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Dresdner hamstern in Bibliotheken

Die Bibliotheken dürfen zwar offen bleiben, doch am Freitag war das lange Zeit unklar. Viele Familien deckten sich zur Sicherheit mit Büchern ein.

Friederike Trepte und ihr Sohn Maximilian nutzten den Freitag, um sich sicherheitshalber in der Bibliothek in Cotta mit Kinderbüchern einzudecken.
Friederike Trepte und ihr Sohn Maximilian nutzten den Freitag, um sich sicherheitshalber in der Bibliothek in Cotta mit Kinderbüchern einzudecken. © Henry Berndt

Dresden. Was ist schlimmer, als bei Regen mit kleinen Kindern zu Hause zu sitzen? Bei Regen mit kleinen Kindern zu Hause zu sitzen und keine Kinderbücher zu haben. 

Dieser Regel folgend, machten sich an diesem Freitag besonders viele Mamas, Papas und andere Leseratten auf den Weg in die Dresdner Bibliotheken. War doch lange unklar, ob auch diese Einrichtungen von den ab Montag geltenden Einschränkungen betroffen sein würden und geschlossen bleiben müssten. Erst kurz vor Schließung um 18 Uhr war klar: Sachsens Bibliotheken dürfen geöffnet bleiben. 

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In der Cottaer Bibliothek ist Hamstern momentan ganz offiziell erwünscht.
In der Cottaer Bibliothek ist Hamstern momentan ganz offiziell erwünscht. © Henry Berndt

Wie erwartet, bildeten sich am Freitag in vielen Bibliotheken zum Teil lange Schlangen. Zuvor hatten die Dresdner Bibliotheken schon mit einer ungewöhnlichen Maßnahme auf den zu erwartenden Ansturm reagiert. Für diesen einen Tagen wurde die Aufenthaltsdauer in den Bibliotheken auf 15 Minuten begrenzt, wie auf der Homepage der Stadt Dresden zu lesen war. Nur in der Zentralbibliothek im Kulturpalast war eine halbe Stunde gestattet. Ob irgendjemand diese Regelung auch überprüfen konnte oder wollte, stand auf einem anderen Blatt.

"Froh, dass es weitergeht"

Auch in der Bibliothek in Cotta war am Freitag weit mehr los als sonst an typischen Freitagen. Vor allem die Telefone hätten nicht still gestanden, sagt eine Mitarbeiterin. Und alle Anrufer hatten dieselbe Frage: Wird am Montag wieder geöffnet? Allerdings konnte das auch keiner der Angestellten wissen.

Friederike Trepte ist deswegen am Nachmittag zur Sicherheit noch mal mit ihrem vierjährigen Sohn Maximilian zur Bibliothek gefahren. Dutzende Bücher landen in ihrem Korb, vor allem Ritter und Piraten sind schwer angesagt. "Gerade wenn jetzt die Freizeitangebote erst einmal für längere Zeit eingeschränkt werden, wollen wir uns nochmal richtig gut eindecken", sagt die 35-Jährige. 

Auch andere schieben der Besuch in der Bibo lieber nicht weiter auf, sichern sich neue Hörbücher, Romane oder Spiele. Lehrer holen ihre Medienkisten für den Unterricht ab. Auch wenn in Cotta am Nachmittag zumindest niemand mehr anstehen muss, wird am laufenden Band ein- und ausgecheckt. Viele Mamas haben an ihren Beuteln weitaus mehr zu schleppen an sonst.

Und am Montag? "Wir sind sind froh, dass es für uns weitergeht", sagt die Leiterin Norma Laubner. "Wer es heute nicht mehr geschafft hat, kann uns also gern nächste Woche besuchen."

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