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Frau in Bautzen getötet

Dringend verdächtig ist der Freund des Opfers. Zur Tat selbst gab es zunächst mehr Fragen als Antworten.

In einer Wohnung in der Karl-Marx-Straße in Bautzen spielte sich am 7.November ein Drama ab: Eine 30-jährige Frau wurde getötet. © Lausitznews

Bautzen. Vor dem Haus mit der Nummer 14 in der Karl-Marx-Straße liegen am Am Nachmittag des 8. November weiße Rosen, umwickelt mit einer schwarzen Schleife. Jemand hat ein rotes Lichtlein entzündet. Ein Hinweis auf die Tragödie, die sich hier am Vortag abgespielt hat: Als eine 50-jährige Frau von der Arbeit nach Hause kam, entdeckte sie ihre Tochter tot in der Wohnung. Als dringend tatverdächtig gilt laut Polizei der Freund der 30-Jährigen. Auch diesen fand die Mutter in der Wohnung vor. Der 32-jährige Deutsche hatte offenbar versucht, sich nach der Tat das Leben zu nehmen. Ein Notarzt konnte ihn jedoch reanimieren. Der Mann wurde vorläufig festgenommen und in ein Krankenhaus gebracht. Weil er sich gegen die Rettungsversuche der Sanitäter massiv wehrte, legte ihm die Polizei Fesseln an.

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Tatort im Stadtzentrum

Was genau in der Wohnung geschah und warum der Mann mutmaßlich seine Freundin getötet hat – all das ist bislang unklar. Kriminaltechniker sicherten noch am Tatabend Spuren und Beweismittel. Die Staatsanwaltschaft und Mordkommission der Kriminalpolizeiinspektion Görlitz waren vor Ort. Auch am Tag darauf verbrachten die Ermittler viel Zeit in der Wohnung.

Eine Mitarbeiterin eines Cafés in der Straße zeigt sich schockiert von den Vorfällen. Gegen Viertel vor sechs am Abend stand sie kurz vor ihrem Feierabend. Sie war gerade dabei, Tische abzuwischen und das Café aufzuräumen. „Mit einem Schlag war die Straße voll, etwa drei bis vier Krankenwagen kamen, zwei Feuerwehrwagen waren da und immer mehr Polizei“, erzählt sie. Auch ihre Kollegin war zu diesem Zeitpunkt noch in dem Café und räumte auf. „Heute Morgen bin ich mit einem mulmigen Gefühl zur Arbeit gekommen“, sagt sie. „Alleine im Dunkeln auf der Straße, das war schon komisch.“

Das Paar und die Mutter der Getöteten kennen die beiden Mitarbeiterinnen vom Sehen. „Das waren recht unauffällige, grundsolide Menschen“, sagt eine der beiden. „Ich finde das furchtbar. Unvorstellbar, dass so etwas hier passiert.“ Passanten seien vorbeigelaufen, als der mutmaßliche Täter auf der Trage abtransportiert wurde, und erzählten, dass er mit Blut beschmiert gewesen sei. Aus dem Café sahen die beiden Frauen, dass er auf der Trage recht ruhig lag. Schlimm sei es kurz darauf geworden. Da habe man seine Schreie aus dem Krankenwagen heraus gehört.

Ein anderer Mann, der das Geschehen aus der Nähe beobachtet hat, zeigt sich ebenfalls betroffen. „Mir tut die Mutter sehr leid“, sagt er. Auch eine Frau, die in einem der anliegenden Geschäfte arbeitet, muss vor allem an die Mutter denken. „Es ist tragisch“, sagt sie. „Sonst passiert so etwas in großen Städten – aber hier, bei uns?“ Vor allem bei dem Gedanken daran, abends alleine im Geschäft zu sein, sei ihr nun nicht mehr ganz wohl.

Schwere Tötungsdelikte wie dieses sind in Bautzen eher selten: 2011 machte ein Fall in der Rosenstraße Schlagzeilen. Ein 34-Jähriger erwürgte dort seine Ex-Freundin. 2015 erstach ein 34-Jähriger nach einem Streit seine Frau im Stadtteil Gesundbrunnen. Sie verblutete in der Wohnung.