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Eine Chemnitzerin ersetzt die andere

Pauline Schäfer kommt doch noch zu einem Einsatz bei der Turn-WM in Stuttgart, weil die verletzte Sophie Scheder auf ihren Start verzichten muss.

Pauline Schäfer springt für Sophie Scheder ein.
Pauline Schäfer springt für Sophie Scheder ein. © dpa/Thomas Kienzle

Stuttgart. Tränen, Verzweiflung und viel Mitleid: Die Stufenbarren-Olympia-Dritte Sophie Scheder hat Rücken und muss auf einen Start bei der am Freitag beginnenden Weltmeisterschaft verzichten. Die 22-jährige Chemnitzerin hat eine Muskelzerrung im Rückenbereich, bestätigte Wolfgang Willam, Sportdirektor des Deutschen Turner-Bundes, kurz vor der offiziellen Eröffnung der WM in Stuttgart.

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DSC feiert zweiten Meistertitel in Folge

Nachdem die DSC-Volleyballtalente der Altersklasse U18 bereits die Deutsche Meisterschaft gewinnen konnten, legte die U20 nach und holte den Deutschen Meistertitel.

"Das ist sehr schade für Sophie, aber die Gesundheit geht natürlich vor", sagte Bundestrainerin Ulla Koch bedauernd. Scheder, die 2016 in Rio de Janeiro die Bronzemedaille am Stufenbarren gewonnen hatte, wird an diesem Gerät durch die Kölnerin Sarah Voss ersetzt. Am Schwebebalken kommt Ersatzturnerin Pauline Schäfer, 2017 Weltmeisterin an diesem Gerät, zum Einsatz. Die 22-jährige Chemnitzerin Schäfer, die nicht mehr mit einem Einsatz rechnen konnte, wurde von der aktuellen Entwicklung kalt erwischt. "Das ist schon eine total verrückte Situation", sagte sie.

Koch kann personell nach dem kurzfristigen Scheder-Ausfall nicht mehr aus dem Vollen schöpfen und Lokalmatadorin Elisabeth Seitz den WM-Auftakt der deutschen Turnerinnen am Freitag ab 13.30 Uhr dennoch kaum erwarten. "Vor zwölf Jahren war ich als Zuschauerin und kleiner Zwerg im Jugend-Camp dabei", sagte die deutsche Rekordmeisterin. "Es war damals für mich unvorstellbar, da unten auf dem WM-Podium zu turnen, und jetzt habe ich es tatsächlich geschafft."

Für ihre dritte Olympiateilnahme steckt die letztjährige WM-Dritte am Stufenbarren ihre persönlichen Ziele ein bisschen nach hinten: "Mit einer tollen Übung am Stufenbarren würde ich natürlich nicht nur dem Team helfen, sondern auch ins Finale kommen."

Die Frauen müssen nach ihrem freitäglichen Auftritt bis Samstagabend auf das Endergebnis warten - für alle eine nervenaufreibende Angelegenheit. "Uns erwartet eine emotionale Achterbahnfahrt", sagte Koch. Eigentlich begann sie schon am Donnerstag mit Scheders Ausfall und dem Einsatz von Ersatzfrau Schäfer am Schwebebalken. (sid)