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Gründerideen von Poesie bis zum Floß auf dem Berzi

Ahoj in der Görlitzer Landeskronstraße begleitet Existenzgründer, die Ideen für das Gemeinwohl haben. Manche waren erfolgreich, andere wollen es werden.

Das Ahoj-Team in der Görlitzer Landeskronstraße: Lorenz Kallenbach, Lisa Wiedemuth, Maria Oberländer und Julia Gabler.
Das Ahoj-Team in der Görlitzer Landeskronstraße: Lorenz Kallenbach, Lisa Wiedemuth, Maria Oberländer und Julia Gabler. © Paul Glaser

Seit gut einem Jahr gibt es den Ahoj-Laden auf der Görlitzer Landeskronstraße. Er ist kein Geschäft – hier bietet ein junges Team Begleitung von gemeinwohlorientierten Gründervorhaben an, die zur Belebung der Stadt betragen, hier können die Gründer an ihren Ideen arbeiten.

In der ersten Phase des durch den Europäischen Sozialfond über die Stadt Görlitz geförderten Vorhabens hat Ahoj über zehn Monate vier Gründer begleitet. Dazu gehörte die Spoken-Word-Künstlerin Jessy James LaFleur, die mit ihrer Jugend- und Literaturinitiative "Angeprangert! Spoken Word" so erfolgreich ist, dass sie jetzt von der Bundesregierung als eine von deutschlandweit 32 "Kultur- und Kreativpiloten" ausgezeichnet wurde. Ihre Poesie-Workshops sind inzwischen so gefragt, dass sich die Initiative selber trägt.

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Eine Gründerin bekam jetzt Kreativpreis

Eines der Ahoj-Stipendien bekam das "Feministische Forum". Daraus ist die für jeden offene Ringvorlesung "Grund genug" entstanden, die seit Oktober an der Hochschule Zittau/Görlitz zusammen mit der Volkshochschule Vorträge zu Themen wie Rechtsextremismus, digitaler Gewalt oder sozialer Ungleichheit anbietet.

Auch das Camillokino gehörte zu den Stipendiaten mit dem Ziel, den Betrieb zu professionalisieren. Hier funkte der Lockdown aber dazwischen: Eine der beiden Akteurinnen nahm einen festen Job an. Ebenso fühlte sich der Kulturmanager Daniel Sauer, der sich mit einem Stadtspiel zur Demokratiegeschichte selbstständig machen wollte, sicherer mit einer festen Stelle und arbeitet jetzt in der Demokratieförderung. Das fünfte Stipendium sollte an die Filmkooperative Lausitz gehen, doch dazu kam es wegen Corona nicht.

Gründerbegleitung kann auch in Anstellung führen

Dass nicht aus allen Gründerbegleitungen Unternehmen wurden, ist für Ahoj kein Misserfolg. "Zum einen hat die Pandemie viel verhindert", sagt Lisa Wiedemuth, die seit Mai neu im Team ist. Zum anderen gehe es für manche Stipendiaten zunächst darum, ihre Ideen zu konkretisieren. Ein Ergebnis davon könne die Erkenntnis sein, dass diese eher für einen Nebenerwerb geeignet ist. Genauso könne es passieren, dass ein Stipendiat durch die intensive Auseinandersetzung mit einer Unternehmensidee für einen Arbeitgeber interessant wird und damit ebenfalls in der Region wirken kann.

Für die zweite Phase möchte das Ahoj-Team manches ändern. So soll sie straffer als vorher organisiert sein und nur sechs Monate statt zehn dauern. Doch genau wie bisher soll es auch offene Qualifikationsangebote für alle Görlitzer geben.

Neue Ideen von Kunst bis Floß

Die neuen Stipendien wurden wieder an fünf Gründerinitiativen vergeben, die bis März konkreter werden: Ein Workshop, mit dem Teams ihre internen Diskriminierungsstrukturen aufdecken und verändern können. Die Schaffung eines Netzwerks für Kunstprojekte, in denen sich Menschen begegnen können.

Ein Floß, das auf dem Berzdorfer See für gemeinsame Aktivitäten genutzt werden kann. Ein Stadtmagazin, in dem alle Veranstaltungen aus der Soziokultur dargestellt sind. Und ein Duo aus Filmemacher und Kameramann, das zur Akquise größerer Kultur- und Kreativaufträge Verbündete sucht.

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