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Görlitz engagiert Welterbe-Profi

Um doch noch auf die begehrte Liste zu kommen, stellt die Stadt jährlich 100 000 Euro bereit.

Der Kaisertrutz ist eines der vielen bedeutsamen Denkmäler in Görlitz.
Der Kaisertrutz ist eines der vielen bedeutsamen Denkmäler in Görlitz. © Archiv: Jens Trenkler

Seit über 30 Jahren versucht Görlitz, auf die Unesco-Welterbeliste zu kommen, in jüngster Zeit aber war es um das Thema etwas ruhiger geworden. Das soll sich nun ändern. Bei zwei Enthaltungen hat der Stadtrat am Donnerstag einstimmig beschlossen, ab 2020 jährlich 100 000 Euro für die Weiterführung des Bewerbungsprozesses zur Verfügung zu stellen. Görlitz wird sich dabei weiter auf die einzigartigen Hallenhäuser in der Altstadt konzentrieren. Bisher standen jährlich 50 000 Euro im Haushalt, um Experten außerhalb der Verwaltung zu bezahlen oder Eigenmittel für die Hallenhaus-Ausstellung aufzubringen. Diese Summe wird nun verdoppelt.

Von dem zusätzlichen Geld sollen mehrere Aktivitäten bezahlt werden. Die vielleicht wichtigste: Die Stadt will künftig mit einem Fachmann zusammenarbeiten, dem es nach Aussage von Bürgermeister Michael Wieler gelungen ist, bereits neun Projekte auf die Welterbeliste zu bringen: „Er weiß, worauf es ankommt.“ Zum Zweiten sollen die Hallenhäuser noch viel intensiver erforscht werden. „Mit Dokumenten im Ratsarchiv können wir ganz viel Historie tatsächlich belegen“, sagt Wieler: „Darum beneiden uns viele andere Städte.“ Das bereits laufende Forschungsprojekt Brüderstraße 9 soll fortgesetzt, aber auch 30 weitere Hallenhäuser erforscht werden.

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Ein dritter Schwerpunkt liegt auf der Öffentlichkeitsarbeit. Die Jury hatte bemängelt, dass Interessierte noch viel zu wenig erfahren. Im unsanierten Hallenhaus Brüderstraße 9, in dem der Kulturservice seinen Sitz hat, wurde voriges Jahr die Ausstellung „Kaufmannspaläste an der Via Regia“ gezeigt. Sie soll von April bis Oktober wieder geöffnet werden, im Erdgeschoss ist ein Welterbe-Informationspunkt geplant.

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