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Neuer Anlauf für den Müglitztalradweg

Im Gegensatz zum früheren Projekt wird diesmal nur ein Teil des Tal betrachtet. Auch der Investor ist nun ein anderer. Das lässt hoffen.

Nur in einigen Orten, wie hier im Glashütter Ortsteil Schlottwitz, gibt es einen Radweg entlang der Müglitz.
Nur in einigen Orten, wie hier im Glashütter Ortsteil Schlottwitz, gibt es einen Radweg entlang der Müglitz. © Archivfoto: Egbert Kamprath

Das Müglitztal gilt als eines der schönsten Täler im Freistaat. Ein Radweg, der von der Quelle bis zur Mündung führt, fehlt aber. Noch. Denn nun hat der Freistaat das Projekt Müglitztalradweg in die Hand genommen. In den nächsten Wochen werden sich Vermesser das Tal zwischen Glashütte und Dohna genauer anschauen.

Danach werde eine Vorplanung erarbeitet, erklärt Rosalie Stephan, Sprecherin des Landesamts für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), auf Nachfrage. Dazu werden verschiedene Varianten erarbeitet, die zeigen sollen, wie der Radweg geführt werden soll. Letztendlich soll auch eine Vorzugsvariante ermittelt werden.

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In dieser Phase sollen auch Behörden, Verbände und Unternehmen angefragt werden, wie sie zu diesem Vorhaben stehen und was aus ihrer Sicht zu beachten ist. Liegen diese Einschätzungen vor, wird die Vorzugsvariante detailliert geplant.

Wann das Landesamt mit dem Bau des Radweges beginnen wird, steht noch nicht fest. Belastbare Aussagen seien "aufgrund der noch anstehenden Planungsschritte sowie Genehmigungsverfahren derzeit noch nicht möglich", sagt Sprecherin Stephan. Bei diesem Vorhaben müssen vor allem die enge Tal-Lage aber auch die verschiedenen Naturschutzgebiete entlang der Strecke berücksichtigt werden.

Arbeitskreis diskutierte schon 2001 über den Radweg

Ganz neu ist das Vorhaben Müglitztalradweg nicht. Bereits 2000/01 diskutierte ein Arbeitskreis darüber. Auch das Straßenbauamt, ein Vorläufer des Lasuv, ließ eine Studie erarbeiten. Die Experten des Amtes kamen damals zum Schluss, dass 15 bis 16 Millionen Euro notwendig wären, um den Weg zu bauen.

Konkreter wurde es vor gut 15 Jahren. 2007 stellte die Dresdner Planerin Sabine Fischer in den Anliegerkommunen die Ergebnisse ihrer Studie vor. Im Gegensatz zum jetzigen Projekt wurde damals das gesamte Tal betrachtet. Der Radweg sollte Heidenau mit Altenberg über Dohna, Weesenstein, Glashütte und Geising verbinden und sollte entlang von alten Mühlgräben, Waldwegen, der früheren Schmalspurtrasse und auf vorhandenen Radwegen geführt werden.

Früheres Projekt kostete rund 12 Millionen Euro

Als problematisch stufte Fischer bereits damals die engen Stellen des Tales wie zwischen Glashütte und Schlottwitz, die Bahnquerungen und Naturschutzbelange ein. Die Planerin ging von Baukosten in Höhe von rund 12 Millionen Euro aus. Einen Großteil der Kosten sollten die Kommunen stemmen. Das sorgte zum Teil für heftige Diskussionen in den Stadt- und Gemeinderäten.

Da Glashütte knapp vier Million Euro hätte aufbringen müssen, plädierten die Uhrenstädter 2008 dafür, die Planungen für den Müglitztalradweg um zwei Jahre zu verschieben. Die damals selbstständige Stadt Geising setzte die weitere Beratung danach aus. Später wurde das Projekt nicht verwirklicht.

In den Folgejahren gab es in den Kommunen immer wieder Bemühungen - zum Teil auch im Wahlkampf -, das Thema auf die Agenda zu setzen. Doch es wurden keine Planungen mehr in Auftrag gegeben. Nur der Traum vom Radweg blieb.

2012 stand das Müglitztal ganz im Zeichen der Radfahrer. Sachsens damaliger Ministerpräsident Stanislaw Tillich, Glashüttes Bürgermeister Markus Dreßler (beide CDU) und rund 230 weitere Teilnehmer erinnerten bei der Müglitztalradtour an das Jahrhundert-Ho
2012 stand das Müglitztal ganz im Zeichen der Radfahrer. Sachsens damaliger Ministerpräsident Stanislaw Tillich, Glashüttes Bürgermeister Markus Dreßler (beide CDU) und rund 230 weitere Teilnehmer erinnerten bei der Müglitztalradtour an das Jahrhundert-Ho © Archivfoto: Daniel Förster

Nun aber scheint der feste Wille des Freistaates hinter dem Projekt zu stehen. "Die Maßnahme ist Bestandteil der Radverkehrskonzeption des Freistaates Sachsen", sagt Rosalie Stephan. Dieser sieht vor, zwischen Glashütte und Dohna einen durchgehenden Radweg zu bauen. Geschehen soll das in folgenden Abschnitten:

  • Ortsausgang Glashütte bis Ortseingang Schlottwitz,
  • Ortsausgang Schlottwitz bis Ortseingang Mühlbach,
  • Ortsausgang Mühlbach bis Ortseingang Weesenstein,
  • Ortsausgang Weesenstein bis Ortseingang Köttewitz,
  • Innerörtlicher Abschnitt in Dohna.

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Vorboten des neuen Müglitztalradweges werden wohl die Mitarbeiter der LISt GmbH sein. Sie werden im Auftrag des Lasuv das Tal zwischen Glashütte und Dohna zwischen dem 24. Mai und dem 30. Juli vermessen.

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