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Weißeritz wird zum Fischparadies

Der Ausbau von Dresdens gefährlichstem Fluss ist abgeschlossen. Was dabei für die Wassertiere getan wurde.

Freigegeben ist jetzt die Fischaufstiegsanlage, die rechts im Foto zu sehen ist. Sie musste gebaut werden, da das benachbarte Wehr nicht komplett abgerissen werden konnte. Jetzt können Fische flussaufwärts schwimmen.
Freigegeben ist jetzt die Fischaufstiegsanlage, die rechts im Foto zu sehen ist. Sie musste gebaut werden, da das benachbarte Wehr nicht komplett abgerissen werden konnte. Jetzt können Fische flussaufwärts schwimmen. © Sven Ellger

Dresden. Die Landestalsperrenverwaltung (LTV) hat die Weißeritz zwischen Altplauen und der Mündung in die Elbe auf einer Länge von 4,7 Kilometern so ausgebaut, dass sie selbst eine 500-jährliche Flut wie 2002 sicher ableiten kann. Aber nicht nur für Menschen, sondern auch für Fische und andere Wasserlebewesen bringt das enorme Vorteile. 

Denn im Zuge der Arbeiten, die 2009 begonnen hatten, wurde das Flussbett nicht nur um bis zu 1,5 Meter ausgebaggert und wieder befestigt. Außerdem haben die Wasserbauer kleine Wehrschwellen als Hindernisse für Fische und andere Wassertiere beseitigt sowie Fischaufstiegsanlagen gebaut. Geschaffen wurden auch Ruhezonen. Dadurch haben die Tiere einen besseren Lebensraum im Fluss.

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Fische sollen jetzt von der Mündung wieder flussaufwärts schwimmen können. Deshalb wurde am Donnerstagvormittag an der Mündung in die Elbe eine 180 Meter lange Fischaufstiegsanlage aus Beton, Natursteinen und kleinen Becken auf der linken Flussseite freigegeben. 

Symbolisch schwebte am Kranarm ein Stahlplatte empor, die die Aufstiegsanlage bisher für Fische verschlossen hatte. „Nach zehn Jahren Bauzeit ist das der Moment, an dem wir die Weißeritz wieder ökologisch durchgängig machen“, sagte Projektleiter Christoph Rauch von der Landestalsperrenverwaltung (LTV).

„Ich bin froh, dass die Fischaufstiegsanlage in Betrieb genommen wurde“, erklärte Jean Signer von der Fischereibehörde des Landesamtes für Umwelt und Geologie. Das sei ein kleiner Mosaikstein, um die Weißeritz für Fische wieder in einen besseren Zustand zu versetzen. Fische schwimmen zwar aus den oberen Abschnitten auch den Fluss hinab. Jetzt können sie ihn aber auch wieder aus Richtung Elbe erreichen. Im großen Strom gibt es 42 Fischarten. Etwa 20 davon schwimmen die Weißeritz hinauf. Dabei handelt es sich unter anderem um Forellen, Quappen, Döbel, Plötzen, Bleie und Güster, erläutert der Experte.

Die bis 2012 errichtete Fischaufstiegsanlage konnte jetzt erst geöffnet werden, da die Weißeritz flussaufwärts bis zu diesem Jahr ausgebaut wurde. Am Donnerstag schwebte diese Stahlplatte am Kranarm empor, die die Fischtreppe bisher verschlossen hatte.
Die bis 2012 errichtete Fischaufstiegsanlage konnte jetzt erst geöffnet werden, da die Weißeritz flussaufwärts bis zu diesem Jahr ausgebaut wurde. Am Donnerstag schwebte diese Stahlplatte am Kranarm empor, die die Fischtreppe bisher verschlossen hatte. © Sven Ellger

Die Aufstiegsanlage, die auch als Fischtreppe bezeichnet wird, war bereits beim Ausbau dieses Abschnitts an der Hamburger Straße zwischen 2010 und 2012 errichtet worden. Doch da die Weißeritz flussaufwärts noch ausgebaut wurde, konnte sie erst jetzt geöffnet werden.

Im Zuge des Ausbaus wurden dort Hindernisse für Fische beseitigt. Unterhalb der Brücke Hamburger Straße wurde eine Betonschwelle, ein sogenannter Sohlabsturz, abgerissen. Eine zweite, 2,5 Meter hohe Betonschwelle im Fluss konnte oberhalb der Brücke zwar um 70 Zentimeter tiefer gelegt werden. Ganz abgerissen wurde das Bauwerk aber nicht, da darunter der Haupt-Abwasserkanal verläuft. 

Deshalb wurde die Fischtreppe gebaut. Diese führt als Niedrigwasserrinne an der Betonschwelle vorbei. So bleibt die Weißeritz auch bei niedrigem Pegel für Wasserlebewesen flussaufwärts passierbar. Für die Anlage wurden knapp 1,5 Millionen Euro vom Freistaat und aus dem EU-Fonds für Regionalentwicklung investiert.

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Auch am Weißeritzknick unterhalb der Kesselsdofer Straße wurde beim Ausbau eine 70 Zentimeter hohe Betonschwelle abgerissen. Damit hatten die Wasserbauer auch dort ein Hindernis beseitigt, damit die Fische flussaufwärts schwimmen können. Rechts und links der gepflasterten Mittelwasserrinne wurde das Flussbett mit Steinen befestigt. In diesen ruhigeren Zonen können sich jetzt Fische und andere Kleinlebewesen tummeln. Derzeit werden am Weißeritzknick die letzten Arbeiten an der Freifläche ausgeführt. So werden der Blitzschutz an den Geländern montiert und Fundamente für die Bänke gesetzt. Der Weg soll am 12. November wieder freigegeben werden.

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