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So soll Dresdens neues Fernbusterminal aussehen

Das Dresdner Zentrum bekommt ein weiteres Hochhaus. Tatsächlich sollen Pflanzen auf der Fassade wachsen. Wie es nun mit dem Projekt weitergeht.

Pflanzen wachsen auf der Fassade von Dresdens neuem Fernbusterminal. Im kommenden Sommer sollen die Bauarbeiten beginnen.
Pflanzen wachsen auf der Fassade von Dresdens neuem Fernbusterminal. Im kommenden Sommer sollen die Bauarbeiten beginnen. © Knerer und Lang Architekten

Dresden. Bisher gab es nur grobe Skizzen, nun hat der Investor von Dresdens neuem Fernbusterminal erstmals eine Visualisierung für den Neubau am Wiener Platz gezeigt - verbunden mit der Nachricht, dass man einen großen Schritt vorangekommen sei.

"Das erste Etappenziel ist erreicht", teilte die S&G-Development GmbH am Dienstag mit. Der Kauf des 7.100 Quadratmeter großen Grundstücks zwischen Hauptbahnhof und Budapester Brücke sei vollzogen. Verkäufer war die Landeshauptstadt Dresden. "Wir freuen uns über das große Vertrauen, das uns die Dresdner Kommunalpolitik mit dem Verkauf entgegengebracht hat", sagt Geschäftsführer Ingo Seidemann.

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Auf der Visualisierung für den neuen Gebäudekomplex ist die bereits angekündigte Fassadenbegrünung zu sehen. Der Entwurf stammt vom Dresdner Architekturbüro Knerer und Lang und sieht eine vertikale Rankstruktur vor, an der Pflanzen nach oben und unten wachsen können. Ergänzt werden soll diese durch eine horizontale Balustradenbegrünung. "Auf diese Weise könnte den Hitze ausstrahlenden, hochversiegelten Flächen in der Umgebung stadtklimatisch mildernd entgegengewirkt werden", so Seidemann.

Höhe des Hochhauses sei vertretbar

Seidemanns Unternehmen, das seinen Sitz in Leipzig und Frankfurt hat, will auf der Westseite des Wiener Platzes einen Fernbusbahnhof errichten. Der Komplex wird sich aus vier Baukörpern zusammensetzen. Einer davon soll eine Höhe von 43 Metern erreichen und das Entree zum Busbahnhof bilden.

Das neue Hochhauskonzept sieht für den Wiener Platz tatsächlich die Möglichkeit vor, Hochhäuser zu bauen. In der Umgebung gibt es bereits einige – die Studentenwohnheime an der St. Petersburger Straße zum Beispiel, aber auch die Wohnhäuser an der Budapester Straße. Das Konzept beschränkt die maximale Höhe aber auf 38 Meter. Allerdings habe man die Wirkung des Hochhauses auf die Silhouette und die historische Altstadt untersucht, hatte der Chef des Stadtplanungsamtes, Stefan Szuggat, im Frühjahr erklärt. Das Ergebnis sei gewesen, dass die Höhe als vertretbar eingeschätzt wird. Dieser Einschätzung folgte auch der Bauausschuss.

Zehn überdachte Bussteige, ein Fahrradparkhaus mit 800 größtenteils kostenfreien Abstellplätzen sowie Büros für 1.500 Arbeitsplätze sind im Komplex vorgesehen. Auf dem Dach über den Bussteigen stellt sich der Investor eine Plaza vor. Von dort aus sollen Besucher Aussicht auf die City und die Züge haben, die in den und aus dem Hauptbahnhof fahren. Eine Freitreppe wird hinaufführen. Auch von Gastronomie ist die Rede.

Durch die Reaktivierung der Brache in dieser prominenten Lage wolle man nicht nur einen Verkehrsknoten der Zukunft mit umsteigefreundlichen Anschlüssen und kürzesten Wegen zu Regional- und Fernverkehr sowie ÖPNV schaffen, sondern auch ein Stück modernes urbanes Leben in der Elbmetropole, so Seidemann weiter.

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Noch kann der Investor jedoch nicht loslegen. Derzeit befindet sich noch der Bebauungsplan in Arbeit. Diesen hatte der Bauausschuss im Frühjahr angeschoben. Seidemann sagt: "Wir werden nun in enger Abstimmung mit der Stadt den bereits eingereichten Bebauungsplanentwurf weiterentwickeln. Mit den Bauarbeiten beginnen wir, sobald die Baugenehmigung vorliegt." Der Chef rechnet mit einem Baustart im Sommer 2022 und einer Bauzeit von drei Jahren. Damit könnten Mitte 2025 die ersten Busse ein- und ausfahren. Kosten: rund 80 Millionen Euro.

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