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Elberadweg an der Hafencity: Sperrung? Welche Sperrung?

Radfahrer und Fußgänger missachten weiterhin die Absperrung in Höhe der Hafencity. Polizei und Bauherr sprechen aber von einer Entschärfung der Lage.

Von Kay Haufe & Juliane Just
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Obwohl der Radweg an der Hafencity aufgrund von Bauarbeiten seit November gesperrt ist, fahren Radfahrer weiterhin an der Absperrung vorbei.
Obwohl der Radweg an der Hafencity aufgrund von Bauarbeiten seit November gesperrt ist, fahren Radfahrer weiterhin an der Absperrung vorbei. © Friedel

Dresden. Inzwischen gibt es Schleichwege, die um die Bauzäune festgetrampelt sind. Am Citybeach, wo die Sperrung des Elberadweges beginnt, geht ein kleiner Weg nah an der Absperrung entlang. Dort schieben sich am Samstag Fußgänger vorbei an kratzigem Gebüsch, um am Hafen entlangzugehen. Auch Radfahrer lassen sich die Fahrt auf dem Elberadweg weiterhin nicht nehmen.

Mitte November wurde das Stück zwischen dem Eselsnest an der Eisenberger Straße und dem Eingang des Kreativzentrums Hafencity gesperrt. Doch immer wieder wird dies missachtet. Das kann gerade am Hafenbecken zu gefährlichen Situationen führen.

Im Dezember schaltete sich die deshalb die Polizei ein und kontrollierte vor Ort. Bei diesem Termin hätten die Beamten laut Pressestelle der Polizei "kaum Feststellungen getroffen", sodass man keinen Grund für weitere Kontrollen sah. Mehrfach fuhren die Beamten demnach im Streifendienst am gesperrten Elberadweg entlang, doch auch dabei hätte es keine Auffälligkeiten gegeben.

Ein Grund dafür, dass die Polizei bei der Kontrolle niemanden erwischt hat: Radfahrer und Fußgänger warnten sich gegenseitig vor der Kontrolle. Das zumindest hat ein Radfahrer berichtet, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will.

Die Immobilienfirma Unser schönes Dresden (USD) betont, dass diese Polizeikontrolle selbständig und ohne Abstimmung erfolgte. Außerdem zieht USD-Sprecher Ulf Mehner ein positives Fazit für Januar: "Inzwischen haben sich die meisten an die Situation gewöhnt. Fast alle nutzen die ausgeschilderte Umleitung." Inwieweit die Polizeikontrollen dazu beigetragen hätten, lasse sich jedoch nur schwer sagen.

Baufortschritt macht Überquerung schwieriger

Überlegungen, die Bauzäune anders zu sichern, damit sie nicht mehr von Passanten und Radfahrern aufgeschoben werden, gibt es derzeit nicht. "Wir sehen keinen Grund, die Bausteller anders oder fester abzusperren", so Ulf Mehner.

Ein weiterer Grund dafür, dass weniger Passanten und Radfahrer die Sperrung missachten, könnten der Baufortschritt ein. Inzwischen ist der Asphalt des Elberadweges an der gefährlichen S-Kurve im Bereich Citybeach abgefräst, die Baustelle ist gewandert. Dadurch wird die illegale Zuwegung schwieriger.

So ist nicht nur der Weg entlang der Bauzäune eng, zusätzlich versperrt eine kleine Mauer den Weg. Allerdings halten derartige Absperrungen manche Radfahrer nicht auf - sie heben ihre Räder kurzerhand drüber.

Absperrungen wurden im November nicht von allen akzeptiert, sondern das Rad einfach drübergehoben. USD-Projektleiter Sebastian Forkert (r.) sprach mit den Betreffenden.
Absperrungen wurden im November nicht von allen akzeptiert, sondern das Rad einfach drübergehoben. USD-Projektleiter Sebastian Forkert (r.) sprach mit den Betreffenden. © Archivfoto: Christian Juppe

Die Umleitung des Elberadweges über die Leipziger Straße haben die Radfahrer inzwischen größtenteils akzeptiert und sogar selbst ausgeweitet. Viele biegen aus Pieschen kommend nicht mehr zur Molenbrücke ab und dann am Eselsnest in Richtung Alter Schlachthof, sondern fahren in Höhe der Haltestelle "Altpieschen" direkt auf der Leipziger Straße weiter.

Die Bauarbeiten für den kombinierten Fuß- und Radweg sollen noch bis Mitte April 2022 dauern. Dabei wird der Elberadweg stellenweise verlegt, unter anderem soll die gefährliche S-Kurve im Bereich Citybeach entschärft werden. Die umständliche Umleitung für Radfahrer sorgte für viel Kritik.