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Hochhaus am WTC wird abgerissen

Der Zehngeschosser wird durch einen kleineren Neubau ersetzt. Warum sich die Sächsische Wohnungsgenossenschaft dafür entschieden hat.

Dieses Hochhaus neben dem WTC ist eingerüstet, da es abgerissen werden soll.
Dieses Hochhaus neben dem WTC ist eingerüstet, da es abgerissen werden soll. © René Meinig

Dresden. Die Sächsische Wohnungsgenossenschaft Dresden (SWGD) setzt ihre Sanierungsstrategie fort. Dieses Jahr investiert sie über 20 Millionen Euro. Eine Ausnahme gibt es allerdings. Und die steht in Gestalt des Zehngeschossers auf der Ammonstraße 68 direkt am World Trade Center (WTC). Das Gebäude ist eingerüstet und mit Netzen verhüllt. Das Hochhaus wird aber nicht saniert, sondern abgerissen, erklärt SWGD-Vorstand Torsten Munk. Dafür gebe es gute Gründe.

Am Zwölfgeschosser Josephinenstraße 4 mit 213 Einraum-Wohnungen wurde im vergangenen Jahr bereits ein zweiter Rettungsweg mit einer Außentreppe angebaut. Dieses Jahr werden dort die Kalt- und Warm- sowie Abwasserleitungen mit viel Aufwand erneuert. Dafür investiert die Genossenschaft rund zwei Millionen Euro.

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Ursprünglich wollte die SWGD auch den Zehngeschosser an der Ammonstraße sanieren, der 1966 bezogen wurde. Doch der Zuschnitt der 40 großen Vierraum-Wohnungen sei mit vielen Durchgangszimmern sehr ungünstig. Fünf Wohnungen standen schon seit Jahren leer. Wegen der neuen Richtlinie wäre die Sanierung mit rund sechs Millionen Euro sehr teuer gewesen. Kostet sie im Normalfall etwa 800 Euro je Quadratmeter, so wäre es dort mit rund 1.900 Euro mehr als das Doppelte. „Die Kosten für eine Sanierung wären zu hoch“, sagt der Vorstand. Deshalb habe sich die Genossenschaft für den Abbruch und einen Neubau entschieden.

Noch diesen Monat soll damit begonnen werden, die Platten mit einem Kran auszuheben.
Noch diesen Monat soll damit begonnen werden, die Platten mit einem Kran auszuheben. © René Meinig

Am 30. Juni war der letzte Mieter ausgezogen. Anfang Oktober hatten die ersten Arbeiten begonnen. Derzeit beseitigen die Bauleute unter anderem Wände, Türen und Leitungen in dem Gebäude. Entfernt wird zudem der Aufzug. Die Arbeiten sind weit fortgeschritten. Am 23. November beginnt die nächste Etappe beim Abbruch, kündigt Munk an. Dann wird ein Kran die Platten des Hochhauses ausheben.

Nicht nur an der Fassade, sondern vor allem im Inneren sind derzeit Bauleute bei Abbrucharbeiten aktiv.
Nicht nur an der Fassade, sondern vor allem im Inneren sind derzeit Bauleute bei Abbrucharbeiten aktiv. © René Meinig

Ist das Gebäude bis zum vierten Obergeschoss abgebrochen, rollt ein großer Abbruchbagger an. Er wird die unteren Stockwerke bis Februar kommenden Jahres beseitigen. „Im März beginnt dann der Neubau“, kündigt Munk an. Die Baugenehmigung dafür hat die Stadt Ende Oktober erteilt. Mit der Planung hat die SWGD die Dresdner Kilian Architekten beauftragt. Vorgesehen ist ein achtstöckiger Neubau der niedriger als das alte Hochhaus wird. „Damit passt er sich optisch an das Ensemble des WTC an“, verweist der Vorstand auf einen Vorteil.

So soll der Neubau aussehen, der etwa so hoch wie das Nachbargebäude des WTC wird.
So soll der Neubau aussehen, der etwa so hoch wie das Nachbargebäude des WTC wird. © Visualisierung: Kilian Architekten

Geplant sind 47 barrierearme Zwei- bis Vierraum-Wohnungen. Die 25 Zweiraum-Wohnungen werden zwischen 47 und 50 Quadratmeter groß, die 14 Dreiraum-Wohnungen zwischen 70 und 75 Quadratmeter und die acht Vierraum-Wohnungen 84 Quadratmeter groß. Außerdem ist eine Tiefgarage mit 28 Stellplätzen und einem Autoaufzug vorgesehen. „Ende 2022 soll der Neubau fertig werden“, erklärt Munk. Mit der Vermietung soll voraussichtlich Anfang 2022 begonnen werden. Natürlich hätten auch die vorherigen Mieter die Möglichkeit, in den Neubau einzuziehen. Die Kaltmieten werden zwischen neun und zehn Euro liegen. Das ist derzeit das größte derzeitige Einzelprojekt der SWGD. Für Abriss und Neubau investiert sie rund neun Millionen Euro.

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