Teilen: merken

Geisterrad erinnert an getöteten Amtsleiter

In der letzten Woche hat ein betrunkener Fahrer Falk Schmidtgen vom Rad gerammt. An der Straße bei Moritzburg erinnert jetzt ein weißes Fahrrad an den Unfall.

Das weiße Geisterrad an der S 81 erinnert an den verstorbenen Schulamtsleiter. © Tino Plunert

Moritzburg. Es sieht gespenstisch aus, und das ist auch so gewollt: Ein weißes Fahrrad erinnert jetzt an der Unglücksstelle auf der S 81 bei Moritzburg an den hier verstorbenen Dresdner Amtsleiter Falk Schmidtgen. 

Der dreifache Familienvater aus Weinböhla wurde dort am Dienstagabend von einem Fiat Ducato von seinem Fahrrad gerammt, mehrere Meter durch die Luft geschleudert und so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle verstarb. Die Polizisten stellten bei der Unfallaufnahme fest, dass der 42-jährige Fahrer alkoholisiert war. Der Test ergab fast 1,7 Promille. Gegen ihn wird nun ermittelt. 

Symbolbild Anzeige
Anzeige

Frauenpower in böhmischen Dörfern

Dresden, 18. Februar 2019. Mariame Clément hat für die Semperoper Dresden Bedřich Smetanas Oper »Die verkaufte Braut« kräftig ausgelüftet. 

Schmidtgen leitete das Dresdner Schulverwaltungsamt, das für alle Schulgebäude der Stadt zuständig ist, seit Mai 2007. Davor war er in gleicher Funktion in Coswig tätig.

In den Rathäusern von Dresden und Coswig löste der Unfall große Bestürzung aus. „Der tragische Tod von Falk Schmidtgen hat mich persönlich tief erschüttert“, erklärte Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). 

Auch Coswigs Oberbürgermeister Frank Neupold (parteilos) sprach von einer schrecklichen Nachricht. Als Geschäftsführer der WBV habe er Schmidtgen kennengelernt, als das Coswiger Gymnasium gebaut wurde. „Ich habe ihn außerordentlich geschätzt. Seiner Frau gilt unser tiefstes Mitgefühl.“ Der Weinböhlaer leitete das Coswiger Schulamt 17 Jahre lang, nachdem er einige Zeit vorher als Lehrer gearbeitet hatte. In seine Amtszeit fielen die großen Umbrüche und Bauten der Coswiger Schullandschaft.

Kondolenzbuch liegt im Rathaus aus

Wie die Stadt Dresden auf ihrer Internetseite mitteilte, kann man sich ab sofort in ein Kondolenzbuch eintragen. Es liegt bis Donnerstag, den 6. Dezember, täglich von 8 bis 18 Uhr und am Freitag, dem 7. Dezember von 8 bis 17 Uhr im Dresdner Rathaus, 4. Etage, Vorraum Zimmer 12 aus. 

Oberbürgermeister Dirk Hilbert und Bürgermeister Hartmut Vorjohann werden sich vorab auf den ersten Seiten eintragen. „Wir möchten den Menschen einen Ort geben, an dem sie ihre Anteilnahme und Beileid bekunden können. Aus Mitgefühl erwächst in solchen Zeiten Kraft, Hilfe und Trost“, so Vorjohann.  

Mit den sogenannten Geisterrädern sollen Autofahrer zu mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr ermahnt werden. Sie werden von einer Initiative installiert und sind auch in Dresden an mehreren Stellen zu finden, an denen Radfahrer bei Unfällen mit Kraftfahrzeugen ums Leben kamen - so beispielsweise auf der St. Petersburger Straße, der Kreuzung Bautzner/Ecke Rothenburger Straße oder an der Kreuzung Reicker Straße/Cäcilienstraße. 

Wie gefährlich ist die Staatsstraße?

Nach dem tragischen Unglück ist eine Debatte über die Verkehrssicherheit auf der S 81 zwischen Friedewald und Auer entbrannt. Immer wieder ereignen sich dort Unfälle, bisher ohne Konsequenzen. Erst vor wenigen Wochen waren unweit der jetzigen Unfallstelle ein Pkw und ein Holztransporter zusammengestoßen, als dieser aus dem Wald auf die Straße einbog.

Im hinteren Teil des Bildes ist am linken Straßenrand das weiße Geisterrad zu erahnen. Dort wurde Schmidtgen von einem Kleintransporter erfasst.  © Tino Plunert

Vor allem Radfahrer sind auf der Straße stark gefährdet, weil Autofahrer aufgrund der geraden Strecke häufig zu schnell fahren. Viele meiden den Abschnitt daher vor allem bei Dunkelheit, haben für den Arbeitsweg mit dem Rad aber so gut wie keine Alternative. Es mehren sich Stimmen, die einen separaten Radweg fordern. Schon beim Neubau vor sieben Jahren wäre die Möglichkeit dazu gegeben gewesen, wurde aber nicht genutzt. Ändert sich das jetzt nach dem tödlichen Unfall?