merken
PLUS Dresden

Dresden nimmt Super-OP in Betrieb

Das Städtische Klinikum verfügt ab sofort über einen hochmodernen Operationssaal. Profitieren sollen Patienten, die am Gehirn und der Wirbelsäule operiert werden.

Der Chef der Neurochirurgie am Städtischen Klinikum, Florian Stockhammer, hat bereits die ersten Patienten im neuen Hybrid-OP operiert.
Der Chef der Neurochirurgie am Städtischen Klinikum, Florian Stockhammer, hat bereits die ersten Patienten im neuen Hybrid-OP operiert. © Marion Doering

Dresden. Die ersten Patienten sind schon darin operiert worden. Am Freitag ist der hochmoderne Hybrid-OP am Friedrichstädter Krankenhaus nun auch ganz offiziell in Betrieb gegangen. Der Saal vereint alle Merkmale eines klassischen Operationssaals und der dreidimensionalen Bildgebung. So lassen sich die Ergebnisse komplizierter Eingriffe an Gefäßen, der Wirbelsäule und dem Gehirn sofort hochaufgelöst darstellen und kontrollieren. Der Patient muss dafür nicht erst aus der Narkose erwachen und in einen anderen Bereich des Krankenhauses gebracht werden.

Während der Patient auf dem OP-Tisch liegt, scannt diese futuristisch anmutende Anlage die Gefäße im Körper.
Während der Patient auf dem OP-Tisch liegt, scannt diese futuristisch anmutende Anlage die Gefäße im Körper. © Marion Doering

Der Super-OP ist Teil eines Anbaus, der nach eineinhalb Jahren Bauzeit fertig ist. Kosten: 12,5 Millionen. Im Erdgeschoss ist eine sogenannte Angiografie-Anlage eingebaut worden, mit deren Hilfe zum Beispiel Schlaganfälle sichtbar gemacht und behandelt werden können. Das neue Gebäude am Haus C sei Teil der Entscheidung, alle neurologischen Fächer des Städtischen Klinikums in Friedrichstadt zu konzentrieren, so Direktor Marcus Polle. So befinden sich seit wenigen Wochen die Neurologie, die Neurochirurgie und die Neuroradiologie auf der Altstädter Elbseite nahe beieinander. "Das optimiert das interdisziplinäre Zusammenwirken der Kliniken und bildet eine weitere wichtige Grundlage, unsere Zukunft zu gestalten", so Polle weiter.

Jubel
Zwei echt starke Jubiläen
Zwei echt starke Jubiläen

Die gedruckte Sächsische Zeitung wird 75 Jahre alt. Digital gibt es uns seit 25 Jahren. Beide Jubiläen wollen wir feiern - und Sie können dabei gewinnen.

Im Erdgeschoss des Neubaus können zum Beispiel Schlaganfälle und Aneurysmen mittels Bildgebung sichtbar gemacht werden.
Im Erdgeschoss des Neubaus können zum Beispiel Schlaganfälle und Aneurysmen mittels Bildgebung sichtbar gemacht werden. © Marion Doering

Der Freistaat Sachsen hat sich mit 9,5 Millionen Euro an dem Anbau beteiligt. "Heute konnte ich mir das Ergebnis der Baumaßnahme ansehen – ein weiterer erfolgreicher Schritt bei der Umsetzung krankenhausplanerischer Vorhaben am Städtischen Klinikum, der letztlich vor allem im Sinne der Patientinnen und Patienten ist", sagte Sozialministerin Petra Köpping (SPD) am Freitag.

Der neue OP‐Saal stehe sinnbildlich für die Zukunft des Städtischen Klinikums Dresden, schätzt Gesundheitsbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Linke) die Investition ein. Von der Landeshauptstadt kamen 850.000 Euro.

Rund-um-die-Uhr-Betrieb geplant

Bis zum Jahresende soll der neue Hybrid-OP rund um die Uhr an jedem Tag des Jahres einsatzbereit seien, sagt Florian Stockhammer, der Chefarzt der Neurochirurgie Noch können jedoch nur geplante Eingriffe darin stattfinden, da ein Großteil der OP-Mitarbeiter in den kommenden Wochen intensiv geschult werden muss, um mit der hochmodernen Technik sicher umgehen zu können.

Weiterführende Artikel

Plötzlich ein Leck im Gehirn

Plötzlich ein Leck im Gehirn

Mandy Habicht bringt ihr Kind zu Bett, als ein Schmerz durch ihren Kopf fährt. Er verändert ihr Leben. Ein neuer OP-Saal in Dresden hilft ihr zurück.

Dresden: Eine Klinik zieht um

Dresden: Eine Klinik zieht um

Tatsächlich zieht die erste Klinik bereits von Neustadt nach Friedrichstadt. Wieso das passiert und was das für die Dresdner bedeutet.

Neu sind Hybrid-Operationssäle nicht, das Dresdner Uniklinikum verfügt bereits über solche Räume mit entsprechender Technik. Allerdings sind die Geräte sehr kostspielig, sodass viele Kliniken auf eine staatliche Förderung angewiesen sind, um sich so etwas anzuschaffen.

Zu den ersten Patienten, die in diesem OP operiert worden, gehört Mandy Habicht, die eines Abends höllische Kopfschmerzen bekam - eine Hirnblutung.

Mehr zum Thema Dresden