merken
PLUS Freital

Freitaler Tierheim zeigt Schmuggler an

Neun Welpen holt die Polizei an der Grenze aus einem Kofferraum: zu jung und nicht ausreichend geimpft. Der Fahrer muss mit Konsequenzen rechnen.

Die Vorsitzende des Tierschutzvereins Freital Regina Barthel-Marr (links) mit Tierheimleiterin Anja Witzmann: Auf dem Arm haben sie jeweils einen Mops aus der Schmugglerfahrt.
Die Vorsitzende des Tierschutzvereins Freital Regina Barthel-Marr (links) mit Tierheimleiterin Anja Witzmann: Auf dem Arm haben sie jeweils einen Mops aus der Schmugglerfahrt. © Meeco Communication Services

Dieser Krimi geht in die Fortsetzung. Denn jetzt hat der Tierschutzverein Freital und Umgebung Strafanzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft gestellt. Die Anzeige richtet sich gegen einen Mann aus Lübeck, der im Sommer neun Welpen aus Ungarn nach Deutschland bringen wollte. Bei der Einreise nach Sachsen flog er auf.

Am 29. Juni stellte die Bundespolizei die Tiere bei einer Routinekontrolle im Kofferraum des Mannes sicher. Vier American Bully, vier Möpse und eine Französische Bulldogge. Das Veterinäramt des Landkreises brachte die jungen Hunde zur Obhut ins Tierheim auf dem Windberg.

TOP Immobilien
TOP Immobilien
TOP Immobilien

Finden Sie Ihre neue Traumimmobilie bei unseren TOP Immobilien von Sächsische.de – ganz egal ob Grundstück, Wohnung oder Haus!

Die neun Welpen waren zum Zeitpunkt des Transports sowohl zu jung, um vom Muttertier getrennt zu werden, als auch nicht ausreichend geimpft für eine Einfuhr nach Deutschland. „Solche Fälle erleben wir immer wieder“, sagt Regina Barthel-Marr, Vorsitzende des Tierschutzvereins Freital. „Für uns als Verein sind Verbringungen von mehr als fünf Welpen nicht mehr als privat anzusehen. Wir gehen davon aus, dass hier gewerbsmäßiger Handel betrieben wird.“

American Bully für mehrere Tausend Euro

© Creative Commons/Juan. botti

Der Mann, der die Tiere nach Deutschland einführen wollte, gibt an, selber Züchter zu sein und diese Hunde für Familienmitglieder und Freunde mitgebracht zu haben. Da ihm zunächst nichts Gegenteiliges nachzuweisen war, hatte er die Möglichkeit, nach Ende der Quarantänefrist die Tiere auszulösen und abzuholen.

Dies tat er für die vier American Bully. Er zahlte mehrere Tausend Euro für Tierarztkosten und Unterbringung. Die vier Möpse ließ er in Freital. Die Französische Bulldogge war nach einem spielerischen Welpenkampf mit den American Bully tragischerweise im Tierheim verendet.

Tierheim kauft Hund als Beweis zurück

„Die Möpse warteten nunmehr wochenlang darauf, die Reise an die Ostsee anzutreten. Aber wir haben nichts mehr von dem werten Herrn gehört“, sagt Barthel-Marr. Inzwischen sei die von Amtswegen angesetzte Frist ohne Reaktion des Lübeckers abgelaufen. „Zum Glück konnten wir nun alle vier Hunde in liebevolle Hände abgeben.“

Dennoch lässt der Fall Regina Barthel-Marr keine Ruhe. „Da wir uns sehr sicher waren, vor uns einen Tierschlepper zu haben, wurden von uns die einschlägigen Webseiten des Tierhandels beobachtet und wir konnten unter anderem ein Verkaufsangebot eines der American Bullys feststellen“, berichtet sie. „Eine Kontaktperson unseres Vereins kaufte den Hund an, der sich als Beweis mittlerweile wieder bei uns befindet.“

Lukrativer Schwarzmarkt für Szene-Hunde

Weiterführende Artikel

Tierheim kämpft gegen Welpenhändler

Tierheim kämpft gegen Welpenhändler

Neun junge Hunde landen in Freital in der Quarantäne. Die Polizei hat sie aus dem Kofferraum eines Autos befreit. Nicht alle überleben.

Der Verkauf von Welpen kann ein durchaus einträgliches Geschäft auf dem Schwarzmarkt sein, gerade mit Szene-Hunden wie den American Bullys können mehrere Tausend Euro Gewinn erzielt werden, weiß Barthel-Marr. „Wir als Verein setzen uns dafür ein, dass unser Staat die unserer Ansicht nach skrupellosen Schwarzmarkthändler mit hohen Strafen belegt und ihnen die Tierhaltererlaubnis lebenslänglich entzieht.“

Deshalb sei sie nun den Schritt gegangen und habe gegen den vermeintlichen Tierschlepper bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige gestellt.

Mehr Nachrichten aus Freital und Umgebung lesen Sie hier.

Täglichen kostenlosen Newsletter bestellen.

Mehr zum Thema Freital