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Fußgänger gegen Narrenhäusel

Der historische Wiederaufbau würde eine Engstelle auf der Augustusbrücke schaffen und Haltestellen-Pläne behindern.

© Visualisierung: GHND e.V./Arte4D

Die Neustädter Seite der Augustusbrücke ist momentan kein gutes Pflaster für Fußgänger. Nachdem feststeht, dass der Tunnel zugeschüttet wird, droht ihnen neues Ungemach. So zumindest empfindet die Ortsgruppe des Fachverbandes Fußverkehr die Narrenhäusel-Pläne, über die der Stadtrat am Donnerstag befinden soll. Es werde nicht nur über den historischen Wiederaufbau entschieden, sondern auch über die Situation der Fußgänger und Fahrgäste des öffentlichen Verkehrs, erklärt Sprecher Frank Kutzner. „Das Narrenhäusel wird Teile des östlichen Gehweges der Augustusbrücke beanspruchen, damit eine Engstelle sowie einen beim geplanten, barrierefreien Ausbau der dortigen Haltestellen hinderlichen Zwangspunkt schaffen.“

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© Visualisierung: GHND e.V./Arte4D
Das Narrenhäusel um 1935. © Postkarte: Sammlung Holger Naumann

Der Stadtrat hatte im Februar beschlossen, die Haltestelle „Neustädter Markt“ auf die Brückenrampe zu erweitern. Setzt man den alten Standort des Narrenhäusels voraus, würde das Gebäude den derzeitigen Gehweg blockieren und die neue, stadtauswärtige Haltestelle zumindest tangieren.

Allerdings soll auch die Fahrbahn nach der Augustusbrücken-Sanierung weniger breit ausfallen, und das deutlich, wodurch die Fußgänger mehr Platz gewinnen. „Trotzdem wäre der Gehweg an dieser Stelle sehr viel schmaler als im restlichen Bereich“, sagt Kutzner. Er geht davon aus, dass der Abstand zwischen Narrenhäusel und Fahrzeugverkehr weniger als zwei Meter betragen würde.

Deshalb kritisiert der Fußverkehr-Verband die Wiederaufbau-Pläne. „Die Verlegung der Haltestelle in die Köpckestraße hätte weitreichende Konsequenzen für die anvisierte Umgestaltung des Straßenzuges Große Meißner Straße/Köpckestraße.“ Eine Verschiebung in die Brückenmitte hält Kutzner ebenfalls für wenig sinnvoll. Das würde die Wege für die Ein-, Um- und Aussteiger verlängern und zudem einen Eingriff in das laufende Planfeststellungsverfahren zur Brückenreparatur bedeuten.

Der Verband mischt sich so sehr in die Pläne ein, weil er der Augustusbrücke als Teil der Achse vom Hauptbahnhof bis zum Albertplatz eine besondere Bedeutung für Passanten zumisst. Als Flanierzone wäre sie nicht nur für Touristen ein herausragendes Ziel. Das Narrenhäusel passe aus diesen Gründen nicht in das städtische Konzept, die Augustusbrücke für Fußgänger attraktiver zu machen. (SZ/lk)

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