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Dresdner Bands dürfen Proberäume länger nutzen

Weil das Gebäude saniert wird, hatten 150 Gruppen kurzfristig die Kündigung erhalten. Nun kommt der Investor den Musikern entgegen.

Daniel Wedekind und viele andere Dresdner Musiker sind froh über das Zugeständnis des Investors.
Daniel Wedekind und viele andere Dresdner Musiker sind froh über das Zugeständnis des Investors. © René Meinig

Dresden. An der Wetterwarte taut das Eis zwischen 150 Dresdner Bands und dem Investor, der das Gebäude grundlegend sanieren möchte. Zunächst hatten die Musiker kurzfristig die Kündigung für die Räumlichkeiten in Klotzsche erhalten. Da Proberäume in Dresden sowieso schon knapp sind, sahen viele daraufhin die Dresdner Bandkultur in Gefahr. Der Aufschrei war groß.

Am Montag nun gab es ein erstes virtuelles Gespräch zwischen Investor und Musikern, moderiert von Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke).

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Bei den Gesprächen sei vereinbart worden, dass die auslaufenden Mietverträge in Nutzungsverhältnisse umgewandelt würden, teilte am Dienstag die DD-Immobiliengesellschaft 1 mbH als Eigentümer mit. "Damit haben alle Bands Planungssicherheit bis zum 31. Dezember 2021 und können, wenn es die Kontaktbeschränkungen erlauben, bis Ende des Jahres in ihren angestammten Räumen weiter proben", sagt Unternehmenssprecherin Daniela Möckel.

Das Gebäude mit den Probenräumen in Klotzsche soll grundlegend saniert werden.
Das Gebäude mit den Probenräumen in Klotzsche soll grundlegend saniert werden. © René Meinig

Im vergangenen Jahr habe man die Proberäume der Bands bereits mit 60.000 Euro bezuschusst, was der Differenz zwischen erhobener Miete und den tatsächlich entstandenen Kosten zum Erhalt der Immobilie entspreche, so Möckel. In diesem Jahr stelle man denselben Betrag nun erneut zur Verfügung.

Zwar müssen sich die rund 150 Dresdner Bands nun immer noch mittelfristig neue Räume suchen. Dennoch wurde das Ergebnis des Gesprächs positiv aufgenommen.

"Es ist sehr erfreulich, dass da jetzt etwas Ruhe reinkommt", sagt Daniel Wedekind, Schlagzeuger der Band Plotz. "Jetzt müssen wir uns erstmal mit unseren Mitmietern abstimmen." Viele der Musiker hätten sich bereits um Übergangslösungen bemüht, um überhaupt Musik machen zu können. "Jetzt sieht die Lage natürlich entspannter aus."

Die Hausverwaltung hat angekündigt, die Suche nach einem geeigneten neuen Gebäude für die Proberäume zu unterstützen. Für die kommenden Wochen sind weitere Gespräche geplant.

Die Bauarbeiten an der Immobilie Zur Wetterwarte 60 sind laut Eigentümer notwendig, da der derzeitige Zustand nach acht Jahrzehnten nicht mehr den aktuellen Standards entspreche.

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