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Nachschub für Dresdens Flüsse und Bäche

Nach einer extrem trockenen Phase wurde es ziemlich nass. In welchen Monaten es zu wenig oder zu viel und an welchem Tag es gleich 18 Stunden am Stück regnete.

Der starke Regen hat die Elbe anschwellen lassen. Das ist auch am Pegel an der Pillnitzer Schlosstreppe zu sehen. Derzeit steht die Elbe bei 2,44 Metern.
Der starke Regen hat die Elbe anschwellen lassen. Das ist auch am Pegel an der Pillnitzer Schlosstreppe zu sehen. Derzeit steht die Elbe bei 2,44 Metern. © Foto: SZ/Peter Hilbert;

Dresden. Derzeit ist der Himmel zwar bewölkt, doch Regen ist in Dresden erst wieder für Freitag angekündigt. Allerdings ist in diesem Monat schon genug davon herab geprasselt. So hat es in der vergangenen Woche ab Dienstagabend 24 Stunden lang geregnet. Beispielsweise in Obergorbitz kamen in dieser Zeit 51 Liter je Quadratmeter herunter. Statistisch gesehen fällt so ein Regen nur einmal jährlich. Das füllt aber wieder ausgetrocknete Bäche und lässt die Pegel der Elbe und auch anderer Flüsse steigen.

In dieser Zeit bis Mittwochabend wurde dort mehr Niederschlag gemessen, als im gesamten September. Da waren es in Dresden durchschnittlich 47.9 Liter. Das geht aus dem aktuellen Bericht der Stadtentwässerung hervor, die den Niederschlag im Stadtgebiet seit 1996 erfasst. Die Werte zeichnet sie an 19 Messstationen genau auf, die Regenschreiber genannt werden. 

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Nach vielen zu trockenen oder zu nassen Monaten war der September wieder recht normal. Dennoch gab es auch in dem Monat Extreme.
Nach vielen zu trockenen oder zu nassen Monaten war der September wieder recht normal. Dennoch gab es auch in dem Monat Extreme. © SZ Grafik

Die Messwerte zeigen, dass die mittlere Niederschlagssumme aller Regenschreiber 97 Prozent des langjährigen Wertes des Deutschen Wetterdienstes (DWD) entspricht, erläutert Udo Zimmermann von der Stadtentwässerung, der für die Auswertung der Daten zuständig ist. Die benötigt der Entsorger unter anderem für die langfristige Planung des Kanalnetzes und der Anlagen.

Nasser Februar, trockener April

Damit liegt der September nach einer langen Phase der Extreme wieder beim langjährigen DWD-Durchschnitt für diesen Monat, der 49.6 Liter je Quadratmeter beträgt. Besonders stark hatte es dieses Jahr im Februar geregnet, als 87,3 Liter fielen. Damit wurde die zweieinhalbfache Menge gegenüber dem langjährigen DWD-Wert für diesen Monat gemessen. Das war der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnung 1996.

Völlig anders war es im April, als nur 6,4 Liter Regen je Quadratmeter gemessen wurden. Der langjährige Durchschnitt für den Monat liegt bei 47,3 Litern. Damit war der April der zweittrockenste Monat seit Beginn der Niederschlagsaufzeichnung durch die Stadtentwässerung. Nur im April 2007 war mit 1,2 Litern je Quadratmeter noch weniger Regen gefallen.

Ein Starkregen, der nur einmal im Halbjahr fällt

Extrem trocken war es auch im Juli, als mit 17 Litern nur 21 Prozent des langjährigen DWD-Wertes gemessen wurden. Der August war hingegen sehr nass. Pro Quadratmeter fielen 99,5 Liter Regen statt der im August üblichen 77,9 Liter. Damit war der August der zehnt nasseste seit 1961. Starkregen und Gewitter prasselten überwiegend in lokal begrenzten Gebieten herab.

Wenn der vergangene Monat im Durchschnitt auch recht normal war, gab es dennoch Extreme. So regnete es am 26. September 18 Stunden lang im gesamten Stadtgebiet. Das war Zimmermann zufolge ein Starkregen, der nur einmal im Halbjahr fällt. Drei Tage zuvor war der Dresdner Südosten von einem noch stärkeren Niederschlag betroffen. 

In Nickern und Lockwitz wurde ein 20-jährlicher Regen gemessen, der eben nur alle 20 Jahre kommt. Da der Maltengraben randvoll war, hatte es deshalb eine Überschwemmung am Lockwitzer Kalmusring gegeben.

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An den Dresdner Messstationen gab es wie üblich auch im September sehr unterschiedliche Werte. Das belegt die Statistik. Am meisten hatte es in Nickern (69.8 Liter/Quadratmeter), in Naußlitz (64,2 Liter) und Tolkewitz (60,2 Liter) geregnet. Der wenigste Niederschlag wurde an den Messstationen Cossebaude (40,2 Liter), Coschütz (40,5 Liter) sowie Trachau und in der Altstadt mit jeweils 41,2 Litern je Quadratmeter aufgezeichnet.  

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