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Dresden zahlt für Schul-Schaden drauf

Nach den Sommerferien 2016 stand das Gymnasium Bürgerwiese unter Wasser. Gut 1,68 Millionen Euro betrug der Schaden. Jetzt ist klar, woran es lag - und wer zahlt.

Ein Wasserschaden legte 2016 das Gymnasium Bürgerwiese von Schulleiter Jens Reichel lahm.
Ein Wasserschaden legte 2016 das Gymnasium Bürgerwiese von Schulleiter Jens Reichel lahm. © Sven Ellger

Dresden. Mehrere Tage blieb das Gymnasium Bürgerwiese nach den Sommerferien 2016 geschlossen. Denn kurz vor dem eigentlichen Schulstart gab es einen erheblichen Wasserschaden. Hektoliterweise ist Wasser aus einem Chemiekabinett im Neubau in der dritten Etage durch das komplette Gebäude geflossen. Der Schaden ist längst repariert. Aber er hatte ein juristisches Nachspiel, das jetzt beendet ist - allerdings zahlt dabei auch die Stadt drauf.

Was ist geschehen?

Anfang August 2016 stand der Neubau des Gymnasiums Bürgerwiese unter Wasser. Ein neu installierter Boiler ist geplatzt. Die Stadt hat die Schäden beseitigen lassen und die Firma, die den Boiler eingebaut hat, aufgefordert, die Kosten zu übernehmen.

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Es geht insgesamt um etwas mehr als 1,68 Millionen Euro. Jetzt, gut vier Jahre später, gibt es eine Einigung. Dieser haben die Stadträte im Verwaltungsausschuss nun zugestimmt. 

Warum hat das so lange gedauert?

Die für den Einbau zuständige Firma hat darauf gepocht, dass nicht sie für den Schaden  verantwortlich ist, sondern das Unternehmen, das für die Bauüberwachung und Abnahme zuständig ist.

Ein Gutachter stellte fest, dass die Hauptursache für den Wasserschaden der geborstene Boiler ist, es aber auch einen Defekt an der Spültischarmatur gab. Die Einbau-Firma hat laut Gutachter die Funktionsfähigkeit des Boilers nicht geprüft. Es habe aber auch einen Mangel bei der Bauüberwachung gegeben. Da zunächst keine gütliche Einigung möglich war, klagte die Stadt im April 2019 gegen beide Firmen auf Schadenersatz. 

Wie kam es nun doch zur Einigung?

Das Landgericht Dresden empfahl allen drei Beteiligten, sich auf einen Vergleich zu einigen, weil es zahlreiche Risiken gebe. Die Stadt müsse beweisen, dass alles genau so angelaufen ist, wie es der Gutachter festgestellt hat. Dann hänge es aber immer noch davon ab, wie die Richter dies bewerten. 

Strittig ist auch, ob die Stadt die Ausstattung für das Fachkabinett gekauft oder einen Werksvertrag abgeschlossen hat. Dies ist entscheidend, um zu beurteilen, ob die Ansprüche der Stadt bereits verjährt sind. "Es ist absolut offen, wie das Gericht hinsichtlich der zahlreichen strittigen Punkte entscheiden wird", heißt es in der Vorlage der Stadt dazu. Deshalb empfiehlt die Verwaltung den Räten, dem Vergleich zuzustimmen. Die beiden Firmen haben das bereits getan - nun auch die Stadträte.

Wie sieht die Einigung aus?

Die Firma, die den defekten Boiler eingebaut hat, zahlt nun 585.000 Euro an die Stadt. weitere 340.000 Euro erhält die Stadt von dem Betrieb, der den Bau überwacht hat. Damit sind alle Ansprüche für diesen Schaden erledigt und die Stadt bekommt rund 55 Prozent des Schadens ersetzt.

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Allerdings muss sie noch 95.000 Euro an die Firma zahlen, die den Boiler eingebaut hat. Denn in einem zweiten Gerichtsverfahren fordert die Firma noch gut 190.000 Euro für den Wiederaufbau des Chemiekabinetts. Beide teilen sich die Kosten, dann ist diese Sache auch erledigt. Unter dem Strich muss die Stadt rund 944.000 Euro ausgleichen.  

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