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Hoteldirektor: "Ich wusste, was mir Dresden bedeutet"

Florian Stühmer hat die Leitung des neuen Hafencity-Hotels übernommen. Um ein Haar wäre er auf und davon gewesen. Doch dann kam ein Gutes zum nächsten.

Nach Stationen in Hannover, Frankfurt und Prag will Florian Stühmer seinen beruflichen Fokus auf Beständigkeit ausrichten, wie er sagt. Auch im Sinne der Familie.
Nach Stationen in Hannover, Frankfurt und Prag will Florian Stühmer seinen beruflichen Fokus auf Beständigkeit ausrichten, wie er sagt. Auch im Sinne der Familie. © René Meinig

Dresden. Es gibt auch schöne Viren. Florian Stühmer hat sich so einen eingefangen - den Dresden-Virus. Passiert ist das schon vor fast vier Jahren. Da kam der 45-Jährige nach Stationen in Hannover, Frankfurt am Main und Prag in die sächsische Landeshauptstadt. Florian Stühmer übernahm nicht nur die Leitung des Innside Hotels an der Frauenkirche, sondern verliebte sich auf Anhieb in die Stadt an der Elbe. Mit Frau und Söhnchen, das damals noch fast ein Baby war, fand er im Handumdrehen eine neue Heimat. Wie sehr er an ihr hängt, das fühlte er zwar recht bald. Doch jetzt hat er es Dresden ganz besonders bewiesen.

Florian Stühmer geht nach Luxemburg, hieß es plötzlich im Sommer. Tatsächlich hat inzwischen Robert Bauer zusätzlich zum Leipziger Standort auch das hiesige Haus übernommen. Doch sein Vorgänger bleibt Sachsen treu.

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Drachen steigen lassen an der Elbe

"Im August bin ich zunächst ohne meine Familie nach Luxemburg gegangen und habe dort ein ganz neues Innside Hotel mit eröffnet. Meine Frau wollte hier ihren Job noch zu Ende führen." Eigentlich sei der Umzug für Ende Oktober geplant gewesen. Jetzt aber sind die Möbelpacker wieder abgesagt.

"Ich wusste, was mir Dresden bedeutet, aber dass es mir so fehlen würde, hätte ich nicht gedacht", sagt er. Passenderweise bot ihm ein anderes Hotelunternehmen eine berufliche Perspektive: Im Mai hat an der Leipziger Straße das Arcotel Hafencity seinen Betrieb aufgenommen. Die aus Österreich stammende, familiengeführte Hotelkette war bisher in Dresden noch nicht vertreten. Am 1. Oktober trat Florian Stühmer dort seinen neuen Arbeitsplatz als Direktor an.

Nun läuft er durch die Lobby mit zahlreichen Sitzecken und Lounges, Bar und langer Tafel, und strahlt. Als fröhlichen, positiven Menschen kennen ihn seine Wegbegleiter. Die neue Aufgabe gibt ihm noch mehr Schwung. Auch die Aussicht, mit Frau und Sohn nun weiterhin im familienfreundlichen Dresden bleiben zu können, freut ihn. "Wir lieben es, in der Sächsischen Schweiz zu wandern, an der Elbe Drachen steigen zu lassen, Parkeisenbahn oder Lößnitzdackel zu fahren."

"Wir freuen uns über weitere Mitarbeiter"

Das Arcotel Hafencity hat gut 180 Zimmer, davon Suiten in einem separaten Gebäude mit unterirdischer Verbindung zum Haupthaus. "Wir wollen Geschäftsreisende ebenso wie private Gäste ansprechen", sagt Stühmer. Ihm sei klar, dass es nach Corona schwer werde, Businessgäste zu gewinnen. Zu sehr haben Videokonferenzen Einzug in den Berufsalltag gehalten. Trotzdem bietet das Hotel fünf Meetingräume an. Das Hotelrestaurant "Elbuferei" führt Michelin-Sterne-Koch Marcel Kube, der zuvor in der Villa Sorgenfrei bei Stefan Hermann kochte.

"Die Hafencity entwickelt sich ja erst", sagt der neue Direktor. Künftig wird das Hotel inmitten eines neuen Viertels stehen, eine Promenade soll entstehen, vielleicht auch eine Elbquerung zum Ostragehege. Mit Konzertreihen und regelmäßigen After-Work-Partys will Stühmer das Haus und das Viertel beleben. "Am Silvesterabend bieten wir ein Dinner von 17 bis 20 Uhr und ein Galamenü ab 21 Uhr bis ins neue Jahr hinein an."

Unter dem Einfluss von Corona ein neues Hotel zu eröffnen und personell zu stemmen, ist eine große Herausforderung. Doch Florian Stühmer ist guter Dinge: "Wir haben bisher 40 von 64 Stellen besetzt und freuen uns über weitere Mitarbeiter", sagt er. Ab nächstem Sommer werde das Hotel auch ausbilden.

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