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Brandursache in Großopitz noch unklar

Nach dem Großbrand in der Milchviehanlage werden die Abrissarbeiten geplant. Der neue Kuhstall soll nun an anderer Stelle aufgebaut werden.

Hubertus (Senior) und Alexander Schroth auf dem Grundstück, auf dem der neue Kuhstall entstehen soll.
Hubertus (Senior) und Alexander Schroth auf dem Grundstück, auf dem der neue Kuhstall entstehen soll. © Egbert Kamprath

Es sieht noch fast so aus wie einen Tag nach dem Großbrand des Milchviehstalls mit samt dem Scheunenanbau am 31. Mai, nur qualmt es nicht mehr. Die verkohlten Trümmer sind immer noch zu sehen.

Am Pfingstsonntag wütete ein Feuer in dem Gebäude, wo 50 Kühe behaust waren. Alle konnten gerettet werden und standen nach dem Brand acht Tage lang bei einem benachbarten Bauern. Jetzt  sind die Tiere in einem nahe gelegenen leer stehenden Stallgebäude zur Miete untergebracht worden und werden dort wahrscheinlich auch bis zum nächsten Sommer noch bleiben müssen. 

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"Es freut uns aber, dass diese Lösung so nah bei uns liegt", sagt der Inhaber des landwirtschaftlichen Familienunternehmens Schroth im Tharandter Ortsteil Großopitz, Hubertus Schroth: "Wir können zweimal täglich mit dem Traktor hinfahren und den Tieren Futter bringen."

Hubertus (li.) und Alexander Schroth vor den Resten der nagelneuen Melkanlage, die bei dem Großbrand der Scheune Ende Mai mit vernichtet wurde.
Hubertus (li.) und Alexander Schroth vor den Resten der nagelneuen Melkanlage, die bei dem Großbrand der Scheune Ende Mai mit vernichtet wurde. © Egbert Kamprath

Die Brandursache ist auch nach drei Monaten noch nicht vollständig geklärt. Am 21. September stand der Besuch einer Entsorgungsfirma an, die die Abrissplanung des abgebrannten Gebäudes übernehmen und ausführen will. Erst danach wolle sich ein Versicherungsvertreter nochmals auf dem Gelände umschauen, sagt Hubertus Schroth. "Es gibt versicherungstechnische Unklarheiten. Das Gutachten ist noch nicht beendet. Wir gehen aber von einem Fremdverschulden während Bauarbeiten als Ursache für das Feuer aus." Näher wolle er im Moment nicht darauf eingehen, da die Ermittlungen des Brandursachenermittlers noch laufen. Doch ein Selbstverschulden schließt Familie Schroth aus.

Die Höhe des entstandenen Schadens schätzen die Landwirte auf mehrere Hunderttausend  Euro. Die genaue Summe würde dann das Gutachten der Versicherung ergeben.

Neue Halle soll sicherer stehen

Auch wenn der Brand der Bauernfamilie täglich sichtbar ins Auge fällt, da sie direkt im Nachbarhaus wohnt und auf die Trümmer schaut, wird bereits der Wiederaufbau geplant. "Realistisch rechnen wir mit der Baugenehmigung Ende des Jahres", sagt Hubertus Schroth. "Vielleicht können wir im nächsten Frühjahr mit dem Neubau beginnen." 

Doch erst einmal müsse das Versicherungsgutachten vorliegen. Dann soll der neue Kuhstall etwa 300 Meter vom bisherigen Standort entfernt errichtet werden. "Es steht dann nicht mehr so nah am Wohnhaus und auch nicht so nah an den Nachbargrundstücken", erklärt Junior Alexander Schroth. Der neue Milchviehstall soll ebenfalls Platz für rund 60 Kühe bieten und etwa 30 mal 20 Meter groß werden.

Familie Schroth hatte wegen des Großbrandes in den letzten Monaten keinen großen Umsatz einfahren können, denn auch die Kühe mussten sich erst an ihre neue Umgebung gewöhnen und gaben weniger Milch. Deshalb kamen die finanziellen Spenden-Unterstützungen der Stadt Tharandt und der Privatleute Mandy und Andreas Schön vom Taxi-Shuttle- und Reiseservice Schön gut an. Familie Schroth ist von der Hilfsbereitschaft immer noch sehr überwältigt und möchte sich dafür auch öffentlich herzlich bedanken.

Bei dem Brand am Vormittag des 31. Mai waren etwa 60 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren Tharandt, Freital und Wilsdruff im Einsatz. Sie mussten für die Löscharbeiten das Wasser aus einer Zisterne und einem Teich pumpen. In dem abgebrannten Gebäude befanden sich ebenerdig die Kuhställe, oben ein Heulager und davor eine Garage. 

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