch. Finanzbürgermeister Peter Lames (SPD) hatte mit deutlich heftigeren Auswirkungen der Corona-Krise gerechnet.

Doch es müsse gespart werden, kündigte Oberbürgermeister Dirk Hilbert an. Bei der Jugendhilfe gibt es leichte Abstriche, ebenso bei der Kulturförderung. "Wir wollen keine Kahlschläge", betont Hilbert. Deswegen sei er bedacht darangegangen.

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Die Vereine und Träger der Jugendhilfe schlagen jedoch Alarm. Kürzungen von rund 600.000 Euro bis zu 2 Millionen Euro in der Jugendhilfe kursieren bei den freien Trägern. "Die Kinder- und Jugendarbeit in Dresden steht vor massiven Kürzungen", heißt es.

Angst vor Kürzungen hat auch das Kulturbüro Dresden. Es betreut und berät in der Stadt Vereine aus der Kultur und Jugendhilfe mit etwa 500 Beratungen pro Jahr. "Wir werden teilweise aus dem Kultur- und teilweise aus dem Jugendamt finanziert und befürchten dort Kürzungen im neuen Haushalt", erklärt Chefin Susann Steinert-Fanghänel. Die Menschen müssten dann länger auf eine Beratung warten, und ob das ganze Angebot noch komplett aufrechterhalten werden könne, müsse man schauen. "Gerade jetzt in der Krise brauchen wir Kultur und Jugendarbeit und sollten dort nicht sparen."

"Das kann die Schließung von zwei bis drei Projekten bedeuten"

Auch der Gerede-Verein, der unter anderem homo- und transsexuelle Dresdner berät, befürchtet Kürzungen. Der Gerede e.V. wird unter anderem aus zwei Töpfen der Stadt Dresden finanziert: aus dem Budget der Kinder- und Jugendhilfe sowie aus dem Budget der Gleichstellungsbeauftragten.

Aus vielen Fraktionen des Stadtrats und auch aus der Stadtspitze sei immer wieder zu hören, dass die Strukturen erhalten werden sollen, so Geschäftsführer Alexander Bahr. "Aus dem aktuellen Haushaltsentwurf kann ich persönlich leider keinen Strukturerhalt erkennen, da fehlen im Gleichstellungsbereich 100.000 Euro zum Stand 2020, was die Schließung von zwei bis drei Projekten bedeuten kann", so Bahr.

Da rede man noch nicht einmal über die fehlenden Mittel von allgemeinen Kostensteigerungen wie zum Beispiel von Mietkosten oder von Tarifsteigerungen in eh schon teils prekär finanzierten Projekten. "Mit Verantwortung durch die Krise, wie es die Stadtspitze gern formuliert, sollte heißen, gerade jetzt die sozialen Strukturen bedarfsgerecht zu finanzieren, die die Menschen unterstützen, die besonders unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie leiden - dazu zählen unter anderem Frauen, insbesondere Alleinerziehende, oder auch lesbische, schwule oder trans Jugendliche", so Bahr.

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