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Frau erfand Vergewaltigung

Den sexuellen Missbrauch einer 29-Jährigen - angeblich durch Ausländer - auf der Münchner Straße in Dresden hat es nie gegeben. Die Frau hat sich die Geschichte offenbar nur ausgedacht.

© dpa

Dresden. Die Vergewaltigung einer 29-jährigen Frau am 21. Oktober 2015 auf der Münchner Straße hat es nie gegeben. Wie die Polizei heute mitteilte, hat die Dresdnerin die Straftat vorgetäuscht. Zum Motiv der Frau, gegen die nun wegen Vortäuschens einer Straftat ermittelt werde, machte die Polizei keine Angaben. Eine gezielte Tat, die fremdenfeindlich motiviert sei, schließen die Beamten jedoch aus.

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Die Frau hatte damals gegenüber der Polizei angegeben, zwei Täter hätten sie mittags in den Kellereingang eines Wohnhauses geschoben. Dort hätte sie einer der Männer festgehalten, während sich der andere an ihr verging. Die Männer hätten in einer ihr unverständlichen Sprache miteinander gesprochen. Nach der Tat wären die beiden Männer geflohen.

Die Polizei hatte im November mit den Angaben der 29-Jährigen sogar ein Phantombild des „Haupttäters“ erstellt, mit dem die Öffentlichkeit um Mithilfe bei der Suche nach dem Täter gebeten wurde.

Der Vorfall hatte damals für enorme Empörung und Verunsicherung in der Bevölkerung gesorgt. Erst im September war eine 31-jährige Frau ganz in der Nähe bereits von einem 31-jährigen Marokkaner überfallen und vergewaltigt worden - nachmittags gegen 16 Uhr. Frauen in Dresden fürchteten um ihre Sicherheit. Über soziale Medien wurde massiv Stimmung gegen Ausländer beziehungsweise Flüchtlinge gemacht. (szo)