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Diese Pollen verursachen heftige Beschwerden

24 Millionen Deutsche haben Heuschnupfen. Diese Gräser sind für Allergiker besonders gefährlich.

Gräserpollen in Deutschland: "Unterschiedlich aggressive Arten"
Gräserpollen in Deutschland: "Unterschiedlich aggressive Arten" © dpa/Wolfgang Kumm

Pollen bestimmter Gräserarten setzen Allergikern anscheinend besonders zu. In einer britischen Studie gingen erhöhte Konzentrationen der Pollen von Wiesen-Lieschgras (Phleum pratense) und Wiesen-Kammgras (Cynosurus cristatus) in der Luft jeweils mit besonders heftigen gesundheitlichen Folgen einher: Bei hohen Pollenwerten beider Arten wurden tendenziell mehr Menschen wegen asthmatischer Beschwerden in Krankenhäuser eingeliefert.

Darum können die Pollen kaum gestoppt werden

Die Unterscheidung verschiedener Gräserpollen in der Luft durch Erbgut-Analysen könnte die Vorhersagen zum Schutz von Allergikern verbessern, schreibt das Team um Francis Rowney von der University of Exeter im Fachblatt "Current Biology".

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Der Allergologe Ludger Klimek spricht von einer spannenden Studie: "Man muss das Thema differenziert betrachten, denn es gibt durchaus unterschiedlich aggressive Arten", sagt der Präsident des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen.

Auch die Umweltmedizinerin Claudia Traidl-Hoffmann von der Universitätsklinik Augsburg spricht von einer sehr wichtigen Studie. Pollen von Wiesen-Lieschgras und Wiesen-Kammgras verursachten auch in Deutschland massive Beschwerden.

In Deutschland sind nach Angaben Klimeks rund 24 Millionen Menschen von Heuschnupfen oder allergischem Asthma betroffen. Häufigster Auslöser solcher Probleme sind in Mitteleuropa Pflanzen aus der Familie der Süßgräser (Poaceae), von der es weltweit mehr als 11 000 Arten gibt.

Weil diese Gräser nicht gezielt durch Insekten bestäubt werden, produzieren sie in Mitteleuropa gewöhnlich ab Mai große Mengen an Pollen, die vom Wind verteilt werden.

Überraschend: PCR-Analyse nicht nur für Coronavirus

Die britischen Forscher wollten nun klären, welche Arten besonders heftige Probleme verursachen. Die Bestimmung dieser Spezies sei mit den gängigen Mikroskop-Analysen nicht möglich, schreiben sie. Daher sammelten die Wissenschaftler während der Pollensaison von Mai bis September 2016 und 2017 die Pollen aus 13 Messstationen in Großbritannien.

Per PCR-Analyse des Erbguts, die in ähnlicher Form zum Nachweis des Coronavirus verwendet wird, bestimmten sie in den Stationen die jeweils vorherrschenden Arten, wobei sie sich auf neun verschiedene Gräser konzentrierten.

Die Werte im Verlauf der Zeit glichen sie dann mit der Zahl der Krankenhausnotaufnahmen wegen allergischem Asthma sowie mit der Vergabe von Rezepten für Heuschnupfen-Arzneien ab.

Generell stieg die Zahl der Krankenhausaufenthalte mit der Gesamt-Pollenkonzentration. Insbesondere beim Wiesen-Lieschgras und beim Wiesen-Kammgras ging eine erhöhte Pollenkonzentration mit mehr Klinikeinweisungen einher.

Mehr Arzneirezepte wurden ausgestellt, wenn vermehrt Pollen von Fuchsschwanzgräsern (Alopecurus) und Straußgräsern (Agrostis) sowie vom Wiesen-Kammgras unterwegs waren.

Allerdings waren diese Effekte eher schwach, wie die Autoren einräumen. Generell sei es bislang schwierig, einzelne Arten außerhalb des gefundenen räumlichen, zeitlichen und meteorologischen Zusammenhangs als besonders schädlich oder weniger schädlich einordnen, resümieren sie.

So kann auch künstliche Intelligenz helfen

Zudem hingen die Folgen einerseits von den Mischungen allergener Stoffe ab, erläutern sie. Ferner könne es zudem Verbindungen mit Schadstoffen in der Luft wie etwa Feinstaub oder Schwefeldioxid (SO2) geben.

Manche dieser Stoffe könnten sich auf die Pollenproduktion auswirken oder auf die Bildung von Allergie-auslösenden Stoffen in Pollen.

Generell jedoch habe die Erbgut-Analyse der Pollen enormes Potenzial, um den Zusammenhang zwischen bestimmten Arten und allergischen Reaktionen zu klären, betonen die Wissenschaftler. Dafür müsse man die Proben jedoch über einen längeren Zeitraum täglich analysieren.

Klimek betont, in Deutschland gebe es bereits Ansätze, die Proben von Messstationen automatisiert mithilfe künstlicher Intelligenz auswerten zu lassen. Darauf setzt auch Traidl-Hoffmann: "Wir bauchen aktuelle Informationen über die jeweiligen Pollenkonzentrationen."

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Derzeit gebe es an sieben Orten in Bayern Messstationen, die alle drei Stunden diese Daten lieferten. «Solche Stationen müssten bundesweit in jeder Stadt stehen», sagt die Umweltmedizinerin. So könne man in Kombination mit den jeweiligen Wetterdaten und Schadstoffdaten die Pollenflugvorhersage deutlich verbessern. (dpa)

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