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Kamele fressen Hecke am Dresdner Elbepark ab

Diese Nachricht erreicht die Redaktion nicht alle Tage: Weil Kamele eine Hecke in Dresden anknabbern, hat sich ein Leser gemeldet. Was es damit auf sich hat.

Von Theresa Hellwig
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Kamele vom Circus Magic haben die Blätter an einer Hecke am Elbepark in Dresden abgegessen. Für manche ein Ärgernis - für die Kamele ein kleines Festmahl.
Kamele vom Circus Magic haben die Blätter an einer Hecke am Elbepark in Dresden abgegessen. Für manche ein Ärgernis - für die Kamele ein kleines Festmahl. © Sven Ellger

Dresden. Ein Auto landet in der einen Hecke, es gibt Ärger um Hundehaufen in einer anderen Hecke, Nachbarschaftsstreitigkeiten um zu hoch gewachsenes Grün am Grundstücksrand, neue Büsche aus Naturschutzgründen: Alles Themen, in denen Hecken bei Sächsische.de schon einmal eine Rolle gespielt haben. Kamele, die an einer Hecke knabbern, sind dann doch eher außergewöhnlich. Genau deshalb aber hat sich Gartengestalter Jochen Starke an die Redaktion gewandt.

"Kamele fressen die Hecke gegenüber Höffner kahl", berichtete er der Redaktion. Er fahre nahezu täglich an der Stelle gegenüber vom Elbepark vorbei. Und er staune darüber, dass dies so geduldet werde. Die Hecke, so seine Einschätzung, werde mindestens zwei Jahre brauchen, um wieder dicht zu wachsen. Und irgendwie sei das ja doch auch ein bisschen kurios.

Kamele am Elbepark in Dresden gehören dem Circus Magic

Was aber suchen Kamele überhaupt dort? Die Antwort liefert Zirkusdirektor Samuel Endres. Er gastiert mit seinem Circus Magic aus Brandenburg gerade auf dem Gelände. Noch bis zum Sonntag, dem 22. Oktober, sind er, sieben weitere Familienmitglieder und 25 Tiere vor Ort. Darunter: fünf mongolische Kamele.

Und die freuen sich auf dem Gelände gerade über ein Festmahl, berichtet Samuel Endres. "Mongolische Kamele sind Steppentiere", berichtet er. Es ist eine andere Art als Wüstenkamele. Und Blätter, Gebüsch, Gras, Karotten und Äpfel – das sind die Leibspeise der mongolischen Kamele, sagt er. Frisches Grün enthalte viele Vitamine für die Tiere. Oftmals gastiere der Zirkus an Orten, an denen das Grün nicht so üppig sei. Dann gebe es für die Tiere vor allem Heu und Karotten zu futtern. Auf der Wiese mit dem Gebüsch gehe es den Tieren jetzt aber richtig gut.

Mit diesem Foto wandte sich Leser und Gartengestalter Jochen Starke an Sächsische.de.
Mit diesem Foto wandte sich Leser und Gartengestalter Jochen Starke an Sächsische.de. © Jochen Starke

Dass die Tiere dort stehen, sei mit dem Besitzer der Fläche abgesprochen. Wer der Besitzer ist, will er nicht verraten – das wolle der Besitzer nicht. "Er weiß aber Bescheid und findet das in Ordnung", sagt Samuel Endres. Die Blätter, so ist der Zirkusdirektor überzeugt, würden ohnehin bald abfallen. "Die Tiere essen ja nicht den ganzen Busch", sagt er. "Das ist quasi ein natürlicher Rückschnitt."

Kamele fressen nicht zum ersten Mal am Gebüsch

Auf der Fläche am Elbepark gastiert der Zirkus in diesem Jahr zum ersten Mal. In Dresden an anderen Orten war er schon öfter. Darunter Weißig, Hellerau und eine Fläche am Seidnitz-Center. Generell sei es jedenfalls nicht das erste Mal, dass seine Kamele an einem Busch knabbern, so Samuel Endres. "Wir kennen das von anderen Flächen. Wenn wir ein Jahr später wieder vor Ort sind, sieht immer alles wieder aus wie im Vorjahr."

Neben den fünf mongolischen Kamelen hat der Zirkus noch schottische Hochlandrinder, texanische Langhornrinder und heilige Kühe aus Indien, Zebus, dabei. Auch englische Mini-Tinker, also Ponys, gehören zum Zirkus. Ebenso Ziegen und Hunde. "Uns ist wichtig, dass es den Tieren gut geht. An jedem Standort prüft übrigens auch das Veterinäramt, dass wir uns an die Vorschriften halten", sagt Samuel Endres. "Unsere Tiere kommen jeden Tag nach draußen", so der Zirkusdirektor. Auch, wenn die Kamele gerade keine Büsche abknabbern können, bekommen sie genug zu speisen, versichert er: "Wir füttern unsere Tiere morgens bereits, bevor wir überhaupt selber frühstücken."