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Corona: Kritischer Wert überschritten

Der Landkreis kündigt verschärfende Maßnahmen an. Unter den 21 neuen Fällen sind auch vier Grundschullehrer aus Görlitz.

Gesundheitsamt Görlitz
Gesundheitsamt Görlitz © Nikolai Schmidt

Mit 38,8 hat der Landkreis Görlitz seit Donnerstag die Grenze von 35 Fällen je 100.000 Einwohner (7-Tage-Inzidenz) überschritten. Noch am Mittwoch lag dieser Wert bei 34. Doch verzeichnete das Gesundheitsamt im Vergleich zum Vortag 21 neue Fälle, die den Wert ansteigen ließen. Konkret gab es vom 9. bis einschließlich 15. Oktober insgesamt 98 Neuinfektionen, sodass sich auf die 252.725 Landkreis-Einwohner eben jene 7-Tage-Inzidenz von 38,8 ergibt.

Mit sofortiger Wirkung hat der Landkreis deshalb am Donnerstag verfügt, dass Betreiber von Sportstätten, gastronomischen Einrichtungen, Hotels, Beherbergungsstätten und Betrieben künftig von Besuchern deren Name, Vorname, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse und Zeitraum des Besuchs zu erfassen haben. Gleiches gilt für Veranstalter oder Veranlasser von Ansammlungen im öffentlichen Raum.

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Ab einem Wert von 35 müssen die Behörden verschärfende Maßnahmen ergreifen. Das verlangt die sächsische Coronaschutzverordnung. Dabei geht es vor allem darum, Infektionsketten noch besser nachverfolgen zu können. Steigen die Zahlen weiter und die 7-Tage-Inzidenz überschreitet 50, würde der Landkreis zu einem Gebiet mit erhöhtem Infektionsrisiko erklärt - so wie das im Moment beispielsweise auf den Erzgebirgskreis zutrifft. Dann kämen neue Beschränkungen infrage - vor allem für Feiern und Veranstaltungen, aber auch Schulschließungen wären möglich. Das kann laut Kultusministerium selbst dann der Fall sein, wenn die Schule gar nicht direkt von einem Fall betroffen ist, sondern Infektionen von Betrieben und anderen Einrichtungen in der Nachbarschaft ausgehen.

Görlitzer Grundschule betroffen

Die 21 Neuinfektionen - 18 Erwachsene und drei Kinder - verteilen sich auf Beiersdorf, Boxberg, Görlitz, Großschönau, Mittelherwigsdorf, Oderwitz, Olbersdorf, Oppach, Reichenbach, Rietschen, Rothenburg, Vierkirchen und Zittau. Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit noch weitere Kontaktpersonen. Vier der positiv Getesteten sind Lehrer an der Görlitzer August-Moritz-Böttcher-Grundschule. Das bestätigte das Landesamt für Schule und Bildung auf SZ-Nachfrage. Demnach sei eine Lehrerin am Dienstag positiv auf das Virus getestet worden, woraufhin die gesamte Lehrerschaft getestet wurde. Drei weitere Fälle waren unter den Getesteten. Dennoch entschieden Gesundheitsamt und Schule gemeinsam, die Klassen am Donnerstag zu betreuen. „Das Gesundheitsamt hat mitgeteilt, dass die Schule geöffnet bleiben kann, weil alle Regeln eingehalten worden seien“, sagte eine Mutter, die dennoch ihr Kind etwas ratlos am Donnerstag in der Schule abgab. Die Eltern waren über den ersten Fall am Mittwoch informiert worden, bekamen am Abend dann klassenweise vom jeweiligen Klassenlehrer Bescheid über dessen Testergebnis. 

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Insgesamt haben sich seit März nachweislich 534 Menschen im Landkreis mit dem Coronavirus angesteckt. Davon gelten bereits 367 Personen als geheilt. Derzeit sind 142 Personen infiziert. Die Zahl der durch das Gesundheitsamt aktuell angeordneten Quarantänen beträgt 366. Der Landkreis Görlitz hat insgesamt 25 Todesfälle zu verzeichnen. Sechs Personen befinden sich in stationärer Behandlung, eine davon in intensivmedizinischer Betreuung.

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