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Fahren in Dresden bald brandgefährliche Busse?

Die Dresdner Verkehrsbetriebe haben 20 E-Busse bestellt. In Stuttgart hat ein solcher Bus einen verheerenden Großbrand ausgelöst. Besteht diese Gefahr hier auch?

Von Christoph Springer
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Beim Laden eines E-Busses soll in Stuttgart dieser Brand entstanden sein, der 20 Busse zerstört hat.
Beim Laden eines E-Busses soll in Stuttgart dieser Brand entstanden sein, der 20 Busse zerstört hat. © Andreas Rosa/dpa

Dresden. Dieses Feuer hat bundesweit für Schlagzeilen gesorgt: "Busse auf Betriebsgelände abgebrannt - Zeugen gesucht", meldete die Polizei Stuttgart am 30. September kurz vor Mitternacht. In einem Depot der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) standen an diesem Abend 20 Linienbusse in Flammen. Außerdem hat das Feuer die Abstellhalle schwer beschädigt und eine Strom-Tankstelle zerstört. Die Schadenshöhe wurde offiziell noch nicht genannt, es handelt sich aber um einen Millionenbetrag. Allein jeder der zerstörten Busse kostete Stuttgarter Medienberichten zufolge zwischen 260.000 und 360.000 Euro.

Die Nachricht vom Busbrand ist auch in Dresden angekommen. Die Verantwortlichen der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) kennen sie und haben darüber gesprochen. Denn auch sie setzen auf Elektrobusse - 20 neue sollen im nächsten Jahr kommen.

"Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand wird von einem technischen Defekt ausgegangen", sagt Melanie Rischke, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Stuttgart, zur Ursache für das Feuer in dem SSB-Depot. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen, inzwischen sei ein Gutachten dazu in Auftrag gegeben worden.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass ein Elektrobus beim Laden in Brand geraten ist. Das schlussfolgern die Ermittler aus den Daten des Brandmeldesystems und der damit verbundenen Temperatursensoren. Im Klartext: Die Batterie des Fahrzeugs könnte dabei so heiß geworden sein, dass ein Brand ausbrach.

Unbestätigten Angaben zufolge handelte es sich um einen Mercedes-Bus. Andere Nahverkehrsunternehmen reagierten sofort, zum Beispiel die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). Sie hat acht solcher Elektrobusse im Fahrzeugpark. Sie müssen jetzt bis zur endgültigen Klärung der Brandursache pausieren. MVG-Geschäftsführer Ingo Wortmann, der bis 2002 in der Führungsriege der DVB gearbeitet hat, sagt: "Die Sicherheit steht für uns immer an erster Stelle. Daher haben wir uns entschlossen, die Fahrzeuge vorsorglich aus dem Betrieb zu nehmen, bis detaillierte Erkenntnisse zu dem Brand in Stuttgart vorliegen."

DVB-Sprecher Falk Lösch versichert, dass der technische Defekt beim Batterieladen in Stuttgart, der zu dem Brand geführt haben könnte, bei den Dresdner Fahrzeugen ausgeschlossen ist. "Wir haben Busse mit einer anderen Batterietechnik bestellt."

In Dresden ging laut den DVB die sachsenweit erste E-Bus-Linie in Betrieb. Der Elektrobus fuhr zwischen Mickten und Übigau.
In Dresden ging laut den DVB die sachsenweit erste E-Bus-Linie in Betrieb. Der Elektrobus fuhr zwischen Mickten und Übigau. © PR/DVB

Die Verkehrsbetriebe sehen sich beim Thema E-Busse als Vorreiter. Im Juni 2015 haben sie die erste E-Bus-Linie Sachsens aus der Taufe gehoben. Auf der Strecke der Linie 79 zwischen Mickten und Übigau war fortan ein zwölf Meter langer Bus der polnischen Firma Solaris im Einsatz. Doch es gab Probleme, die Ladestation am Dreyßigplatz funktionierte zum Beispiel nicht wunschgemäß, der Bus kann deshalb nur in den DVB-Depots geladen werden. Außerdem haben die Verkehrsbetriebe 17 Hybridbusse in ihrem 142 Fahrzeuge großen Bus-Fuhrpark.