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Wieso Dresdens Erfolgstrainer keinen neuen Vertrag hat

Handball-Zweitligist HC Elbflorenz ist in die Vorbereitung der neuen Saison gestartet - mit Cheftrainer Rico Göde. Doch dessen Vertrag ist Ende Juni ausgelaufen.

Rico Göde führte den HC Elbflorenz in der vergangenen Saison auf Rang vier.
Rico Göde führte den HC Elbflorenz in der vergangenen Saison auf Rang vier. © kairospress

Dresden. Die neue Saison hat für Dresdens Zweitliga-Handballer vom HC Elbflorenz begonnen, natürlich mit Cheftrainer Rico Göde. Schließlich hatte er die Mannschaft in der abgelaufenen Saison auf Platz vier der Tabelle geführt und damit dem Verein die bislang erfolgreichste Saison beschert. Allerdings besitzt der gebürtige Dresdner gar kein gültiges Arbeitspapier.

Gödes Vertrag beim HC Elbflorenz ist am 30. Juni 2021 ausgelaufen. Vereinspräsident und Mäzen Uwe Saegeling erklärte dazu am Dienstag auf Anfrage von Sächsische.de: "Das ist richtig, aber für mich ist eine mündliche Verabredung auch ein Vertrag." Heißt also, beide Parteien sind sich per Handschlag einig über eine weitere Zusammenarbeit.

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Weshalb aber ist noch keine Unterschrift unter dem Vertrag? "Für Rico stand das jetzt nicht ganz oben auf der Prioritätenliste", erklärte Saegeling und bestätigte, dass es dafür zeitnah einen offiziellen Termin geben werde. Auch Göde betonte auf Nachfrage: "Ich werde beim Verein bleiben." Für weitere inhaltliche Nachfragen verwies er an Elbflorenz-Manager Karsten Wöhler. Auch der erklärte lediglich kurz und knapp: "Rico bleibt." Weitere Nachfragen dazu möchte Wöhler derzeit nicht kommentieren.

Diese Schmallippigkeit könnte mit dem immer noch laufenden Verfahren zwischen Ex-Trainer Christian Pöhler und der Spielbetriebs GmbH zusammenhängen. Im April 2019 hatte der in Abstiegsnot geratene Handball-Zweitligist den wenige Monate zuvor bis 2022 Vertrag mit Pöhler aufgekündigt. Göde rückte vom Posten als Assistent auf den Trainerstuhl und schaffte den Klassenerhalt. Doch Pöhler hatte vor dem Arbeitsgericht gegen seine Kündigung geklagt.

Präsident Uwe Saegeling setzt vorerst auf eine Einigung per Handschlag.
Präsident Uwe Saegeling setzt vorerst auf eine Einigung per Handschlag. © Arvid Müller

Vor dem Arbeitsgericht verständigten sich im Dezember 2020 die Anwälte beider Seiten auf einen Abfindungsvergleich in Höhe von 114.500 Euro. Dagegen hat die Spielbetriebs GmbH fristgerecht am 5. Januar 2021 Widerspruch eingelegt. Seither verkündeten die Parteien keinen neuen Sachstand. Auf Anfrage von Sächsische.de erklärt Pöhlers Anwalt Martin Schnell nun: "Das Verfahren läuft noch. Ich kann Ihnen inhaltlich allerdings keine Angaben machen." Angesichts der zurückhaltenden Äußerungen über die Vertragsverlängerung von Göde scheint es sogar möglich, dass Pöhler mittlerweile auf Wiedereinstellung klagt. Aber das ist bislang reine Spekulation.

Immerhin wird Göde in der jüngsten Pressemitteilung des Vereins zitiert, in der es um die erste sportliche Aufgabe der neuen Spielzeit geht. In der 1. Runde des DHB-Pokals müssen die Dresdner am Wochenende 28./29. August beim Erstliga-Aufsteiger HSV Hamburg antreten. „Wir hatten in der vergangenen Spielzeit zwei geile Spiele gegen den HSV. Vor allem der Heimsieg aus der Schlussphase der Saison ist da noch im Kopf präsent. Wir freuen uns sehr über das Los, auch wenn wir es natürlich lieber Zuhause gehabt hätten. Sportlich passt das für uns super als Standortbestimmung", sagt Göde.

Das Heimspiel gegen den späteren Aufsteiger hatte der HC Elbflorenz sensationell mit 37:31 gewonnen, in Hamburg zuvor erst in letzter Sekunde mit 26:27 verloren.

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