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Wie sieht die Zukunft des Loschwitzer Parkplatzes aus?

In der Fidelio-F.-Finke-Straße unterhalb des Körnerplatzes sollten 110 Stellplätze für ein Wasserbecken weichen. Nun gibt es neue Pläne.

Der Parkplatz in der Fidelio-F.- Finke-Straße sollte zwei Jahre lang für Bauarbeiten gesperrt werden.
Der Parkplatz in der Fidelio-F.- Finke-Straße sollte zwei Jahre lang für Bauarbeiten gesperrt werden. ©  Rene Meinig

Dresden. Parkplatz-Chaos - das geht am Blauen Wunder nicht nur linkselbisch. Auch auf der anderen Seite des Flusses machten sich Händler, Gastronomen und Anwohner zuletzt große Sorgen darum, wo all die Autos parken sollen, mit denen die Kunden und Restaurantgäste an den Körnerplatz kommen. Denn es machte ein Gerücht die Runde: Der öffentliche Parkplatz an der Fidelio-F.-Finke-Straße solle bebaut werden, was das Aus für die insgesamt 110 Parkplätze bedeuten würde.

Auf Nachfrage bei der Stadtverwaltung wird schnell klar: Es sollte tatsächlich gebaut werden, und zwar ein unterirdisches Betonbecken, in dem künftig Abwasser auf seinem Weg ins Klärwerk zwischengespeichert wird.

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Parkplatz wäre zwei Jahre gesperrt worden

Zwei Jahre hätte der Parkplatz dafür gesperrt werden müssen. Das ist nun jedoch vom Tisch. Anders als beim Poller-Streit am Schillergarten auf der gegenüberliegenden Elbseite kann das Parkplatz-Chaos hier noch einmal abgewendet werden. Gemeinsam mit der Stadt ist es der Stadtentwässerung gelungen, eine Alternative zu finden, und zwar ein Stück weiter elbaufwärts.

Auf einem Grundstück gegenüber der 62. Oberschule - dort befand sich früher ein Schulgarten - sollten in der Bauzeit des Wasserbeckens eigentlich die Autos parken. "Wir haben dann überlegt, dass wir ja diese Fläche auch für das Becken nutzen können", sagt Torsten Seiler, der bei der Stadtentwässerungen für Investitionen zuständig ist.

Die Größe passt und das Grundstück gehört der Stadt - die Lösung für das Parkplatzproblem konnte Torsten Seiler kürzlich im Stadtbezirksbeirat Loschwitz verkünden. "Zur Freude vieler Loschwitzer", sagt Seiler, der allerdings einräumt, dass diese Variante durchaus einen Knackpunkt hat. Denn auf der Ausweichfläche befinden sich sieben Kleingärten, die die Stadt dort verpachtet.

Diese müssen - theoretisch für zwei Jahre - der Großbaustelle Platz machen. Bei den Hobbygärtnern dürfte sich die Freude demnach in Grenzen halten. Ob die Stadt die Fläche nach den Bauarbeiten wieder für Kleingärten zur Verfügung stellt, ist derzeit noch offen. Seiler berichtet, dass die Stadtbezirksbeiräte sich durchaus auch eine andere Nutzung vorstellen könnten. Spielplatz, Grillstelle - Ideen gebe es sicherlich genug.

Becken speichert Wasser auf dem Weg zum Klärwerk

Seiler ist auf jeden Fall zufrieden, dass das Bauprojekt nun keine Parkplätze gefährdet. Die Bauarbeiten für das neue Speicherbecken werden in drei Etappen passieren. Zunächst werden auf der Fläche die Rohre montiert, die dann als sogenannter Düker durch die Elbe verlegt werden. Anschließend folgt der Bau des eigentlichen Beckens, das gut 2.500 Kubikmeter Abwasser fassen kann. Danach gehen die Arbeiten im Umfeld der Fidelio-F.-Finke-Straße weiter, denn dort müssen mehrere Kanäle ausgewechselt werden.

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Die Zwischenspeicherung des Wassers, das unter anderem vom Elbhang und sogar aus Weißig kommt, ist besonders dann nötig, wenn es stark regnet. Dann sind die Kapazitäten der Klärwerke schnell ausgelastet. Damit das Abwasser nicht in die Elbe oder in den Loschwitzbach fließt, wird es dann zunächst in dem großen Becken gesammelt und ins Klärwerk weitergeleitet, wenn dort wieder Platz ist, erklärt Seiler. Solche Becken gibt es an insgesamt 80 Stellen entlang des Elbufers im Dresdner Stadtgebiet und wurden eigens für den Gewässerschutz gebaut.

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