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Sicherer Schillerplatz für Radfahrer?

Der Radweg in der Hüblerstraße ist nicht durchgängig - das wollte die Stadt ändern. Warum bislang nichts passiert ist.

An dieser Stelle haben Radfahrer in der Hüblerstraße ein Problem: Der Radweg endet vor parkenden Autos.
An dieser Stelle haben Radfahrer in der Hüblerstraße ein Problem: Der Radweg endet vor parkenden Autos. © Sven Ellger

Dresden. Dieses Problem hat Dresdens scheidender Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) nicht mehr lösen können. So wird es nun Aufgabe seines Nachfolgers Stephan Kühn (Grüne) sein, die Hüblerstraße am Schillerplatz zum sicheren Pflaster für Radfahrer zu machen. Seit reichlich einem Jahr gibt es in der Hüblerstraße einen Radweg in Richtung Blaues Wunder - allerdings ist er nicht durchgängig, sondern endet unvermittelt vor parkenden Autos. 

Denn, und das ist das Kernproblem an dieser Stelle, die Händler wollten nicht auf alle Parkplätze direkt vor ihren Läden verzichten. Also wurde mit dem unterbrochenen Radweg eine Art Kompromiss gemacht. 

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Der nicht ganz ungefährlich ist. Weichen die Radfahrer an dieser Stelle plötzlich auf die Fahrbahn aus, fahren sie direkt in den Gegenverkehr der Einbahnstraße. Auch für die Autofahrer eine unübersichtliche Situation. 

Stadt hat Gefahrenstelle erkannt

Schon kurz nach der Öffnung des Radweges hatte auch die Stadt das Problem in der Hüblerstraße erkannt. Lange passierte nichts - außer, dass Radfahrer immer wieder auf die Gefahrenstelle hinwiesen. Im Juni dieses Jahres rief der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) zu einer Demo in der Hüblerstraße auf. 

Seit 2004 hatte sich der ADFC dafür eingesetzt, dass Radfahrer auch in der Gegenrichtung durch die Hüblerstraße fahren können. Seit die Straßenverkehrsordnung 1997 dementsprechend geändert wurde, dürfen Einbahnstraßen für Radfahrer freigegeben werden. Mit der jetzigen Lösung ist der ADFC allerdings nicht einverstanden.

Mitte Juni demonstrierten gut 100 Radfahrer in der Hüblerstraße und forderten eine sichere Lösung für die Einbahnstraße, die sie in Richtung Schillerplatz durchfahren dürfen - allerdings nicht auf einem durchgängigen Radstreifen.
Mitte Juni demonstrierten gut 100 Radfahrer in der Hüblerstraße und forderten eine sichere Lösung für die Einbahnstraße, die sie in Richtung Schillerplatz durchfahren dürfen - allerdings nicht auf einem durchgängigen Radstreifen. © Archiv: Christian Juppe

Gespräch mit Händlern steht noch aus

Noch am Abend der Demo hatte Baubürgermeister Schmidt-Lamontain im Stadtbezirksbeirat Blasewitz in Aussicht gestellt, dass der durchgängige Radweg noch in diesem Jahr auf der Fahrbahn markiert werden soll. Dafür müssten weitere 13 Parkplätze wegfallen, davon acht Kurzzeitparkplätze. 

Eine Prüfung der Tiefgarage Schillergalerie habe ergeben, dass sie selbst zu Spitzenzeiten nie mehr als 40 Prozent ausgelastet ist, so Schmidt-Lamontain. Das Be- und Entladen von Lkw für die Geschäfte soll künftig nur noch auf der nördlichen Fahrbahnseite der Hüblerstraße möglich sein.

Schmidt-Lamontain räumte zur damaligen Sitzung aber ein, dass ein Gespräch mit den Händlern noch aussteht. Dass sie vom Wegfall der Parkplätze vor ihren Läden nur mäßig begeistert sein werden, ist kein Geheimnis. Das Gespräch hat denn bis jetzt auch noch nicht stattgefunden, wie die Stadtverwaltung jetzt auf SZ-Anfrage mitteilt.

Aufgabe für neuen Baubürgermeister

Offenbar ist in dieser Sache noch nicht das letzte Wort gesprochen und die von Schmidt-Lamontain präsentierte Lösung keineswegs die endgültige. "Der zuständige Fachbereich untersucht noch weitere Varianten zur Lösung des Problems, momentan liegt noch kein Ergebnis vor", heißt es dazu aus dem Geschäftsbereich Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften. 

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Schmidt-Lamontain habe seinen Nachfolger Stephan Kühn gebeten, sich dieser Thematik anzunehmen. "Dazu zählt auch das Gespräch mit den anliegenden Einzelhändlern." Wann er das führen wird, ist noch unklar: Kühn wird seinen Dienst als neuer Dresdner Baubürgermeister am 19. Oktober antreten. 

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