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Eine Minute für jedes Görlitzer Lebensjahr

Am Freitag beten Christen in der Frauenkirche 950 Minuten für ihre Stadt, fast 16 Stunden. Um Mut zu machen, die 950-Jahr-Feier doch etwas größer zu feiern.

Pfarrerin Dörte Paul von der Görlitzer Innenstadtgemeinde und Felicitas Baensch, Leiterin des Kinderhauses St. Jakobus, laden zu "950 Minuten beten für Görlitz" ein.
Pfarrerin Dörte Paul von der Görlitzer Innenstadtgemeinde und Felicitas Baensch, Leiterin des Kinderhauses St. Jakobus, laden zu "950 Minuten beten für Görlitz" ein. © Paul Glaser/glaserfotografie.de

Für das Wohl der Stadt zu suchen und dafür zu beten, das ist schon ein Bibelspruch aus dem Alten Testament. Diesen Gedanken aus dem Buch Jeremia greifen jetzt katholische und evangelische Christen aus Görlitz auf.

An diesem Freitag werden von früh acht Uhr bis kurz vor Mitternacht – insgesamt 950 Minuten – Menschen in der Frauenkirche für verschiedene Anliegen der Görlitzer beten. Jede Stunde steht unter einem anderen Motto, etwa "für Händler, Gastronomen und Hoteliers", "für Kulturschaffende", "für die Einsamen" oder "für Schüler und Jugendliche".

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Auch Nichtchristen sind eingeladen in die Frauenkirche

Schon als die Stadt dazu aufrief, Vorschläge für die Gestaltung des Jubiläumsjahres einzureichen, hatte Felicitas Baensch vom Pfarreirat der Katholischen Gemeinde Heiliger Wenzel die Idee, 950 Minuten lang für das Wohl der Stadt zu beten. "Beten ist nun mal das Typische für uns Christen und das, womit wir in Gedanken auch bei all denen sind, die selbst nicht mitbeten", sagt die Leiterin des Kinderhauses St. Jakobus.

Besonders als der Görlitzer Stadtrat vor vier Wochen entschied, die meisten Veranstaltungen für "950 Jahre Görlitz" zu verschieben, wurde die Idee konkreter. Die evangelische Frauenkirche schien ein idealer Ort dafür zu sein, weil sie zentral in der Innenstadt liegt und als offene Kirche häufig auch von Nichtchristen aufgesucht wird.

Gutes Gefühl, wenn andere für uns beten

Dörte Paul, Pfarrerin der Evangelischen Innenstadtgemeinde, stimmte der Idee gerne zu und unterstützt die Aktion. "Ich denke, dass es gerade jetzt für die Menschen in ihren unterschiedlichen Lebenswelten wichtig ist, dass für sie gebetet wird", sagt sie. Die 950 Jahre seien dafür ein schöner Anlass.

"Vor allem für Menschen, die nicht wissen, wie man betet, kann es gut sein zu erleben: 'Andere beten für mich.'" Durch die Pandemie sei deutlich geworden, wie fragil das Leben ist und dass der Mensch nicht alles in der Hand hat. "Es kann gut tun, sich an etwas zu wenden, das schon immer da war und das wir um Hilfe bitten können." Dazu diene das Gebet.

Kinder beten für mehr Regenbögen

So werden am Freitag verschiedene Gruppen die einzelnen Stunden gestalten, mal still, mal mit Musik, mal mit Texten. Dazu ist jeder, unabhängig von seinem Glauben, eingeladen, die Frauenkirche zu besuchen, mitzubeten, eine Kerze anzuzünden oder einfach nur da zu sein. Auf eine Tafel kann man eigene Gebetswünsche schreiben, und man kann lesen, dass Görlitzer Kinder besonders für Tiere, Pflanzen, die Sonne, mehr Sandburgen, für leckeres Eis und mehr Regenbögen beten.

"950 Minuten beten für Görlitz" dient aber nicht nur als Bitte für das Wohl der Stadt. "Wir möchten den Menschen auch Mut machen", sagt Felicitas Baensch, "wenn sie Ideen für das Jubiläumsjahr haben, sie vielleicht doch auch umzusetzen."

Themen der einzelnen Gebetsstunden in der Görlitzer Frauenkirche, 21. Mai 2021:

23 Uhr Für die Bewahrung der Schöpfung

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