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Radebeul

Engagierter Ausbildungsbetrieb

Das Handwerk hat es allgemein schwer, Azubis zu finden. Bei der Bäckerei Claus gibt es genügend Nachwuchs.

Jane Schmidt (links) und Selina Emily Exler werden in der Bäckerei Claus zu Konditorinnen ausgebildet. Der Betrieb wurde für sein Engagement in der Lehrlingsausbildung ausgezeichnet. © Norbert Millauer

Coswig. Ab 2 Uhr morgens stehen die Bäcker in der Backstube der Bäckerei Claus an der Genossenschaftsstraße. Am Wochenende sogar noch etwas früher. Die Arbeitszeiten sind ein Grund, weshalb sich nicht viele Jugendliche zum Bäcker ausbilden lassen. Über mangelndes Interesse an der Branche kann sich Steffi Claus jedoch nicht beschweren. Fünf Neue wird sie im Herbst begrüßen können. Darunter zwei, die BWL und Lebensmittelmanagement studieren. „Das ist Neuland für mich und wird spannend“, sagt Steffi Claus. Außerdem kommen ein angehender Systemgastronom, eine Einzelhandelskauffrau und eine Bäckereifachverkäuferin zum Team hinzu. Letztere habe schon als Kind bei der Bäckerei eingekauft. „Sie wollte schon immer bei uns arbeiten“, erzählt die Chefin.

Nachdem es im vergangenen Jahr etwa sieben Bewerbungen für die Produktion gab, war in diesem Jahr keine dabei. Was aber nicht schlimm sei, weil es in diesem Bereich schon zwei Azubis gibt. „Wir übernehmen auch oft Lehrlinge aus anderen Betrieben, weil sie sich dort nicht wohlfühlen“, sagt Lutz Claus. Dass alle Spaß bei der Arbeit haben, darauf lege man wert. „Wir versuchen, unsere Mitarbeiter zu pflegen“, sagt Steffi Claus. An der Aktion „Tag der offenen Unternehmen“ beteiligt sich die Bäckerei nicht. Wer nur einen Tag reinschaut, lernt meist wenig über Betrieb und Arbeit, begründet das Lutz Claus. Allerdings beschäftige man Schüler und Studenten gern regelmäßig.

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Für das Engagement in Bereich Ausbildung hat die Arbeitsagentur Riesa dem Betrieb nun das Zertifikat für Nachwuchsförderung verliehen. „Das Unternehmen setzt auf vorausschauende Personalpolitik und engagiert sich in besonderem Maße für die Nachwuchsausbildung“, lobt Petra Schlüter, Chefin der Agentur für Arbeit in Riesa, den Familienbetrieb. 

So viel Glück bei der Suche nach Lehrlingen hat nicht jede Firma. Aktuell kommen im Landkreis auf 900 Bewerber rund 1 200 offene Ausbildungsstellen. Das Handwerk hat es allgemein am schwersten, Nachwuchs zu finden – in allen Bereichen. Im vergangenen Jahr konnten über 100 Stellen nicht besetzt werden. „Schüler, die noch überlegen, sollten sich zeitnah bei unserer Berufsberatung melden“, rät Berit Kasten, Sprecherin der Arbeitsagentur. (SZ/pz)

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Anmeldung zur Berufsberatung unter Telefon 0800 4555500 

oder per E-Mail: [email protected]