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Kamenz

Eine kleine Lerninsel für Kamenz

Simone Richter bietet gestressten Schülern Lerncoaching und mehr. Und setzt Düfte ein.

Simone Richter (55) aus Kamenz hat im September ihre „Kleine Lerninsel“ an der Macherstraße eröffnet. Die Lehrerin möchte nicht auf Fehlern herumreiten, sondern nach Stärken der Kinder suchen. Dabei kommen auch Entspannungsdüfte zum Einsatz.
Simone Richter (55) aus Kamenz hat im September ihre „Kleine Lerninsel“ an der Macherstraße eröffnet. Die Lehrerin möchte nicht auf Fehlern herumreiten, sondern nach Stärken der Kinder suchen. Dabei kommen auch Entspannungsdüfte zum Einsatz. © René Plaul

Kamenz. Ganze 36 Jahre lang ist Simone Richter aus Kamenz Lehrerin. Und sie liebt ihren Beruf. Sie weiß aber auch genau, wo es in deutschen Kinderzimmern und vor allem in den Schulen klemmt. Es mangelt an Zeit für die, die es nicht so leicht haben beim Lernen. Es fehlen alternative Chancen und individuelle Herangehensweisen. Kein Kind ist gleich. „Das soll kein Vorwurf an die Lehrer sein, es ist eine realistische Feststellung über unser Schulsystem“, sagt sie. Gestresste Kinder, resignierte Eltern, Unzufriedenheit bis hin zu Kopf- und Bauchschmerzen vor Leistungskontrollen sind die Folge. „Ich habe länger als Nachhilfelehrerin gejobbt. Da saßen Mädchen weinend vor mir mit dem Spruch: Ich hasse Mathe. Ich will nicht mehr in die Schule“, erzählt sie. Hier möchte sie ansetzen.

Seit 1. September bietet die Kamenzerin in ihrer „Kleinen Lerninsel“ im Bürohaus an der Macherstraße 52 a verschiedene Wege aus der Misere. Zum einen möchte sie bei einem Lerncoaching zuerst einmal heraus finden, welche Stolpersteine aus dem Weg geräumt werden müssen, damit das Lernen wieder Spaß macht. Zum anderen bietet sie vor allem für Grundschulkinder bis zur vierten Klasse ein sogenanntes „Wohlfühllernen“ an. Gemeinsam wird dabei an Aufgaben gearbeitet, die die Kinder noch nicht so gut können. Ganz nebenbei gibt es „dufte Entspannungsangebote“. „Ich arbeite mit Aromastoffen, die dezent vernebelt werden. Zitrone und Orange fördern die Aufmerksamkeit im Lernprozess“, erklärt sie. Auch Lavendel und andere Düfte kommen dabei zum Einsatz. Das riecht nicht nur schön, sondern ist auch hilfreich, ist sie überzeugt. Die ersten Schüler waren schon da. Die ersten Probeunterrichte sind absolviert. Auch eine Anfrage zur Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) hatte sie bereits. „Ich möchte diesen Kindern ebenfalls helfen, sicherer im Lesen und Schreiben zu werden. Im Wort ‚Fehler“ steckt schließlich auch das Wort ‚Helfer‘“, sagt sie. Wenn der Kundenstamm gewachsen ist, kann sich die 55-Jährige durchaus vorstellen, einmal pro Monat eine Lern-Werkstatt anzubieten. Hier könnte der Lernstoff spielerisch gefestigt werden, hier könnten auch die Eltern dazu kommen , um sich Anregungen zur Lernunterstützung zu holen. Noch ist alles am Anfang, noch muss sich das Angebot der „Lerninsel“ herum sprechen.

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Ihre Erfahrung bringt die 55-jährige ganz aktuell übrigens seit September auch in der Förderschule für Geistigbehinderte „Johann Gottfried Bönisch“ mit ein. 20 Stunden unterrichtet sie dort die Kinder vor allem in kreativen Dingen. Ihr Steckenpferd, die Handarbeit und ihr kleines Taschen-Label „Luisa R.Bags“, helfen dabei. Eine schwere Krankheit im letzten Jahr hat Simone Richter zum Umdenken bewogen. „Man fragt sich jenseits der 50 dann doch: War das schon alles? Wenn ich noch Plänen habe, dann sollte ich jetzt loslegen. Wann sonst?“, sagt sie. Herzblut steckt in ihren Ideen. Die Lehrerin möchte nicht auf Fehlern herumreiten, sondern lieber nach den Stärken der Kinder suchen. „Es ist schön, wenn man sieht, dass der Spaß am Lernen zurückkehrt.

Kleine Lerninsel Kamenz, Bürohaus, Macherstraße 52 a, Simone Richter  0173 5208507 [email protected]

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