merken
PLUS Görlitz

Wie viele Feriendörfer verkraftet der Berzdorfer See?

Noch steht kein einziges, da lähmt ein Streit den Ausbau am See. Eine neue Studie soll nun den Weg für weitere Investitionen ebnen.

Im Hafen Tauchritz will der Görlitzer Großvermieter Kommwohnen Ferienhäuser errichten. Doch ein Streit hindert ihn daran.
Im Hafen Tauchritz will der Görlitzer Großvermieter Kommwohnen Ferienhäuser errichten. Doch ein Streit hindert ihn daran. © Nikolai Schmidt

Zwischen den See-Anrainern und dem Landkreis Görlitz gibt es einen jahrelangen Streit über das dauerhafte Wohnen und den Ausbau von Ferienhaussiedlungen am Berzdorfer See. Im Kern dreht sich alles um die Frage: Wie groß können die Übernachtungskapazitäten am See sein?

Auf den ersten Blick irritiert die Frage. Denn gegenwärtig ist noch kein einziges Feriendorf am See errichtet. Außer zwei Hotelanlagen sind alle Pläne erst noch in der Vorbereitung. Als Nächstes könnte die Waldsiedlung am Nordstrand Wirklichkeit werden. Deren Investor, ein Unternehmer aus Lohsa, will nun auch einen Campingplatz entlang der neu gebauten Straße zum Nordstrand einrichten, wie in dieser Woche bekannt wurde. Vorgesehen sind in einer ersten Ausbaustufe 25 Stellplätze, in einer zweiten 80 Caravan-Plätze.

Anzeige
Banksy erobert Dresden
Banksy erobert Dresden

Die Ausstellung „The Mystery of Banksy – A Genius Mind“ gibt einen umfassenden Überblick und Einblick in das Gesamtwerk des Genies und Ausnahmekünstlers.

Während Görlitz und auch Schönau-Berzdorf die Übernachtungskapazitäten eher großzügig sehen, ist der Kreis in dieser Frage eher restriktiv. Ihm fehle ein Gesamtplan, äußerte jüngst Kreisplaner Holger Freymann gegenüber der SZ. Solange der Streit nicht beigelegt ist, kann beispielsweise der Görlitzer Großvermieter Kommwohnen nicht seine Ferienhäuser im Hafen Tauchritz errichten.

Viele Hoteliers wollen auch Ferienwohnungen am See

Doch ist Kommwohnen nicht der einzige Interessent. So plant beispielsweise der Eigentümer der Flächen rund um den Hochbunker in Tauchritz, nicht nur ein Hotel in dem spektakulären Bauwerk einzurichten, sondern seine Pläne sehen auch eine Ferienhaussiedlung am Fuße des Hochbunkers vor. Diese Kombination von Ferienwohnungen und Hotelanlagen kommt immer mehr in Mode. So werden jetzt auch Pläne des Hotels "Insel der Sinne" öffentlich ausgelegt, in Nachbarschaft zu dem Hotel einige Ferienhäuser zu errichten. Diese Pläne gibt es bereits seit einiger Zeit, sodass der Bebauungsplan dafür schon in einem fortgeschrittenen Stadium ist. Andere Projekte wie der Hochbunker sind noch nicht ganz so weit.

Deswegen einigten sich alle Seiten nun auf eine Studie, die die Beherbergungspläne am See untersuchen soll.

Dafür gab der Planungsverband Berzdorfer See 10.000 Euro frei, um diese Studie zu finanzieren. Als Rahmen nimmt die Untersuchung an, dass zwischen 2.500 und 4.000 Gästebetten am See möglich und gut zu verkraften sind. Die Daten beruhen auf der Strukturellen Rahmenplanung und der Touristischen Leitidee von Johann Friedrich-Engel aus dem Jahre 2014.

Problem: Wie können künftige Ideen berücksichtigt werden?

Die Studie soll nun aufzeigen, wie sich die Betten auf die verschiedenen Standorte rund um den See verteilen, ob und wie verschiedene Zielgruppen mit den geplanten Angeboten abgedeckt und inwieweit Über- oder Unterkapazitäten in den unterschiedlichen Standards von Hotels und Feriendörfern am See entstehen werden.

Am Ende soll ein von allen Seiten abgestimmtes Dokument vorliegen, das auch ohne einen genehmigten Flächennutzungsplan für das See-Gebiet Grundlage für Genehmigungen von Bauvorhaben sein kann. Das Problem: Das Dokument muss so offen sein, dass auch künftige Projekte, die derzeit noch gar nicht bekannt sind, berücksichtigt werden können.

Mehr zum Thema Görlitz