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Neue Wirte für Brauhaus am Waldschlösschen

Gut ein Jahr lang war das Restaurant in Dresden geschlossen. Jetzt soll dort bald frischer Wind wehen.

Von Julia Vollmer
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Das Brauhaus am Waldschlösschen soll wieder öffnen.
Das Brauhaus am Waldschlösschen soll wieder öffnen. © Marion Doering

Dresden. Seit Anfang 2021 ist das Lokal am Waldschlösschen zu. Aber nicht nur wegen der Corona-Pandemie. Wer ein Bier im Biergarten auf der Neustädter Elbseite trinken wollte, musste sich lange eine Alternative suchen. Das bekannte Brauhaus am Waldschlösschen soll nun wieder belebt werden. Ein neuer Wirt ist gefunden.

Mit Janet und Maik Kosiol übernehmen bekannte Dresdner Gastronomen das Traditionshaus oberhalb der Elbe nahe der Waldschlösschenbrücke. "Den Biergarten wollen wir gerne zum 1. April eröffnen, den Rest des Hauses im ersten Halbjahr dieses Jahres", so Kosiol. Vermieter der Räumlichkeiten ist die Brauerei Paulaner, die auch das Bier für das Lokal braut. Der Pachtvertrag mit dem Vorgängerbetreiber, der Waldschlösschen Rank & Büttig GmbH, lief mitten im zweiten Lockdown aus. "Als ich vom Auslaufen des Vertrages hörte, habe ich Kontakt zu Paulaner aufgenommen und die Verhandlungen begannen", so Kosiol.

Franchise-Prinzip von "Paulaner" soll erprobt werden

Der erfahrene Wirt Kosiol wagt mit dem Waldschlösschen das erste Mal das Prinzip Franchise. Das heißt, Inneneinrichtung, Speisen und Getränke und Outfit der Kellnerinnen und Kellner sind vorgegeben und überall einheitlich.

Paulaner hat unter anderem auch Bräuhäuser in Singapur und China. "Die Inneneinrichtung wird komplett umgestaltet, gerade laufen in den letzten Planungen für die Inneneinrichtung", so Kosiol. Er und seine Frau investieren eine mittlere sechsstellige Summe, Paulaner nochmal eine siebenstellige.

Unter anderem soll es eine neue Küche geben. "Durch des Franchise-Konzept brauchen wir für das Speiseangebot auch eine komplett neue Küche mit hochentwickelter Software und Geräten", sagt Kosiol. Daher kann er auch noch keinen genauen Eröffnungstermin für die Innengastronomie benennen, da die Lieferfristen der Geräte und Materialien in der jetzigen Coronalage noch nicht absehbar seien.

Personal für Wirtshaus gesucht

Sitzplätze gibt es mit rund 380 im Innenbereich , 200 auf der Terrasse und nochmal 350 im Biergarten viele. Dafür brauchen Janet und Maik Kosiol auch Personal. "Wir suchen gerade Köche und Kellner und freuen uns über Bewerbungen", sagt er. Diese nimmt er per Mail entgegen. Auf der Karte sollen bayrische Klassiker wie Bretzeln, Obazda und Haxe stehen.

Janet und Maik Kosiol in ihrem Lokal Zum Schwan an der Frauenkirche Dresden.
Janet und Maik Kosiol in ihrem Lokal Zum Schwan an der Frauenkirche Dresden. © René Meinig

Das Traditionslokal am Waldschlösschen ist seit 1997 Anlaufstelle für Touristen und Stammkunden, die von der Anhöhe in der Radeberger Vorstadt aus den Blick ins Elbtal und auf die Dresdner Altstadt genießen.

Janet und Maik Kosiol wollen das Lokal als Familienlokal führen. "Auch unsere Tochter steigt mit ein." Die beiden haben Anfang 2019 das Italienische Dörfchen von Wirt Uwe Wiese übernommen. Dieser gab nach 25 Jahren auf. Die offizielle Begründung: Seine beiden Mitgesellschafter wollen aus Altersgründen nicht mehr.

Wirt betreibt bereits mehrere Dresdner Wirtshäuser

Mit Maik Kosiol übernimmt jetzt ein erfahrener Gastronom das Haus am Waldschlösschen. Gemeinsam mit seiner Frau Janet betreibt er außerdem die Elbterrasse Wachwitz, den Schwan am Neumarkt, das Brunetti, das Kitzo Alpenstüberl und das Brunetti. Das Luckner Parkrestaurant schloss er 2019 vor der Übernahme des Italienischen Dörfchens.

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Um die vorübergehende Schließung des Waldschlösschens 2021 sponnen sich zunächst Geheimnisse. Auf der Homepage stand damals: "Aufgrund der umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen des Hauseigentümers bleibt das Brauhaus ab 1. Februar voraussichtlich bis September 2021 geschlossen." Allen Mitarbeiter wurden gekündigt, der Pachtvertrag zwischen dem bayrischen Eigentümer und der Waldschlösschen Rank & Büttig GmbH ist beendet. Geschäftsführer Thoralf Rank, der neben dem Brauhaus acht weitere Restaurants in Dresden betreibt, unter anderem die Kurfürstenschänke und die Gastronomie im Coselpalais, sprach damals zunächst von einer Pause, in der die Karten neu gemischt werden.