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Glashütte: Wer sind die Kandidaten?

Ein Bürgermeisteramt, drei Bewerber - die SZ stellt die drei Männer vor. Sie verraten auch einiges aus ihrem Privatleben.

Diese drei Männer wollen Bürgermeister in Glashütte werden: Sven Gleißberg (parteilos für die CDU), Steffen Barthel (Freie Wähler Johnsbach) und Tilo Bretschneider (AfD) (von links).
Diese drei Männer wollen Bürgermeister in Glashütte werden: Sven Gleißberg (parteilos für die CDU), Steffen Barthel (Freie Wähler Johnsbach) und Tilo Bretschneider (AfD) (von links). © SZ-Bildstelle/privat, Oberthür, Kamprath

Die Würfel sind gefallen. Drei Männer bewerben sich um das Amt des Glashütter Bürgermeisters. Bekannt sind sie - aber nicht allen und nicht in allen Ortsteilen. Hier stellen wir die Kandidaten persönlich vor. Jeder hatte die Möglichkeit bekommen, einen vorgegebenen Satzanfang zu vollenden. Die Antworten fallen ganz unterschiedlich aus.

Sven Gleißberg (parteilos) ist ein Wanderer

Sven Gleißberg wandert gern durchs Stadtgebiet.
Sven Gleißberg wandert gern durchs Stadtgebiet. © privat

Sven Gleißberg tritt als Parteiloser für die CDU an. Er wurde in Dresden geboren und wohnt seit zehn Jahren in Schlottwitz. Der 37-Jährige ist verheiratet, hat drei Kinder (5, 6 und 12 Jahre) und sagt von sich, dass er "von Herzen Glashütter" ist. Seit 21 Jahren arbeitet er bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden und übte dort verschiedene Funktionen aus. Seit 2016 ist er Personalratsvorstand und zudem Verwaltungsratsmitglied. Ehrenamtlich engagiert er sich in den Vorständen des Heimatvereins Schlottwitz und des Fördervereins Schlottwitzer Tage. Er kümmert um die Vermietung und Bewirtschaftung der Begegnungsstätte Boot. Seit der letzten Wahl arbeitet er für die Freie Wählergemeinschaft Schlottwitz im Schlottwitzer Ortschaftsrat mit. Seine Freizeit verbringt er gern mit Familie und Freunden in der Natur oder bei gemeinsamen Spieleabenden.

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Dass ich kandidiere, war klar, als ich mehr Verantwortung in den unterschiedlichen Ehrenämtern unserer Gemeinde übernommen habe und schlussendlich, als ich von den Überlegungen und dem Wechsel des bisherigen Bürgermeisters nach Pirna erfuhr.

Meine größte Sorge ist, dass die Stadt durch falsche Prioritätensetzung die Kernaufgaben, wie beispielsweise die Kinderbetreuung und Bildung, die Straßenunterhaltung und vieles mehr, nicht mehr in der gewohnten Qualität erfüllen kann oder die Bürgerinnen und Bürger durch höhere Steuern teuer für manches „Wunschschloss“ zahlen müssen. Deswegen: klare Prioritätensetzung und Pflichtaufgaben vor freiwilligen Aufgaben.

Meine erste Amtshandlung wird sein, aktiv auf alle Stadträte zuzugehen und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt für die bevorstehenden herausfordernden Aufgaben zu motivieren, um das gemeinsame Ziel - die Zukunft unserer Gemeinde -bestmöglich zu gestalten, anzugehen.

Mein wichtigstes Ziel ist die Summe aller Ziele meiner Kandidatur. Es gilt, kleine und große Entwicklungen umzusetzen, um unsere Gemeinde lebenswerter, lebendiger und zukunftsgewandter zu machen.

Mit Glashütter Uhren verbinde ich eine weltweit wertgeschätzte, 175-jährige meisterliche Handwerkskunst, Tradition und gleichzeitig Innovation, vielfältige und erfolgreiche Unternehmen, fast 1.700 Arbeitsplätze, ein einzigartiges Image unserer Stadt und die wirtschaftliche Grundlage für die vielen Familien der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der ganzen Stadt.

Wenn ich nicht gewählt werde, werde ich mich weiterhin aktiv in die Gestaltung unserer schönen Gemeinde einbringen und mein Bestmögliches tun, die Zukunft aktiv im Sinne aller Bürgerinnen und Bürger zu gestalten.

Wenn ich einen der beiden anderen Kandidaten wählen müsste, würde ich vor einer schwierigen Aufgabe stehen, da ich den Fokus momentan auf meine Kandidatur lege und derzeit in allen Ortsteilen viele Gespräche zu den Wünschen und Themen der Bürgerinnen und Bürger führe, um diese als Bürgermeister mit ganzer Kraft umzusetzen.

Glashütte in sieben Jahren hat mit einem dynamischen und bürgernahen Bürgermeister Sven Gleißberg, der in der Mitte seines beruflichen Lebens steht, den erfolgreichen Weg der vergangenen Jahre fortgesetzt und gleichzeitig ein neues Wir-Gefühl entwickelt.

Tilo Bretschneider (AfD) liest gern Bücher

Tilo Bretschneider vor seinem "Waffenschrank".
Tilo Bretschneider vor seinem "Waffenschrank". ©  privat

Tilo Bretschneider möchte für die AfD die Bürgermeisterwahl in Glashütte gewinnen. Das Elternhaus des 55-Jährigen steht in Dittersdorf. Nach seiner Schulzeit erlernte er im väterlichen Betrieb den Beruf des Kraftfahrzeugschlossers. Im Mai 1986 wurde er zum Dienst in der Nationalen Volksarmee eingezogen. Dort hat er seine 543 Tage abgedient. "Diese Erfahrung prägt mich bis heute und ich hätte viel dafür gegeben, zum Mauerfall in meiner Kaserne zu sein", sagt er. Von 1988 bis 1990 ließ er sich zum Kfz-Meister ausbilden. 1993 wagte er den Start in die Selbstständigkeit. Seither führt er in Glashütte eine Kfz-Werkstatt. Seit 2000 ist Tilo Bretschneider mit seiner Frau Marion verheiratet. Mit ihr hat er fünf gemeinsame Söhne. Die große Tochter hat beide zu Großeltern gemacht. "Und wenn man die Kinder groß werden sieht, dann schärft sich der kritische Blick auf die Welt", so Bretschneider. Folglich baute er ab 2011 die Partei "Die Freiheit" auf, die 2016 aufgelöst wurde. Danach trat er der AfD bei.

Dass ich kandidiere, war klar, als wir uns einig waren, mit mir die beste Chance zu haben.

Meine größte Sorge ist, dass unser mittlerweile klar vormundschaftlicher Staat nun auch in einen übergriffigen Staat abgleitet.

Meine erste Amtshandlung wird sein, mich mit den Strukturen und Abläufen in der Verwaltung und dem Bauhof vertraut zu machen.

Mein wichtigstes Ziel ist die Attraktivität unseres Heimatortes denen näherzubringen, die nicht nur an der Teilhabe, sondern an der Teilnahme interessiert sind.

Mit Glashütter Uhren verbinde ich ein höchst attraktives und liebenswertes Alleinstellungsmerkmal.

Wenn ich nicht gewählt werde, bin ich sehr neugierig, wie meine Mitbewerber die anstehenden Probleme meistern.

Wenn ich einen der beiden anderen Kandidaten wählen müsste: Wahlen sind in Deutschland immer noch frei und geheim. In diesem Sinne ist das, wie ich sie verstehe, eine unstatthafte Frage.

Glashütte in sieben Jahren ist vielleicht ein Hort der Freiheit und des bürgerlichen Lebens in einer Umgebung gescheiterter sozialer und sozialistischer Experimente.

Steffen Barthel (Freie Wähler) beschäftigt sich mit Aktien

Steffen Barthel privat: Lesen im Garten.
Steffen Barthel privat: Lesen im Garten. ©  privat

Steffen Barthel möchte als Freier Wähler die Wahl in Glashütte gewinnen. Der 55-Jährige wuchs in Geising und Altenberg auf und wohnt seit 1998 in Johnsbach. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder. Nach dem Abitur an der EOS Dippoldiswalde studierte er an der Fachhochschule für Wasserwirtschaft in Magdeburg und schloss das Studium 1988 als Diplom-Ingenieur (FH) für Wasserversorgung und Abwasserbehandlung ab. 1988 arbeitete er als Meister beim VEB Zinnerz Altenberg. 1991 wechselt er zur BHG. Zunächst arbeitete er als Verkaufsleiter Baustoffe in Hermsdorf/ Erzgebirge, seit 1998 ist er in der Reinholdshainer Raiffeisen Handels GmbH als Verkaufsleiter tätig. Sein großes Hobby ist der Fußball. Von 1989 bis 2011 war er als Schiedsrichter tätig. Seit 23 Jahren befasst sich der Johnsbacher mit Geldanlagen und der Börse.

Dass ich kandidiere, war klar, als ich mich selbst entschieden habe und meine Familie hinter mir stand.

Meine größte Sorge ist, dass die Steuereinnahmen der Stadt weiter sinken und es schwerer wird Fördermittel einzuwerben.

Meine erste Amtshandlung wird sein, mich mit den Amtsleitern der Stadtverwaltung zu beraten.

Mein wichtigstes Ziel ist, ein bürgernaher und realistischer Bürgermeister zu sein.

Mit Glashütter Uhren verbinde ich Handwerkskunst und Qualität.

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Wenn ich nicht gewählt werde, werde ich weiterhin als Ortsvorsteher und Stadtrat arbeiten.

Wenn ich einen der beiden anderen Kandidaten wählen müsste, werde ich mich zum gegebenen Zeitpunkt entscheiden.

Glashütte in sieben Jahren ist eine nachhaltige Stadt mit mehr Einwohnern.

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