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Dresdner Radfahrer im Blick der Polizei

An vier Einsatzorten in Dresden wird am Dienstag kontrolliert, wie der Abstand zwischen Autos zu Radfahrern eingehalten wird. Es gibt mehrere Verstöße.

Eng und unübersichtlich ist die Chemnitzer Straße in Dresden. Radfahrer werden hier oft mit zu geringem Abstand überholt.
Eng und unübersichtlich ist die Chemnitzer Straße in Dresden. Radfahrer werden hier oft mit zu geringem Abstand überholt. © René Meinig

Dresden. Autofahrer versus Radfahrer. Wer mit offenen Augen durch die Stadt läuft, sieht sie täglich, die kleinen Kämpfe zwischen beiden. Wenn der Autofahrer auf dem Blauen Wunder unbedingt das Rad hinter sich lassen muss, auch wenn er dafür in der Tempo-30-Zone den Tacho auf 60 hochziehen muss. Oder der Radfahrer an der Ampel einfach auf den Fußweg fährt, um hinter der Kreuzung vor den Autofahrern wieder auf die Straße zu rollen.

Um gegenseitige Feindbilder abzubauen und mehr Akzeptanz und Rücksicht für den anderen zu erreichen, hat die Dresdner Verkehrspolizei am Dienstag ihre Aktion "Respekt durch Rücksicht" gestartet. Ausgesucht hat sie dafür auch einen Ort, an dem das Thema Seitenabstand beim Überholen von Radfahrern gut sichtbar ist: die Chemnitzer Straße.

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Diese Problematik haben über 300 Nutzer im Bürgerbeteiligungsportal des Freistaates als gefährlich eingetragen, weil sie Regelverstöße beobachtet haben.

An der Kreuzung zur Bayreuther Straße ist das Dilemma der Chemnitzer Straße perfekt erkennbar. Zwar hat die Stadt dort Radfahrschutzstreifen anbringen lassen, damit Radfahrer sicherer unterwegs sein können. Doch die Sicherheit ist trügerisch: Die Straße ist damit zu schmal, dass sich zwei Autofahrer begegnen können. Wenn kein Fahrrad vor ihnen ist, dürfen Autofahrer den Radstreifen im Begegnungsfall befahren. Was dort aber immer wieder passiert, ist, dass Autofahrer den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstand von 1,5 Metern zum Radfahrer beim Überholen nicht einhalten, sondern sich an der gestrichenen Linie des Schutzstreifens orientieren.

Zwölf Rotlichtverstöße in rund zwei Stunden

40 Verkehrsteilnehmer wurden dort am Dienstagvormittag kontrolliert, darunter elf Radfahrer. Die Polizei stellte auf der Chemnitzer Straße unter anderem 15 Handyverstöße und sechs Verstöße gegen die Gurtpflicht fest. Fünfmal wurde der vorgeschriebene Seitenabstand beim Überholen von Radfahrern nicht eingehalten. "Unsere Präsenz in den Medien hat ihre Wirkung gezeigt", sagt der Leiter der Verkehrspolizeiinspektion Gerald Baier. "Die geringe Zahl der festgestellten Verstöße beim Thema Seitenabstand auf der Chemnitzer Straße freut uns sehr."

Weiterhin waren die Beamten am Vormittag auf der Winterbergstraße im Einsatz, wo sie die Einhaltung der Geschwindigkeit überprüften. Bei mehr als 1.200 kontrollierten Fahrzeugen wurden 17 Überschreitungen festgestellt. Auf der Döbelner Straße wurden 186 Fahrzeuge kontrolliert, 14 waren zu schnell.

Bei Kontrollen an der Kreuzung Königsbrücker Straße/Stauffenbergallee wurden innerhalb von etwa zwei Stunden 42 Verkehrsteilnehmer, darunter 20 Radfahrer, kontrolliert. Festgestellt wurden unter anderem zwölf Rotlichtverstöße bei Autofahrern sowie acht Handyverstöße bei Auto- und Radfahrern. Zudem waren elf Radfahrer in der falschen Fahrtrichtung unterwegs. In fünf Fällen nutzten Radfahrer unerlaubt den Gehweg.

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