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Dauerfrost und Gewitter - das Aprilwetter im Osterzgebirge

Der vorige Monat begann frostig. Später machte sich Vulkanasche aus Kamtschatka bemerkbar. Die Voraussetzungen für eine gute Ernte sind gegeben.

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Anfang April lag noch Schnee im Osterzgebirge. Wie hier der Graben an der Wasserburg in Luchau (Glashütte) gab es auch eine dünne Eisdecke auf Gewässern.
Anfang April lag noch Schnee im Osterzgebirge. Wie hier der Graben an der Wasserburg in Luchau (Glashütte) gab es auch eine dünne Eisdecke auf Gewässern. © GemeindeLuchau

Von Sebastian Wetzel und Norbert Märcz

Von Aprilwetter wurden wir in diesem Jahr mal wieder nicht verschont: Gleich der 1. Apriltag bescherte dem Osterzgebirge Regen. Bis zum 4. des Monats hielt die Nordostlage an. Allmählich zeigte sich dann die Sonne. Die Tiefsttemperaturen sanken daraufhin auch im Tiefland auf unter null Grad Celsius. Kurzzeitig bildete sich eine dünne Schneedecke in Zinnwald mit Dauerfrost.

Bis zum 10. regnete es nur gelegentlich. Die Sonne schien jedoch fast immer nur mit größeren Pausen. Die Temperaturen erreichten wieder gewöhnliche Werte für einen April. Eine westliche Wetterlage, welche von einem finnischen Hoch gekontert wurde, verursachte am 11. starken Wind mit Graupel und Gewitter.

Polarlichter über Sachsen

Am selben Tag brach auf Kamtschatka im äußersten Osten Russlands ein Vulkan aus, deren Aschewolke - samt Schwefeldioxid - über Umwege bis ins Osterzgebirge gelangte und intensive Sonnenauf- und Untergänge erzeugte. Bis zum 20. regnete es regelmäßig, in Zinnwald gepaart mit Nebel. Es wurde auch in Bannewitz und Köttewitz Nebel beobachtet. Starkregen in Sachsen und Böhmen am 13./14. verursachte erst ein mäßiges Hochwasser in den Zuflüssen und anschließend bis zum 22. ein leichtes Elbehochwasser. Die Auslöser waren Tief "Rudolf" und Tief "Sven".

Eine wirkliche Warmperiode war nur um den 22. zu registrieren. Von Spanien aus versorgte Tief "Tarek" die Region mit subtropischer Luft. Dazu gab es Sonne satt und es blieb trocken. In der Nacht zum 24. verursachte ein starker Sonnensturm auch über Sachsen Polarlichter.

Bis zum Monatsende wechselten die Wetterbedingungen wieder stark zwischen Sonne-Regen-Wolken mit zu windigen Verhältnissen. Die Temperaturen fielen konstant zu niedrig aus. Am 26. konnte letztmalig eine Schneedecke in Zinnwald gemessen werden.

Sonne macht sich schon das ganze Jahr rar

Im Vergleich fällt der April mal wieder zu kalt aus, zum dritten Mal in Folge. Dieses Mal lag die Mitteltemperatur zwischen 3,1 Grad Celsius in Zinnwald und 8,2 Grad Celsius an der Messtelle im Dohnaer Ortsteil Köttewitz. Die Orte lagen demzufolge 1,5 bis 2 Grad unter dem Plansoll. 5 bis 15 Frosttage sprechen dieselbe Sprache, jedoch gibt es auch warme Aprilmonate mit morgendlichem Frost.

In Zinnwald erreichte die Temperatur an zwei Tagen im Vormonat nicht die 0 °C-Grenze. Dann spricht man von einem Eistag. Der April ist auch der dritte zu nasse Monat in Folge. In Dohna fiel mit 57 Litern pro Quadratmeter noch am wenigsten Wasser vom Himmel. In Zinnwald wurden 75,9 Liter gemessen. Die Abweichung reichte von plus 30 Prozent in Bannewitz bis zu plus 78 Prozent in Köttewitz.

Fast schon logisch schien dadurch die Sonne unterdurchschnittlich stark auf die Messgeräte. Das war bis jetzt schon in jedem Monat 2023 der Fall. Aprilspitzenreiter war Dohna mit 141,1 Stunden, was lediglich 78 Prozent des Durchschnittswertes entspricht. An 18 Tagen tauchte der Zinnwalder Nebel auf. Aber auch in Bannewitz und Köttewitz lagen die Wolken zweimal beziehungsweise einmal auf dem Boden auf.

In den Genuss eines Gewitters kam nur die Bergstation Zinnwald am 11. April. Trotz des exponierten Ortes wurde jedoch keine Sturmböe gemessen. Der April war aber keineswegs ein zu windarmer Monat.

Als einziger Ort im Betrachtungsgebiet meldete Zinnwald eine Schneehöhe, die jedoch nie höher als einen Zentimeter war. Der Mai wird dementsprechend eine stark wachsende Vegetation zur Folge haben und, wo keine Frostschäden auftreten, auch Vorzeichen für eine gute Ernte setzen.

Die Autoren gehören dem Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld an.