SZ + Dippoldiswalde
Merken

Glashütte: Gleißberg siegt im zweiten Wahlgang deutlich

Der 38-Jährige hat die Bürgermeisterwahl in der Uhrenstadt gewonnen. Nun plant er die nächsten Schritte. Er möchte auch auf die zugehen, die ihn nicht gewählt haben.

Von Maik Brückner
 4 Min.
Teilen
Folgen
Sven Gleißberg feierte am Sonntag zusammen mit seiner Frau Cindy und zahlreichen Unterstützern seinen Sieg im zweiten Wahlgang der Glashütter Bürgermeisterwahl.
Sven Gleißberg feierte am Sonntag zusammen mit seiner Frau Cindy und zahlreichen Unterstützern seinen Sieg im zweiten Wahlgang der Glashütter Bürgermeisterwahl. © Egbert Kamprath

Gekämpft wurde bis zum Ende. Für Sven Gleißberg hat sich dieser Einsatz am Sonntag ausgezahlt. Der Schlottwitzer ging mit 1.957 Stimmen als Sieger der Glashütter Bürgermeisterwahl hervor. Er holte 57 Prozent der Stimmen. Und das feierte er am Abend mit seiner Frau Cindy und seinen Unterstützern in der Schlottwitzer Begegnungsstätte Boot. Dazu konnte er unter anderem auch die Dippser Oberbürgermeisterin Kerstin Körner und den bisherigen Bürgermeister Markus Dreßler (beide CDU) begrüßen.

Mit dem Wahlergebnis zeigte sich der 38-jährige Bankkaufmann, der derzeit noch bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden arbeitet, zufrieden. "Ich hatte mir erhofft, dass es ein deutliches Ergebnis wird", sagt er. Mit dem Vorsprung von 500 Stimmen Vorsprung gegenüber seinem Mitbewerber habe er das erreicht.

Froh über hohe Wahlbeteiligung

"Ich bin froh, dass ich ein starkes Mandat von den Bürgern bekommen habe." Er schaue nun auch auf die, die ihn nicht gewählt haben. Er möchte die nächsten Jahre nutzen, um sie zu begeistern, dass am Sonntag aus seiner Sicht die richtige Entscheidung gefallen sei. Auch mit der Wahlbeteiligung ist er zufrieden. 62 Prozent sei ein vergleichsweise hoher Wert für einen zweiten Wahlgang. "Damit bin ich total happy", sagt Gleißberg. In der Regel gingen bei den zweiten Wahlgängen nur zwischen 40 und 45 Prozent der Wähler an die Urne. "Das habe ich recherchiert."

Gratulation vom AfD-Mitbewerber

Mitbewerber Tilo Bretschneider von der AfD, der es auf 1.444 Stimmen gebracht hatte, zeigte sich am Montag als guter Verlierer. Von seiner Seite werde es keine Wahlanfechtung geben. Via Sächsische.de gratulierte seinem Mitbewerber zum Sieg. Persönlich habe er noch keine Gelegenheit dazu gehabt, sagt er.

Auch Bretschneider hatte auf einen Sieg gehofft. "Sonst wäre ich nicht angetreten." Zu den möglichen Ursachen seiner Niederlage wollte er sich nicht äußern. Nun wolle er sich wieder seiner ehrenamtlichen Arbeit als Stadtrat und seiner KfZ-Werkstatt zuwenden, in der einiges liegen geblieben ist. Dem Gewinner wünschte er Erfolg bei den anstehenden Aufgaben, die herausfordernd seien. "Ich bin gespannt, wie er das löst."

Zur Party in der Begegnungsstätte Boot begrüßte Gleißberg den bisherigen Bürgermeister Markus Dreßler und Dippoldiswalder Oberbürgermeisterin Kerstin Körner, die ihm zur gewonnenen Wahl eine Zuckertüte überreichte.
Zur Party in der Begegnungsstätte Boot begrüßte Gleißberg den bisherigen Bürgermeister Markus Dreßler und Dippoldiswalder Oberbürgermeisterin Kerstin Körner, die ihm zur gewonnenen Wahl eine Zuckertüte überreichte. © Egbert Kamprath

Die Zustimmung für den Parteilosen, der von der CDU aufgestellt wurde, fiel in den Ortsteilen unterschiedlich aus. Das zeigt einen Blick auf die Ergebnisse der einzelnen Ortsteile. Bei denjenigen, die am Sonntag in einem der elf Wahllokale ihre Stimme abgegeben haben, siegte Gleißberg in Schlottwitz, Cunnersdorf, Hirschbach, Reinhardtsgrimma sowie in Ober- und Niederfrauendorf.

In den beiden Glashütter Stimmbezirken, in Luchau, Johnsbach, Dittersdorf und Hausdorf war Bretschneider besser. Allerdings lassen sich die Ergebnisse aus den einzelnen Wahllokalen nur bedingt auswerten. Das liegt an den Wählern, die ihre Wahl schon vor dem Sonntag getroffen hatten und die Möglichkeit der Briefwahl nutzten.

Das waren insgesamt 1.163 Wähler, also genau ein Drittel der Wähler, die sich am zweiten Wahlgang beteiligten. Ausgewertet wurden ihre Stimmen in einem der beiden Briefwahllokale, allerdings ohne Zuordnung aus dem Ortsteil, in dem die Wähler wohnen. Deshalb fließen deren Ergebnisse nicht in denen er einzelnen Wahllokale ein.

Würde man das tun, würden die Ergebnisse dort sicher anders aussehen. Denn bei der Briefwahl hatte - so wie schon im ersten Wahlgang - Sven Gleißberg die Nase vorn.

Eine Erklärung, warum die Zustimmung in einigen Ortsteilen geringer als in anderen ausfiel, habe er nicht, sagt Gleißberg. In seiner Wahlkampftour durch die einzelnen Ortsteile habe er nichts dergleichen gespürt. "Die Resonanz war je nach Wetter unterschiedlich, aber durchweg positiv." Sein Eindruck sei, dass sich die Bürger vor allem in den kleineren Ortsteilen gefreut haben, jemand im Ort zu haben, der sich deren Probleme anhört. Ihnen habe er das Versprechen gegeben, dass er sich in seiner Arbeit als Bürgermeister auch um diese Fragen kümmern wolle, so Gleißberg.

Nun wartet Gleißberg die einmonatige Frist ab, in der gegen das Ergebnis Einspruch erhoben werden kann. Ob es dazu kommt, kann er nicht sagen. Die Leiterin des Gemeindewahlausschusses, Maritta Reichel, geht nicht davon aus. Aus ihrer Sicht gab es keine besonderen Vorkommnisse beim zweiten Wahlgang.

Sollte es keine Anfechtung geben, möchte sich Sven Gleißberg schnellstmöglich mit Hauptamtsleiterin Julienne Döring und den beiden stellvertretenden Bürgermeistern, Uwe Ahrendt (Grüne) und Thomas Flasche (CDU) treffen, um über den Amtsantritt zu sprechen. Dazu könnte es noch in diesem Jahr oder zu Beginn des nächsten Jahres kommen. "Ich freue mich auch die Zusammenarbeit mit dem Stadtrat. Ich werde vor dem Amtsantritt zeitnah auf sie zugehen, um sie näher kennenzulernen."