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Mehr Krafträder und mehr Unfälle in Dresden?

Seit Jahren steigt die Zahl der Mopeds, Roller und Motorräder in der Stadt. Die Zweiradfahrer leben gefährlich, sie sind weniger geschützt. Welche Folgen das hat.

Bei diesem Unfall wurde im Mai ein Motorradfahrer in Dresden schwer verletzt.
Bei diesem Unfall wurde im Mai ein Motorradfahrer in Dresden schwer verletzt. © Archiv/Roland Halkasch

Dresden. Es passiert an einem sonnigen Tag im Mai und an einer Straßenmündung, an der es nicht das erste Mal kracht. An der Ecke Bautzner Straße/Stolpener Straße stoßen ein Auto und ein Motorrad zusammen. Das Motorrad fährt auf der Bautzner stadteinwärts, das Auto kommt aus der Stolpener und biegt auf die Bautzner Straße ein. Dabei kracht es: Die grüne Kawasaki trifft die linke Seite des Autos. Der Motorradfahrer fliegt über das Auto und landet auf dem Asphalt. Schwer verletzt kommt er in ein Krankenhaus, der Autofahrer bleibt unverletzt. Der Ford Focus wird ebenso wie das Bike schwer beschädigt.

Wie sich die Unfallzahlen entwickeln

Das war einer von 136 Unfällen zwischen Anfang Januar und Ende November 2020, an dem ein Kraftrad mit mehr als 125 Kubikzentimeter Hubraum beteiligt war und bei dem eine Person schwer verletzt wurde. Zwei Menschen kam in dieser Zeit bei Unfällen mit schweren Maschinen ums Leben. Schwer verletzt wurden insgesamt 23, weitere 46 erlitten leichte Verletzungen.

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Die Zahl der Unfälle ähnelt dem, was in der Polizeistatistik für die zwei vorangegangenen Jahre steht. 2019 waren es zwischen Januar und November ebenfalls 136 Unfälle, 2018 war diese Zahl etwas höher - 171 haben die Beamten registriert. Allerdings kam in diesen zwei Jahren bei solchen Unfällen niemand ums Leben.

Bei leichteren Krafträdern, also bei Zweirädern, die höchstens 125 Kubikzentimeter Hubraum hatten, sind die Zahlen gesunken. Zu solchen Fahrzeugen gehören zum Beispiel Simson-Mopeds und viele Roller. 196 Unfälle registrierte die Polizei 2018. Im vergangenen Jahr waren es noch 183, in diesem Jahr 165.

Warum sich die Zahlen kaum noch ändern

Die Zweiradsaison ist fast vorbei. Nur ganz Hartgesottene sind jetzt noch mit dem Moped, dem Roller oder dem Motorrad unterwegs. Dazu gehören vor allem Dresdner, für die das Zweiradfahren mehr als ein Hobby ist.

Eine Reihe Motorräder ist jetzt schon deswegen nicht mehr auf den Straßen auf Achse, weil Saisonkennzeichen die Nutzungsdauer begrenzen. Wer ein solches Nummernschild hat, fährt in der Regel bis Ende Oktober oder November, dann wird das Fahrzeug bis zum Frühjahr auf einem trockenen Stellplatz geparkt.

Die Unfallzahlen beeinflusst der Monat Dezember deshalb kaum noch, die Ergebnisse bis zum November beschreiben die Jahresentwicklung deshalb zu annähernd 100 Prozent genau.

Gleichbleibende oder leicht sinkende Zahlen sind eine gute Nachricht. Vor allem deshalb, weil immer mehr Menschen ein Kraftrad besitzen. Das belegt die Statistik zum Fahrzeugbestand. Die Stadtverwaltung hat auf ihrer Internetseite dazu eine über mehrere Jahre reichende Zahlenreihe veröffentlicht. Demnach waren Ende 2019 in Dresden 15.379 Krafträder in Betrieb. 2018 waren es knapp 15.000 und 2017 etwa 14.600. Seit Jahren steigen die Zahlen jeweils um mehrere Hundert binnen zwölf Monaten.

Kein Unterschied zum gesamten Freistaat

Diese Entwicklung belegen auch die Zahlen des Statistischen Landesamtes in Kamenz, das jeweils am 1. Januar jedes Jahres das aktuelle Ergebnis für den gesamten Freistaat meldet. Demnach waren Anfang Januar 2020 in Sachsen 180.950 Krafträder gemeldet. Zwölf Monate zuvor waren es knapp 176.500 und für Anfang 2017 stehen etwas mehr als 172.250 in der Statistik.

Bei etwa gleichbleibenden Unfallzahlen für Dresden - es sind etwa 15.000 pro Jahr - bedeutet das, dass die vielen neuen Moped-, Roller- und Motorradfahrer umsichtig unterwegs sind und es ihnen gelingt, Unfälle zu vermeiden.

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Das gilt gleichermaßen für die Autofahrer, deren Zahl in Dresden auch steigt, die aber auf vier Rädern deutlich sicherer und besser geschützt sind, als die Verkehrsteilnehmer, die nur auf zwei Rädern durch die Stadt balancieren.

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