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Görlitz holt neuen Tanzdirektor von der Wiener Staatsoper

Massimo Gerardi tritt sein Amt an der Neiße im Sommer an. Er ist in Sachsen kein Unbekannter.

Von Sebastian Beutler
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Massimo Gerardi ist der neue Tanzdirektor am Görlitzer Theater.
Massimo Gerardi ist der neue Tanzdirektor am Görlitzer Theater. © Theater Görlitz/Zittau

An diesem Wochenende erzählt die Görlitzer Tanzcompagnie zum letzten Mal in dieser Spielzeit die Geschichte von Peter Pan auf ihre Weise. Das kommt beim Publikum bestens an, die Aufführungen sind gut verkauft, an diesem Wochenende ist kaum noch ein Platz zu bekommen. Es ist eine der letzten Arbeiten des Ballett-Duos Dan Pelleg und Marko E. Weigert. Sie verlassen das Gerhart-Hauptmann-Theater zum Ende dieser Spielzeit. Nun steht auch deren Nachfolger fest.

Wie das Görlitzer Theater am Freitag mitteilte, wird Massimo Gerardi ihre Nachfolge antreten. Er ist derzeit als Ballettmeister an der Ballettakademie der Wiener Staatsoper tätig. Die Ballettausbildung in der Ballettakademie der Wiener Staatsoper dauert 8 Jahre und wird mit einem eigenen Diplom abgeschlossen. Gerardi ist ausweislich der Internetseite der Akademie Ballettmeister der Jugendcompagnie und gehört zum pädagogischen Team, das mit der künstlerischen Direktion zusammenarbeitet.

Gerardi setzte sich unter über 40 Bewerbern durch. Fünf von ihnen hatte das Theater zu einem Probetraining und Gespräch mit der Compagnie eingeladen. "Massimo Gerardi konnte nicht nur das Leitungsteam, sondern auch die Compagnie von sich überzeugen", begründet Theaterintendant Daniel Morgenroth die Wahl, "wir haben mit ihm einen erfahrenen und inspirierten Tänzer und Choreografen gewinnen können, der Elemente des klassischen Balletts mit zeitgenössischer Tanzsprache kombiniert."

Die Nachbesetzung bei der Görlitzer Tanzcompagnie beendet fürs Erste auch alle Spekulationen, ob die Compagnie angesichts der finanziellen Probleme beim Theater mit dem Abgang von Dan Pelleg und Marko E. Weigert aufgelöst wird. Zwar hatte sich Morgenroth immer für den Erhalt des Ensembles ausgesprochen und alle Streichgerüchte dementiert, doch angesichts der Forderungen vom größten Gesellschafter, dem Landkreis Görlitz, den Betrieb des Theaters kostengünstiger zu gestalten, lag eine solche Lösung auch immer im Bereich des Möglichen.

Der in Italien geborene Tänzer und Choreograf Massimo Gerardi begann seine Tanzausbildung in Udine und in Reggio Emilia (Italien). Anschließend hatte er seine ersten Engagements in Florenz und beim Fenice-Theater in Venedig. Es folgten Engagements in Deutschland, wo er Solotänzer am Ballett Nürnberg, am Ballett Dortmund und am Staatstheater Oldenburg war.

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Er tanzte in Stücken verschiedener renommierter Choreografinnen und Choreografen unter anderem: Birgit Cullberg, Amanda Miller, David Sutherland, Rui Horta, William Forsythe. Im Jahr 2000 erhielt er von der Kunststiftung NRW ein Stipendium für Choreografie und sammelte berufliche Erfahrungen am Nederlands Dans Theater, am Icelandic Ballet Reykjavik, am Göteborg Ballett und an der Komischen Oper Berlin.

Als Gastchoreograf entwarf er Stücke für das Theater Bielefeld, die Landesbühnen Sachsen, das Theater in Oldenburg und führte am Staatsschauspiel Dresden Regie bei einer Oper. Darüber hinaus war er Dozent für zeitgenössischen Tanz an der Hochschule für Musik und Tanz Köln und an der Palucca Hochschule für Tanz Dresden.