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DVB: Wie sich die Unfallzahlen entwickeln

Obwohl der Verkehr zunimmt, sinkt die Anzahl der Zusammenstöße, an denen Busse und Bahnen beteiligt sind, sagt das Unternehmen. Aber 2020 ist ein Sonderfall.

Das war einer von 137 Unfällen mit Linienbussen zwischen Januar und Oktober 2020. Eine Frau wurde von dem Bus an der Haltestelle Zwinglistraße erfasst.
Das war einer von 137 Unfällen mit Linienbussen zwischen Januar und Oktober 2020. Eine Frau wurde von dem Bus an der Haltestelle Zwinglistraße erfasst. © Archiv/Tino Plunert

Dresden. Das war ein schwerer Unfall: Eine schwangere Frau steigt an der Haltestelle Caecilienstraße in Strehlen aus einer Bahn der Linie 9 aus. Gleich hinter der Bahn will sie die Straße überqueren und übersieht dabei die Straßenbahn, die gerade in der Gegenrichtung vorbeifährt. Sie wird erfasst und schwer verletzt, der Rettungsdienst muss sie in ein Krankenhaus bringen.

Die Ärzte dort konnten das Schlimmste verhindern. Der Unfall ereignete sich Mitte September. Er war einer von 100 mit Straßenbahnen, die die Polizei in diesem Jahr bis Ende Oktober erfasst hat. Und er gehörte zu den acht Unfällen mit Schwerverletzten. 22 Mal erlitten bis Ende Oktober Menschen bei Unfällen mit Bahnen leichte Verletzungen. 

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Die Zahlen lassen sich nur schwer mit denen aus den vorangegangenen Jahren vergleichen. Denn im Corona-Jahr sind die Dresdner Straßenbahnen wochenlang nur eingeschränkt gefahren. Doch Ende 2020 werden sie sich trotzdem nur wenig von denen aus dem letzten Jahr unterscheiden. 156 Unfälle mit Straßenbahn-Beteiligung hat die Polizei 2019 registriert, darunter zwei tödliche. Bei 12 Unfällen wurden 18 Menschen schwer verletzt, bei 54 erlitten weitere 64 Menschen leichte Verletzungen.

Laut den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) sinken die Unfallzahlen. Sprecherin Anja Erhardt liegen die Zahlen für das laufende Jahr zwar noch nicht vor. Sie sagt aber, beim Vergleich von 2019 mit den vorangegangenen Jahre sei "ein weiterer Rückgang" festzustellen. Und dabei handele es sich meistens nur um geringe Sachschäden. "Bahnen und Busse legen im Schnitt etwa 44.000 Kilometer zurück, bis sie in einen Zusammenstoß verwickelt werden."

Anja Erhardt meldet für 2019 knapp 300 Unfälle, an denen Straßenbahnen beteiligt waren. Sie zählt dabei im Gegensatz zur Polizei auch mit, wenn sich Fahrgäste in den Bahnen verletzt haben, etwa weil sie gestürzt sind. 269 von diesen Unfällen wurden im vergangenen Jahr von Fremden verursacht. Das heißt, Fehler von anderen Verkehrsteilnehmern haben zu diesen Unfällen geführt.

Ähnlich ist das Verhältnis beim Busverkehr. 232 Unfälle registrierten die DVB im vergangenen Jahr, 151 wurden von Fremden verursacht. 137 Menschen wurden verletzt. Nur einer davon, weil ein Busfahrer der Verkehrsbetriebe einen Fehler gemacht hat.

Die Polizei kann keine Bus-Zahlen nennen, die ausschließlich die Verkehrsbetriebe betreffen. Bus ist Bus für die Beamten, unabhängig vom Betreiber. Die Beamten haben in diesem Jahr bis Ende Oktober 137 Unfälle mit Linienbussen erfasst. Dazu  gehören unter anderem auch Fahrzeuge von Unternehmen wie dem Regionalverkehr Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (RVSOE). Ein Unfall kostete ein Menschenleben. 206 waren es im Jahr 2019 und 205 im Jahr davor, keiner davon kostete laut den Beamten ein Menschenleben.

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Die Zahlen belegen offenbar die DVB-Aussage, dass Busse und Straßenbahnen in Dresden immer weniger oft an Unfällen beteiligt sind. Sicher lässt sich das aber erst sagen, wenn 2020 zu Ende ist und die Ergebnisse für das ganze Jahr vorliegen. Und wenn die DVB diese Zahlen dann noch ins Verhältnis gesetzt haben zu den gefahrenen Kilometern. Denn das waren in diesem Jahr wegen Corona deutlich weniger als zum Beispiel 2019. Dazu kommt: Es waren wochenlang auch weniger Privatautos auf den Straßen unterwegs, die den Bussen und Straßenbahnen in den Weg kommen konnten.

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