merken
PLUS Sport

Ein Etappensieg im Kampf gegen den Krebs

Trainer Elvir Jugo hat nach dem schlimmsten Tag seines Lebens neue Hoffnung. Eine Spendenaktion bringt 45.000 Euro.

Elvir Jugo ist einer der bekanntesten Trainer der Region.
Elvir Jugo ist einer der bekanntesten Trainer der Region. © Archiv: Marko Förster

Dresden. Seit fünf Monaten kämpft Elvir Jugo gegen den Magenkrebs und die Metastasen in seinem Körper an. „Eine Zeit mit vielen Schmerzen, Tränen, großer Traurigkeit, aber jetzt auch wieder mit Hoffnung“, sagt der vierfache Familienvater.

Mehrere Chemotherapien musste der 42 Jahre alte Sportdirektor und Nachwuchstrainer des SC Borea Dresden bereits über sich ergehen lassen. In der vergangenen Woche stand eine erneute Computertomografie (CT) an – und die Ergebnisse waren „super für mich. Alle Metastasen sind kleiner geworden, bis auf eine an der Blase. Es ist wie ein Etappensieg“, sagt Jugo, der vor 26 Jahren mit seinen Eltern nach Deutschland gekommen war, nachdem er zuvor eineinhalb Jahre den Krieg in Jugoslawien erleben musste.

Anzeige
Organisationstalent? Dann gleich bewerben
Organisationstalent? Dann gleich bewerben

Zur Verstärkung ihres Teams sucht die A4RES Gruppe Bautzen eine neue Teamassistenz im Backoffice (m/w/d).

Sich jetzt in seine Gefühlswelt hineinzuversetzen, ist erneut nahezu unmöglich. „Der Oktober bis Dezember waren furchtbar“, erzählt er. „Die erste schreckliche Nachricht war: Verdacht auf Bauchspeicheldrüsenkrebs. Das war der schlimmste Tag meines Lebens.“

"Ich werde diesen Kampf gewinnen"

Drei Tage danach folgte die leichte Entwarnung, sofern man davon sprechen kann. „Dann hieß es, es könnte Lymphdrüsenkrebs sein, letztendlich war es Magenkrebs. Da der Tumor sehr groß war, konnten die Ärzte nicht operieren. Mittels einer Chemo sollte der Tumor verkleinert werden“, sagt Jugo.

Das Warten auf die erste Chemotherapie wurde durch die nächste niederschmetternde Nachricht erschwert. „Bei einer speziellen CT-Untersuchung wurden Metastasen im Körper nachgewiesen. Die Onkologin, die mich damals betreute, teilte mir mit, dass ich unheilbar krank sei und mein Testament aufsetzen solle. Für mich brach erneut eine Welt zusammen.“

Seine Frau Katrin, seine Söhne Jamal, Malik, Kemal und Adel, die Eltern, der Bruder und viele Freunde gaben ihm in dieser Phase neue Kraft, zudem nahm er die Hilfe einer Psychologin in Anspruch. Inzwischen ist er sicher: „Ich werde diesen Kampf gewinnen, um noch viele Jahre mit meinen Liebsten genießen zu können“, sagt Jugo, sichtlich angefasst von der großen Anteilnahme und Unterstützung, die ihn erreicht.

Sogar Weltstars wie Neuer helfen

„Ich kann mich nur bedanken für die Anrufe, Nachrichten, Aktionen, Motivationen, Hilfsangebote und Spenden. Das zeigt mir, dass ich in den letzten Jahren nicht alles falsch gemacht habe. Im Gegenteil, vieles habe ich wohl richtig gemacht. Es gab sogar Unterstützung aus Australien und den USA“, sagt er.

Die von seinem Verein SC Borea gestartete Spendenaktion, um Jugos Familie finanziell zu unterstützen, hat mittlerweile knapp 45.000 Euro eingebracht. Durch die Initiative aktiver und ehemaliger Dresdner Fußballprofis wie Toni Leistner und Cristian Fiel, halfen in den vergangenen Wochen sogar Weltstars mit handsignierten Trikots, die im Internet versteigert wurden und werden: Manuel Neuer und Jerome Boateng beteiligten sich, dazu die Ex-Dresdner Marcel Franke, Stefan Kutschke und Maximilian Arnold sowie Alex Oxlade Chamberlain vom FC Liverpool und Memphis Depay von Olympique Lyon.

„Überwältigend“ findet Jugo die Aktion seines Vereins. „Auch wir sind den Initiatoren, Spendern und zukünftigen Besitzern der Trikots unglaublich dankbar“, ergänzt Boreas Geschäftsführer Frank Krummrey. Vor mehr als vier Jahren hatte er Jugo als hauptamtlichen Sportchef zurückgeholt.

Bei Borea einen geregelten Arbeitstag

Weiterführende Artikel

„Mein Freund, du musst kämpfen“

„Mein Freund, du musst kämpfen“

Elvir Jugo, Sportchef von Borea Dresden, hat Magenkrebs. Die Anteilnahme ist riesig.

Ein Glücksfall für Jugo und seine Familie. „Meine Frau hatte zuvor einige Male zu mir gesagt: Elvir, du bringst vielen Jungs das Fußballspielen bei, aber Zeit, bei deinen eigenen Söhnen mal zuzusehen, findest du nur selten“, erinnert er sich und stellt fest: „Mit der Rückkehr zum SC Borea hatte der Papa endlich einen geregelten Arbeitstag, gelangte von der heimischen Wohnung praktisch zu Fuß zum Trainingsgelände in den Jägerpark.“

Zwei seiner Jungs spielen dort Fußball, zwei sind zum Basketball gewechselt. „Ich möchte sie noch lange auf ihrem sportlichen Weg begleiten. Dafür zu kämpfen, lohnt sich jede Sekunde“, sagt Jugo.

Mehr zum Thema Sport