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Zwinger: So wird der Sandstein gereinigt

Dresdner Wassertechniker bereiten die Brunnenbauwerke auf den Winter vor. Worauf es dabei besonders ankommt.

Herbstputz an den Zwingerbunnen. Mit heißem Dampf entfernt Wassertechniker Bernhard Kahnert den Belag auf dem Sandsteinboden.
Herbstputz an den Zwingerbunnen. Mit heißem Dampf entfernt Wassertechniker Bernhard Kahnert den Belag auf dem Sandsteinboden. © René Meinig

Dresden. Während viele Besucher durch den Zwinger flanieren, steht Bernhardt Kahnert in einem der großen Brunnen im Zwingerhof. Dort ist das Wasser bereits abgelassen. Weithin sichtbar ist der Dampf, der aus der Sprühlanze des Mitarbeiters der Wassertechnik Dresden kommt. 

Die Zwingerbrunnen werden auf den Winter vorbereitet. Mit bis zu 65 Grad heißem Dampf wird der Belag auf dem Brunnenboden entfernt, erklärt der Wassertechniker. Allerdings sei der Druck gering. Schließlich sollen die Fugen zwischen den Sandsteinen am Brunnenboden nicht beschädigt werden. Also ist Vorsicht gefragt.

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Frühere Reinigung "sehr aggressiv für den Sandstein"

Dieses Jahr waren die Zwingerbrunnen wegen der Coronakrise nach der Winterpause erst im Mai in Betrieb genommen worden. Seitdem wurden sie monatlich von den Dresdner Wassertechnikern mit Schlammsaugern schonend gereinigt.

Dabei müssen die Brunnen nicht abgelassen werden, erklärt Sprecher Uli Kretschmer vom zuständigen Schlösserland Sachsen. Bis 2019 wurden die Brunnen vierteljährlich mit dem Hochdruckreiniger gesäubert. „Das war sehr aggressiv für den Sandstein“, erklärt er. Zudem mussten die markanten Sandsteinbrunnen, die das Bild im Zwingerhof prägen, vor jeder Reinigung abgelassen werden.

Gereinigt werden jetzt auch diese Wandbrunnen an den Langgalerien. Vor dem Winter bekommen sie noch schützende Hüllen.
Gereinigt werden jetzt auch diese Wandbrunnen an den Langgalerien. Vor dem Winter bekommen sie noch schützende Hüllen. © Foto: SZ/Peter Hilbert

Diese Woche werden die 17 Brunnen im Innenhof des Zwingers schonend gesäubert und winterfest gemacht, erläutert der Sprecher. Neben den vier großen Brunnen im Hof sind das die zehn Wandbrunnen an der Langgalerie unter dem Kronentor und drei weitere am Wallpavillon.

Dabei überprüfen die Mitarbeiter der Dresdner Firma, die seit vielen Jahren einen Wartungsvertrag dafür hat, auch die technischen Anlagen der Brunnen, unter anderem die Steuerung und die Pumpentechnik.

Historisch: So alt sind manche Brunnenteile

Die zehn Wandbrunnen an den Langgalerien unterm Kronentor bekommen vor dem Winter noch einen besonderen Schutz. Mitarbeiter der Zwingerbauhütte werden Einhausungen über den Brunnen montieren. Seit Jahren leisten die Hüllen aus Aluminium und Spezialfolie gute Dienste. Sie dienen vor allem zum Schutz des feinporigen Sandsteins vor dem Frost-Tau-Wechsel im Winter. 

So werden die Sandstein-Kunstwerke davor bewahrt, sich voll Wasser zu saugen. Dadurch verringert sich die Gefahr, dass Wasser gefriert und so die Sandsteinoberfläche sprengt. Bei einigen Brunnenteilen handelt es sich um Originale aus der Bauzeit der Galerien zwischen 1714 und 1718. 2009 war der Winterschutz erstmals aufgebaut worden.

Orangenbäume kommen in ihr Winterquartier

In den nächsten Tagen werden auch die 76 Orangenbäumchen ins schützende Winterquartier in die Orangerie des Barockgartens Großsedlitz kommen, kündigt der Schlösserland-Sprecher an. Seit 2017 werden die Orangen im Sommerhalbjahr wieder im Zwingerhof aufgestellt.

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Damit wird an eine alte Tradition angeknüpft. Denn Hofbaumeister Matthäus Daniel Pöppelmann hatte ab 1709 für Kurfürst August den Starken zuerst die dreistöckige, gemauerte Terrassenanlage für die Orangen errichtet und später Galerien, in denen sie überwintern können.

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