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Eingemeindung der anderen Art

Sebnitz wurde nach Neustadt verlegt, Bischofswerda nach Langburkersdorf – Spaßvögel haben die Ortsschilder vertauscht.

Von Dirk Schulze
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Wenn aus Langburkersdorf plötzlich Bischofswerda wird: Unbekannte haben am Wochenende die Ortseingangsschilder in den beiden Kommunen getauscht.
Wenn aus Langburkersdorf plötzlich Bischofswerda wird: Unbekannte haben am Wochenende die Ortseingangsschilder in den beiden Kommunen getauscht. © Anett Kade

Bischofswerda/Neustadt. Einige Autofahrer dürften sich am Sonntag verwundert die Augen gerieben haben. Bin ich hier richtig? Seit wann gehört Langburkersdorf zu Bischofswerda? Und wann hat Neustadt seinen Nachbarn Sebnitz eingemeindet? Der Grund für die Verwirrung ist eine Nacht- und Nebelaktion, die Unbekannte am vergangenen Wochenende durchgezogen haben. Die Spaßvögel haben in den genannten Kommunen fleißig die Ortseingangsschilder ausgetauscht. .

Im Bischofswerdaer Süden lasen die Autofahrer zum Beispiel am Gewerbegebiet am Drebnitzer Weg, dass sie sich nun in Langburkersdorf befinden. Gemopst wurde dieses Ortseingangsschild von der Hohwaldstraße in Langburkersdorf – genau hier montierten die Unbekannten das Bischofswerdaer Gegenstück. Darüber schmunzeln konnte Anett Kade aus Neustadt. Sie fuhr am Sonntagabend von der Hohwaldklinik in Richtung Langburkersdorf. Als sie das vertauschte Ortseingangsschild sah, zückte sie schnell die Kamera.

Eigentlich gehört dieses Schild nach Langburkersdorf.
Eigentlich gehört dieses Schild nach Langburkersdorf. © Dirk Zschiedrich

Der Schildertausch hört damit aber nicht auf. Auch die beiden Erzrivalen Sebnitz und Neustadt waren betroffen. Am Ortseingang von Sebnitz aus Richtung Lichtenhain prangte am Sonntag plötzlich der Schriftzug „Neustadt i. Sa.“ auf dem gelben Blechschild. Diese vermeintliche feindliche Übernahme entpuppte sich aber ebenfalls schnell als gegenseitiger Flächentausch. Am Fuße der Götzingerhöhe in Neustadt erfuhren die Autofahrer , dass sie gerade nach Sebnitz rollen.

Wer für den Schildbürgerstreich der etwas anderen Art verantwortlich ist, konnte bisher noch nicht geklärt werden. Auf jeden Fall haben der oder die Täter einiges an Zeit und Mühe investiert. Alle vier Schilder wurden zunächst abgeschraubt, dann zum jeweils anderen Standort transportiert und dort wieder in der Halterung befestigt. Die Schildertauscher sind also entweder zwischen den Tatorten hin- und hergefahren oder waren gleich in mehreren Fahrzeugen unterwegs.

Schon am Montagvormittag hatte aber alles wieder seine Ordnung. Mitarbeiter der Straßenmeisterei haben die Schilder wieder in ihre angestammte Position gebracht, wie Martina Aurich, im Landratsamt Pirna verantwortlich für Straßenbau und Verkehr, erklärt. Bei der Polizei ist der Vorfall zumindest aktenkundig. In einer Mitteilung lief der Vorfall unter der Überschrift „Dummejungenstreich“. (mit Siri Rokosch)