merken
PLUS Sport

Dresdens Top-Klubs und der Kampf um Zuschauer

Die Rückkehr der Fans in die Hallen ist verhalten. Nun finden auch noch drei Spiele am Sonntag zeitgleich statt, und die Vereine gehen in die Offensive.

Die Zeit mit den Pappkameraden auf den Tribünen ist vorbei. Auch Dresdens Handballer, hier mit Mindaugas Dumcius, dürfen wieder vor Zuschauern spielen. Nur verläuft die Rückkehr der Fans bislang verhalten – nicht nur beim HC Elbflorenz.
Die Zeit mit den Pappkameraden auf den Tribünen ist vorbei. Auch Dresdens Handballer, hier mit Mindaugas Dumcius, dürfen wieder vor Zuschauern spielen. Nur verläuft die Rückkehr der Fans bislang verhalten – nicht nur beim HC Elbflorenz. © Lutz Hentschel

Dresden. Volleyball, Handball, Eishockey – an diesem Sonntag hat der Sportfan die Qual der Wahl. Wohin geht er bloß? Zu den DSC-Frauen, zu den Elbflorenz-Handballern oder doch zu den Eislöwen? Monatelang durften die Fans coronabedingt gar nicht in die Hallen, nun ballt sich an einem Wochenende der Profisport in Dresden. Der Ausnahmefall tritt ein – drei Top-Klubs spielen zeitgleich in der Stadt.

Die Zweitliga-Handballer treffen in der Ballsportarena um 17 Uhr auf Rostock und hoffen, ihre kleine Negativeserie stoppen zu können. Nur zweihundert Meter weiter stadtauswärts treffen zur selben Zeit die Dresdner Eislöwen auf Kaufbeuren. Und am anderen Ende der Stadt empfängt der Dresdner SC nur eine halbe Stunde später im ersten Heimspiel der Saison die Volleyballerinnen aus Aachen.

Anzeige
Energiegeladen zu Dynamo
Energiegeladen zu Dynamo

Auto-Hammer schickt dich und zwei Freunde exklusiv mit persönlichem Chauffeur zum Dynamo-Heimspiel am 30. Oktober. Elektrisch und inklusive VIP-Karten.

Die Sorge, dass man sich durch die Fülle an Sportereignissen gegenseitig Fans wegnehmen könnte, haben die Vereine aber weniger. „Überhaupt wieder Zuschauer in die Halle zu bekommen, ist das größere Problem als die Überschneidung der Partien“, erklärt Elbflorenz-Manager Karsten Wöhler auf SZ-Anfrage.

Handballer hoffen aufs Ostduell

Die Rückkehr der Fans verläuft bislang beim Zweitligisten verhalten. 956 Zuschauer sind unter Corona-Bedingungen erlaubt, aber zu den ersten beiden Heimspielen kamen lediglich 619 und 642 Fans in die Ballsportarena. Für die Partie gegen den siebenfachen Handballmeister der DDR Rostock ist Wöhler aber leicht optimistisch, „dass wir an die 1.000 Zuschauer rankommen, also ausverkauft sind“.

Am Sonntag wären durch eine zusätzlich ausgefahrene Tribüne sogar 980 Besucher möglich. Nach dem Sommer sei der Ticketverkauf immer schleppend angelaufen – in diesem Jahr besonders.

Bei den Eislöwen wurde beim ersten Heimspiel mit 1.406 Zuschauern das Kartenkontingent (2.206) noch längst nicht ausgeschöpft. „Allerdings haben die 1.406 Besucher eine Stimmung wie 4.412 Besucher entfacht“, findet Eislöwen-Geschäftsführer Maik Walsdorf. Dass am Sonntag drei Klubs zeitgleich um die Gunst der Sportinteressierten buhlen, sei „unglücklich, aber Sorge haben wir nicht, da die Schnittmenge zwischen Volleyball-, Handball- und Eishockey-Fans nach unserer Erfahrung relativ gering ist“.

Noch zweimal in dieser Saison – am 26. Dezember und am 6. Februar – tritt dieses Szenario ein, dass die Handballer und die Eislöwen nur wenige Hundert Meter auseinander zeitgleich spielen. Verhindern lässt sich das nicht. Die Spielpläne aus unterschiedlichen Sportarten im Vorfeld abzustimmen, ist illusorisch. Walsdorf sieht ähnlich wie sein Handball-Kollege die Herausforderung, nach der Corona-Pandemie überhaupt wieder eine halbwegs volle Halle zu bekommen. „Wichtiger ist aktuell, dass wir alle gemeinsam die sportinteressierten Zuschauer wieder in die Arenen ziehen und von der Couch holen“, sagt er.

DSC-Geschäftsführerin wundert sich über Nachfragen

Beim Dresdner SC ist man noch ein wenig an- und gespannt, vor wie vielen Fans die Volleyballerinnen ihre erste Bundesliga-Partie zu Hause in dieser Saison bestreiten werden. Der Vorverkauf sei gut angelaufen, meint DSC-Geschäftsführerin Sandra Zimmermann, wundert sich aber über viele Nachfragen, ob es überhaupt noch Eintrittskarten gibt. „Aufgrund der unterschiedlichen Regelungen müssen wir viel aufklären. Viele denken, die Tickets sind schon vergriffen.“ Das Gegenteil ist der Fall. Bis zu 1.400 Zuschauer dürfen in der aktuellen Situation zugelassen werden.

DSC-Geschäftsführerin Sandra Zimmermann animiert die Fans, wieder in die Halle zu kommen.
DSC-Geschäftsführerin Sandra Zimmermann animiert die Fans, wieder in die Halle zu kommen. © Lutz Hentschel

Zur etwas ungewohnten Zeit am Sonntagnachmittag treten die Dresdnerinnen gegen Aachen an. „Aus sportlichen Gründen“, erklärt Zimmermann, habe man sich für diesen Termin entschieden. Der deutsche Meister hatte erst am Mittwochabend sein erstes Bundesligaspiel in Wiesbaden bestritten. Die Mannschaft war trotz der schnellen Niederlage in drei Sätzen erst in den frühen Morgenstunden zurück.

Weil der DSC bereits am Sonntag in Schwerin den Supercup gespielt und gewonnen hatte, entschied sich Trainer Alexander Waibl für den spätesten Ansetzungstermin und damit die größtmögliche Erholungszeit für seine Spielerinnen. Da ist es unwahrscheinlich, dass sich der sechsmalige deutsche Meister noch mit den anderen Klubs in der Stadt abstimmt.

Weiterführende Artikel

Dynamo: Stadionbesucher müssen Tests selber zahlen

Dynamo: Stadionbesucher müssen Tests selber zahlen

Der Verein beteiligt sich nicht an den Kosten. Die Eislöwen bieten dagegen einen Sondertarif an. Und RB Leipzig setzt ab November konsequent auf die 2G-Regel.

Eislöwen gelingt zweiter Heimsieg

Eislöwen gelingt zweiter Heimsieg

Gegen Kaufbeuren laufen die Dresdner zweimal einem Rückstand hinterher. Am Ende erlöst der Kapitän Fans und Team. Auch Weißwasser holt drei Punkte.

Dynamo erklärt, warum es bei der 3G-Regel bleibt

Dynamo erklärt, warum es bei der 3G-Regel bleibt

Zu den Heimspielen sollen weiterhin auch negativ auf das Coronavirus getestete Zuschauer ins Stadion dürfen. Das hat auch etwas mit dem Leitbild des Vereins zu tun.

Warum die Vereine auf volle Ränge verzichten

Warum die Vereine auf volle Ränge verzichten

Die Profiklubs in Ostsachsen dürften ihre Hallen wieder komplett mit Zuschauern füllen, lehnen das aber ab – auch Dynamo. Warum nur?

Anders als bei den Handballern und Eislöwen haben beim DSC auch Fernsehzeiten und Termine im Europapokal noch Einfluss auf den Spielkalender. „Es ist ein aussichtsloser Kampf, dass wir allein entscheiden, wann wir zu Hause spielen“, sagt Zimmermann.

Mehr zum Thema Sport