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Apotheken bleiben in Görlitz am Mittwoch geschlossen

Mit einem weiteren Protesttag drängen die Apotheken auf eine bessere Gesundheitspolitik. Doch außerhalb von Görlitz nehmen nicht alle Apotheken an dem Streiktag teil.

Von Sebastian Beutler
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In Görlitz bleiben an diesem Mittwoch viele Apotheken geschlossen.
In Görlitz bleiben an diesem Mittwoch viele Apotheken geschlossen. © dpa

Wer am Mittwoch in Görlitz Medikamente bei Apotheken holen möchte, muss sich auf Einschränkungen einstellen. Die Görlitzer Apotheken werden an diesem Tag streiken, die Notversorgung übernimmt die Bären-Apotheke an der Frauenkirche. Auch die Reichenbacher Apotheke hat die Teilnahme an dem Streiktag öffentlich bestätigt.

Bei anderen Apotheken ist die Lage nicht so klar. So bestätigen die Antonius-Apotheke in Rietschen und die Apotheke in Kodersdorf, dass sie am Mittwoch ganz normal öffnen werden. Die Zinzendorf-Apotheke in Niesky, die Linden-Apotheke in Niesky und die Stadt-Apotheke in Rothenburg wollten sich zu dem Thema gegenüber der SZ überhaupt nicht äußern und erhöhen die Unsicherheit für die Patienten dadurch zusätzlich.

In Dresden findet am Mittwoch eine zentrale Demonstration statt, die sich gegen die aktuelle Gesundheitspolitik der Ampel-Regierung in Berlin richtet. Ein Teil der Apotheker und ihrer Mitarbeiter wird an dieser Demonstration teilnehmen.

Die Apotheken kämpfen weiterhin mit enormen Lieferengpässen. Damit verbunden ist ein großer Aufwand, um Ersatz-Medikamente zu ordern. Das führt zu zusätzlichem Aufwand, wofür die Apotheken keine Entschädigung erhalten. Ebenso drängen die Apotheken darauf, dass sie nach zehn Jahren eine Anpassung der Vergütung erhalten.

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Schließlich sehen sie auch die Versorgung in den kommenden Jahren kritisch. So sinkt die Zahl der Apotheken seit Jahren, die Branche hat mit einem großen Nachwuchsproblem zu kämpfen. Zuletzt hatte sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach den Ärger der Apotheker zugezogen.

So kündigte Lauterbach für Ende 2024 eine Apotheken-Reform an. Die Details sollen zwar erst im zweiten Halbjahr 2024 vorliegen, doch hatte der Minister bereits erklärt, dass er die Gründung von Zweigapotheken im ländlichen Raum erleichtern und zudem die Pflicht zum Notdienst und zur Medikamentenherstellung aufheben will. Darüber hinaus sind auch Honorarfragen oder der Abbau von Bürokratie Themen der Reform.

Die Apotheker haben in diesem Jahr bereits zahlreiche Protestaktionen gegen die Politik durchgeführt. Im Juni waren die Apotheken einen Tag geschlossen, im September für einige Stunden.