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Dresdner bringt Beete im Kleingarten zum Klingen

Dass die Kleingartenwelt mehr zu bieten hat als Kartoffeln und Gartenzwerge, beweisen am Wochenende die Parzellenkonzerte.

Kristian Eicke wird am Sonntag eine Parzelle der Kleingartenanlage Flora I zum Tonstudio machen.
Kristian Eicke wird am Sonntag eine Parzelle der Kleingartenanlage Flora I zum Tonstudio machen. © Sven Ellger

Dresden. In diesem Garten wächst vieles, aber keine Mikrofone. Während Rosenkohl, Hokkaido-Kürbisse und Kapuzinerkresse in der Parzelle teils wild durcheinander wachsen, sind die schwarzen Puschel auf Ständern nur zu Gast.

Kristian Eicke, Student der Musikwissenschaft an der TU Dresden, will in einer Art Live-Installation einen Kleingarten zum Klingen bringen. Der 27-Jährige spielt Gitarre und Klavier, hat sich in letzten Zeit aber zunehmend der elektronischen Musik verschrieben. Hier im Garten stattet er nun eine pink blühende Amaranth-Pflanze mit Tonabnehmern aus. Das sind kleine Metallscheiben, die Vibrationen aufnehmen.

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Mit den Mikrofonen nimmt er dazu alle Umgebungsgeräusche auf. Summende Bienen, zwitschernde Vögel, das Rauschen des Windes, aber auch die Unterhaltungen von Besuchern. Letztere soll es am Sonntag möglichst viele geben, wenn Kristian Eicke sein Projekt als Teil des sogenannten Parzellen-Pops in die Tat umsetzt.

Die Dresdner Band Bergen wird beim Parzellen-Pop im Kleingartenverein drei Kurzkonzerte spielen.
Die Dresdner Band Bergen wird beim Parzellen-Pop im Kleingartenverein drei Kurzkonzerte spielen. © PR/Matthias Popp

Zum zweiten Mal lädt der Kleingartenverein Flora I gemeinsam mit dem Kunsthaus Dresden zu einem außergewöhnlichen musikalischen Sonntag ein. Bei den Gartenkonzerten treffen am 12. September von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr Folkjazz, elektronische Avantgardemusik und Cello-Suiten des italienischen Frühbarock auf Apfelbaum und Kartoffelbeet.

In dem Striesener Kleingartenverein zwischen Wormser und Wittenberger Straße öffnen die Pächter ihre privaten Freiluftwohnzimmer. Der Verein ist seit Jahren bekannt dafür, über den eigenen gärtnerischen Tellerrand hinauszuschauen. Zweimal wurde man schon zur schönsten Kleingartenanlage der Stadt gekürzt. 2017 gewann man darüber hinaus auch den sachsenweiten Wettbewerb.

Mit "Parzelle 3" hat seit kurzem auch das Kunsthaus Dresden eine Außenstelle im Verein, die Kunst- und Naturliebe zueinander bringt. Genau der richtige Ort für Kristian Eicke, der nahe Zwickau auf dem Dorf aufwuchs und vor sieben Jahren nach Dresden kam. "Mit meiner Installation will ich mich selbst ausprobieren", sagt er. "Man kann vorher nie wissen, welche Geräusche einen erwarten. Das ist das Faszinierende dabei."

Rundgang samt Installation ist kostenlos

Die Plätze für die Parzellenkonzerte sind begrenzt, doch es gibt es noch Kapazitäten. Der Eintritt kostet 4 Euro pro Konzert. Tickets sind auf dem Vorplatz des Gartenlokals El Horst an der Bergmannstraße erhältlich. Die Auftritte sind jeweils 20 Minuten lang. Jeder Künstler spielt dreimal im Zeitraum zwischen 15 und 17 Uhr.

Die Teilnahme an einem geplanten Rundgang zwischen Feuchtbiotop, Kräuterwegen, Miniatur-Weinanbaugebiet und künstlerischen Projekten samt Miniaturkonzerten ist derweil kostenlos. Dabei wird man auch Kristian Eicke und seine geräuschvollen Amaranth-Pflanzen erleben können.

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Bei den eigentlichen Parzellenkonzerten sind unter anderem die Dresdner Band Bergen dabei, die sich selbst musikalisch zwischen Folk-Pop und Schlager einordnet. Die Multi-Instrumentalistinnen Fama M’Boup und Anna-Lucia Rupp entwerfen derweil mit ihrem Projekt Olicía einen völlig eigenen Klangkosmos im Bereich des „Electronic Handmade Loopjazz“. Was das genau bedeutet, kann man wohl nur mit eigenen Ohren vor Ort erfahren.

Alle Informationen zum Programm und den Künstlern gibt es online.

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