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Ein Pogromgedenken wie selten zuvor

Die vertriebenen Görlitzer Juden standen in diesem Jahr bei dem Gedenken besonders im Mittelpunkt. Die Andacht fand nicht zufällig in der Frauenkirche statt.

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© Martin Schneider

Es war ein ganz besonderes Pogromgedenken an diesem 9. November 2021. Zwar nahmen gelegentlich in der Vergangenheit auch schon Angehörige von ermordeten oder vertriebenen Görlitzer Juden an diesem Gedenken teil – beispielsweise die Görlitzer Ehrenbürgerin Else Levi-Mühsam – aber so zahlreich wie in diesem Jahr waren sie noch nie vertreten, so im Mittelpunkt standen sie noch nie.

© Martin Schneider

Jodi Wallach und Tamara Meyer waren zwei von ihnen, die an der Synagoge ihr Licht abstellten. Gemeinsam mit anderen Görlitzern waren sie mit Oberbürgermeister Octavian Ursu von der Frauenkirche zur Synagoge gegangen. Die Andacht zuvor findet nicht zufälligerweise in der Frauenkirche statt. Es waren in den 1980er Jahren Mitglieder der Evangelischen Kirche, die als Erste an die Pogromnacht in Görlitz erinnerten. Was sich damals als Tradition herausbildete – Andacht und Kerzengang zur Synagoge – hat sich bis heute gehalten. (SZ)