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Frau starb mutmaßlich nach Vergewaltigung

Die 24-Jährige war vergangene Woche leblos in ihrer Wohnung in Görlitz gefunden worden. Der Tatverdächtige sitzt jetzt in Haft.

Symbolbild
Symbolbild © Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa

Der Ermittlungsrichter am Amtsgericht Görlitz hat am Sonntagnachmittag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Görlitz Haftbefehl gegen einen 20-jährigen Mann aus Eritrea erlassen. Er sei der Vergewaltigung mit Todesfolge dringend verdächtig, teilen Staatsanwaltschaft und Polizeidirektion Görlitz in einer gemeinsamen Pressemeldung mit.

Am Abend des 7. Dezember war eine 24-jährige Frau aus Eritrea tot in ihrer Wohnung in der Pontestraße am Rande der Görlitzer Altstadt aufgefunden worden. Eine Obduktion am Folgetag ergab als vorläufige Todesursache, dass sie sich an ihrem eigenen Mageninhalt verschluckt hatte. Dazu teilte die Rechtsmedizin Dresden mit, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Frau zum Zeitpunkt des Verschluckens handlungsunfähig und damit die körperlichen Schutzreflexe gegen ein Einatmen von Mageninhalt ausgeschaltet waren.

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Nach der Auswertung von Speichermedien lag nahe, dass die eritreische Staatsangehörige, die in Görlitz eine Lehre zur Krankenpflegerin absolvierte, am Abend des 5. Dezember Besuch in ihrer Wohnung hatte und spätestens in der Nacht zum 6. Dezember zu Tode gekommen sein dürfte. Deshalb übernahm die Mordkommission der Polizeidirektion Görlitz die weiteren Ermittlungen. Die Spur führte sie zu dem 20-jährigen Landsmann. Der verstrickte sich – zunächst noch als Zeuge vernommen – in Widersprüche. Als die Ermittler seine Wohnung durchsuchten, fanden sie dort Gegenstände, die der Toten gehörten. Zudem gab er – mit dem Vorwurf konfrontiert, er stehe mit dem Ableben der 24-Jährigen in Verbindung – zu, am 5. Dezember das Tatopfer, das er seit längerer Zeit kannte, besucht und auch mit ihr geschlafen zu haben.

Die Ermittler haben bislang keinen Nachweis, dass der Beschuldigte den Tod der jungen Frau vorsätzlich herbeigeführt hat und er deshalb ein Mörder sei. Deshalb wurde die Tat als Vergewaltigung mit Todesfolge einklassifiziert. Die weiteren umfangreichen Ermittlungen beinhalten unter anderem die Auswertung gesicherter Spuren, Befragungen im sozialen Umfeld von Verstorbener und Tatverdächtigem und die Aufarbeitung und Auswertung sichergestellter Speichermedien. Zudem laufen zur Vorbereitung des vollständigen Sektionsergebnisses Untersuchungen, die zeigen könnten, ob die Frau vergiftet wurde sowie Untersuchungen des Zellgewebes, die Hinweise auf Tumore oder Stoffwechsel-Erkrankungen geben könnten. (SZ)

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