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Görlitz

Vorerst letzte Chance zum Zoo-Besuch

Auch der Tierpark ist vom Lockdown betroffen. Dabei sei ein Besuch nicht anders zu werten sei als ein Spaziergang an der frischen Luft, erklärt der Direktor.

© Tierpark

Der Tierpark Görlitz-Zgorzelec muss ab Montag wie alle anderen Zoos schließen - das ist Teil der aktuellen Corona-Maßnahmen in Sachsen. Dabei hatte die Deutsche Tierparkgesellschaft e.V. (DTG), Deutschlands mitgliederstärkster Zooverband, zuvor noch gemeinsam mit dem Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) vor einer solchen Maßnahme gewarnt und von den Bundesländern "sachgerechtes Handeln und Augenmaß" gefordert. Am Wochenende haben die Görlitzer also zum vorerst letzten mal die Chance die roten Pandas, Affen, Erdmännchen und Co. zu besuchen.

Dr. Sven Hammer, Direktor des Naturschutz-Tierparks Görlitz-Zgorzelec, dürfte diese Maßnahme Sorge bereiten. „Unser Hygienekonzept im Tierpark wirkt!“ hatte er noch am Freitag in einer Pressemitteilung versichert - und darauf hingewiesen, dass ein Tierparkbesuch ist nicht anders zu werten sei als ein Spaziergang an der frischen Luft.

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Der Tierpark Görlitz war sowohl im ersten Lockdown als auch in der ganzen Phase der Pandemie ein enger Partner der Landesregierung, der Stadt Görlitz und der Behörden des Landkreises bei der Umsetzung der Schutzkonzepte. Man wolle gerne weiter zusammenarbeiten, allerdings im sachgerechten Umgang mit der aktuellen Situation.

Schon jetzt finden Zoobesuche meist im engen Familienkreis statt und in der Parkanlage lassen sich Aktivitäten laut Tierpark-Sprecherin Isa Plath sehr gut mit Abstand gestalten. Zumal man sich ohnehin in der Nebensaison befinde, in der selbst in normalen Jahren deutlich weniger Besucher als in der Hauptsaison kommen. Insbesondere für Kinder biete aber der Tierpark Görlitz in dieser besonders belastenden Zeit eine wichtige gesellschaftliche und soziale Erholungsfunktion unter geregelten Bedingungen.

Der Naturschutz-Tierpark Görlitz-Zgorzelec fordert, dass sich der Bund und das Land Sachsen nun bei der erneuten Schließung über wirksame Hilfsmaßnahmen für zoologische Einrichtungen verständigen. Zwar gab es in einigen Bundesländern bereits Hilfsprogramme für den ersten Lockdown und Schließung der Zoos, jedoch nicht in Sachsen. "Bis jetzt haben wir für die Verluste von 290.000 Euro aus der ersten Schließung im Frühjahr keinerlei staatliche Kompensation bekommen", so Dr. Sven Hammer. Durch Spenden seien zum Glück über 90.000 Euro zusammengekommen, sodass der Zoo seinen Betrieb bislang aufrechterhalten konnte.

Plath weist darauf hin, dass die zweite Schließung die Besuchereinnahmen nun von einem Tag auf den anderen Tag stilllegen wird. Die Tiere müssen aber weiter versorgt und die Mitarbeiter bezahlt werden. Gerade in der Wintersaison habe der Tierpark höhere Kosten für Heizung und Strom, da brauche man jeden Euro an Einnahmen. Reserven aus dem Frühjahr habe man wegen des ersten Lockdowns nicht. (SZ)

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